„SONOMA “ von LA VERONAL

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Besuch am 13. August 2020 im „Haus der Berliner Festspiele„… im Rahmen von 34. Tanz Im August 2022 – Internationales Festival in Berlin

„Luis Buñuel, der revolutionäre, avantgardistische Filmemacher des 20. Jahrhunderts, war schon immer eine große Inspiration für den spanischen Choreografen Marcos Morau. Er kehrt mit seiner neuen Bühnenarbeit, einer weiteren Hommage an den ikonischen Surrealisten, zurück zu Tanz im August. “SONOMA” ist eine Reise durch einen traumartigen Ort, irgendwo zwischen Schlaf und Fiktion, zwischen dem Menschlichen und dem Außergewöhnlichen. Vor unseren Augen entsteht eine verlockende, kinematografische Welt, in der das Alltägliche merkwürdige Züge annimmt und Zeichen mit den irrationalsten Bereichen des menschlichen Geistes kommunizieren..“
[Tanz im August]

Künstlerische Leitung & Choreografie Marcos Morau- Von & mit Lorena Nogal, Marina Rodríguez, Sau-Ching Wong, Ariadna Montfort, Laura Lliteras, Àngela Boix, Laia Duran, Anna Hierro, Alba Barral – Künstlerische & Dramaturgische Beratung Roberto Fratini – Technische Leitung & Lichtdesign Bernat Jansà – Stagemanagement, Requisiten, SFX David Pascual
Sounddesign Juan Cristóbal Saavedra – Stimmcoaching María Pardo – Bühne Bernat Jansà, David Pascual – Kostümdesign Silvia Delagneau – Masken Juan Serrano – Gadget Efectos Especiales
Requisiten Mirko Zeni – Produktion & Logistik Cristina Goñi Adot

SONOMA ©  Anna_Fàbrega

Besuchsbericht:

„ zum niederknien_____,Sonoma“ von Marcos Morau reißt das Publikum von den Sitzen, …“schreibt Arnd Wesemann in seinem Bericht von der Aufführung in Sevilla in der Zeitschrift TANZ 6 vom April 2021.
Das war dann schon eine gute Vorbereitung auf meinen heutigen Besuch beim 34. Tanz im August in diesem Jahr im Haus der Berliner Festspiele.
Über frühere Arbeiten und Besuche von Marcos Morau hatten wir schon zu TiA 2015 „Voronia“ und 2018 „Passionara“ hier berichtet, und nun also die neue choreographische Arbeit von Marcos Morau..

Über frühere Arbeiten und Besuche hatten wir schon zu TiA 2015 „Voronia“ und 2018 zu „Passionara“ hier berichtet, und nun also die neue choreographische Arbeit von Marcus Morau. Ich war gespannt mit meinen Erwartungen. Die wurden nicht nur erfüllt sondern in jeder Art übertroffen.

SONOMA ©  Anna_Fàbrega

Es fängt so ruhig und harmonisch an und steigert sich dann sukzessive. Marcos Morau lässt seine Truppe in einer Mischung aus surrealistischem und aggressivem Sound alle Register ihres Könnens in rascher Folge eskalieren. Das kann man nicht beschreiben, das muss man miterleben, wie eine Folge von surrealistischen Elementen, unterstrichen von einpeitschendem Sound in schneller Folge auf der Bühne sich abwechselt. Man denkt, das kann man nicht steigern, jetzt ist der Höhepunkt überschritten, aber nein, jetzt geht es erst richtig los. Diese Stimmung, aus Protest und Aufstehens, unterstrichen durch hämmernden Sound, mit ständig wechselnden Bilder steigert sich zum Schluss zu einem eindringlichen mitreißenden Protest. Gegen was? Unwichtig, nur Protest und Auflehnung gegen alles und jedes, gegen das Gefühl einer Überforderung oder gegen eine unbestimmte Gefahr, die man mit Worten nicht beschreiben kann, sondern ein vages Gefühl ist.
Zum Ende der Vorstellung reißt es die Zuschauer von den Sitzen, tosender Applaus belohnt die Darsteller, das Team und den Choreographen gleichermaßen.

Peter Dahms [TanzInfo-Berlin.de]

Alle Fotos © ALEX_FONT u. ©  Anna_Fàbrega