Premiere „AIDA“ von Guiseppe Verdi

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PREMIERE „Aida“ in der Staatsoper Unter den Linden Berlin

Oper in vier Akten (1871) Musik von Giuseppe Verdi
Text von Antonio Ghislanzoni  nach einem Szenario von François Auguste Ferdinand Mariette

Besuch der Premiere am 3.Oktober 2023 zur Saisoneröffnung in der Staatsoper unter den Linden Berlin

Weitere Vorstellungen: 6. Oktober 2023 19.00 Uhr / 9. Oktober 2023 19.00 Uhr / 12. Oktober 2023 19.00 Uhr / 15. Oktober 2023 18.00 Uhr

Besetzung:

Musikalische Leitung Nicola Luisotti – Inszenierung – Calixto Bieito – Bühnenbild Rebecca Ringst – Kostüme Ingo Krügler – Licht Michael Bauer – Videodesign Adrià Reixach – Einstudierung Chor Dani Juris – Dramaturgie Bettina Auer , Christoph Lang

Der König Grigory Shkarupa – Amneris Elīna Garanča – Aida Marina Rebeka – Radamès Yusif Eyvazov
Ramphis René Pape – Amonasro Gabriele Viviani – Priesterin Victoria Randem – Ein Bote Gonzalo Quinchahual

STAATSOPERNCHOR
STAATSKAPELLE BERLIN

Zum Inhalt:

„Aida lebt als Sklavin am ägyptischen Hof. Sie ist die Königstochter aus dem feindlichen Äthiopien, hat sich aber in den ägyptischen Heerführer Radamès verliebt. Von ihrem Vater Amonasro wird sie instrumentalisiert, um die militärische Strategie des feindlichen Heeres in Erfahrung zu bringen. Unterdessen kämpft Amneris, die ägyptische Königstochter, mit allen Mitteln um ihre Liebe zu Radamès und versucht, ihre Rivalin kaltzustellen. Sie alle sind einem gnadenlosen Machtkartell von Priestern und Kriegern ausgeliefert.“

© Herwig PRAMMER

„Auf dem Höhepunkt des europäischen Imperialismus und zu Beginn der Kolonialisierung Afrikas wurde »Aida« im Dezember 1871 in Kairo uraufgeführt. Verdis Musik ist anzumerken, dass es ihm nicht um musikalisierte Historie ging. Vielmehr übt er Kritik an einer menschenverachtenden Gesellschaft. Regisseur Calixto Bieito rückt in seiner Inszenierung die kammerspielhaften Momente in »Aida« sowie das Spannungsverhältnis zwischen den politischen Geschehnissen der Entstehungszeit des Stückes und unserer Gegenwart in den Fokus.“
[Staatsoper Unter den Linden Berlin]

© Herwig PRAMMER

Besuchsbericht:

Man geht ja meist mit einer bestimmten Vorkenntnis und Erinnerung an eine frühere Aufführung einer Oper in eine neue Inszenierung. Dabei erscheint vor dem inneren Auge ein besonders beeindruckendes Bühnenbild oder eine besonders hervorragende Stimme oder Arie aus der Erinnerung und man erwartet ein ähnliches Erlebnis von einer neuen Inszenierung. ( … ich denke ich bin im falschen Film ,,,) das hatte ich deshalb anders erwartet als der Vorhang sich hebt.
An dieser neuen Inszenierung von Calixto Bieito kann ich beim besten Willen keinen Gefallen finden, natürlich ist das meine eigene Auffassung. Das Publikum war aber wohl den gleichen Meinung, ein kräftiges „Buuuh“ zum Schluss der Vorstellung von einer größeren Gruppe aus dem Publikum ist die Antwort. Das betrifft nicht die einzelnen Mitwirkenden Schauspielerinnen und Sängerinnen. Mich haben besonders die Tochter des Königs Amneris Elina Garanca und auch Rene Papé als Ramphis das Oberhaupt der Priester beeindruckt. Beeindruckend natürlich auch die Szenerie in der Technik der Staatsoper. Bei eine Oper wie AIDA erwartet man monumentale Bilder, die müssen erst einmal mit Hilfe der Bühnentechnk erstellt werden, das gelang auch eindrucksvoll. Wobei man dann doch die Begrenzungen des Bühnenraums deutlich erkennen kann. (AIDA wirkt wohl am Besten auf einer Freilichtbühne). Das schmälert aber nicht die Leistung der Künstler und des Bühenpersonals im Hintergrund.
Alles in Allem kann ich die Oper doch empfehlen, beeindruckend erzählt, gespielt und gesungen.

[Peter Dahms [www.OpernInfo-Berlin.de / www.dahms-projekt.de/wordpress]

Titelfoto © Herwig PRAMMER
Weitere Fotos © Herwig PRAMMER