{"id":985,"date":"2019-03-09T09:17:11","date_gmt":"2019-03-09T08:17:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/?p=985"},"modified":"2019-03-10T11:38:32","modified_gmt":"2019-03-10T10:38:32","slug":"kritischer-kannibalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/2019\/03\/09\/kritischer-kannibalismus\/","title":{"rendered":"&#8222;Kritischer Kannibalismus&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Christoph Schmitt-Maa\u00df &#8211;<\/strong><br \/>\nKritischer Kannibalismus &#8211;<br \/>\n<strong>Eine Genealogie der Literaturkritik seit der Fr\u00fchaufkl\u00e4rung &#8211;<\/strong><\/p>\n<p>380 Seiten kart. <strong>Dezember 2019<\/strong> <strong>PRINT<\/strong> ISBN 978-3-8376-3989-6 &#8211;<\/p>\n<p><strong>E-Book (PDF)<\/strong> ISBN 978-3-8394-3989-0 &#8211;<\/p>\n<p><em><strong>Aus der Reihe \u201aLettre\u2018 vom [transcript-verlag]<\/strong><\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>REZENSION:<\/strong><\/p>\n<p>Literaturkritik war und ist heute oft noch eine Veranstaltung unter Kollegen gleicher Profession. Hier werden Literaturerzeugnisse des Anderen entweder wohlwollend, abwertend, polemisch, satirisch oder professionell neutral interpretiert und diese Arbeiten der Community und auch der interessierten \u00d6ffentlichkeit vorgelegt. Literaturkritiken werden, wenn sie als gelungen angesehen werden, selbst zu Objekten der Literaturwissenschaft und sind damit auch selbst wieder kritikw\u00fcrdig. Sind sie nach allgemeiner Bewertung polemisch, unverdient abwertend oder pers\u00f6nlich angreifend, so schaden sie dem Kollegen in seiner Reputation und wirken zerst\u00f6rend auf sein Ansehen in der Literaturszene und meist auch der \u00d6ffentlichkeit. In diesem Fall sprach Walter Benjamin von einem \u201ekritischen Kannibalismus\u201c.<br \/>\nIn der neueren Zeit hat sich die Literaturkritik aus der Literaturwissenschaft oft nur zu einer Rezension \u201ezur\u00fcckentwickelt\u201c, die auch von Fachfremden im Auftrag von Verlagen die Verlagsprodukte als verkaufsf\u00f6rdernd der Leserschaft bekannt gemacht werden. Dabei kann dann nicht immer oder auch immer weniger von einer objektiven Kritik gesprochen werden. Im einfachsten Fall ist es eine knappe Inhaltsbeschreibung mit einer wohlwollenden Beurteilung um den Verkauf des Produktes zu f\u00f6rdern. Dazu geh\u00f6rt auch die Kenntnisnahme und \u201eBekanntmachung\u201c im heutigen journalistischen, online ver\u00f6ffentlichten Bearbeitungen. (<em>Nebenbei:<\/em> Als Metapher wird ein Begriff des \u201eKannibalismus\u201c auch in der Umgangssprache und \u00fcber die Popul\u00e4rliteratur verwendet, wenn man beim konzentrierten, pausenlosen Lesen, von dem Verschlingen\u201c eines Buches durch den Leser spricht.)<\/p>\n<p>Der Autor des vorliegenden Buches w\u00e4hlt den Ausspruch Walter Benjamins als Titel f\u00fcr seine Arbeit, in der er der Genese der Literaturkritik aus den Urspr\u00fcngen in der Zeit der Fr\u00fchaufkl\u00e4rung zur heutigen Form und Erscheinung nachvollzieht. Er strukturiert seine Arbeit in vier Hauptkapitels, in denen er im ersten Teil unter dem Titel:<br \/>\n<strong>I. Statt einer Einleitung: Konstellationen<\/strong>, der Arbeit eine methodologische Einf\u00fchrung voran gestellt in der er anhand der Arbeiten von Walter Benjamin und Michel Foucault auf Bez\u00fcge zueinander hinweist, in deren Gemeinsamkeiten und Gegens\u00e4tze bei der Besch\u00e4ftigung mit Friedrich Nietzche und dessen Schriften zum Verh\u00e4ltnis von Literaturwissenschaft und Literaturkritik und darin zur Geschichtsphilosophie. Womit den Urspr\u00fcngen nachgegangen und die Entwicklung einer Genealogie der Begriffe versucht wird.<br \/>\nIm zweiten Teil:<br \/>\n<strong>II Dichte Lekt\u00fcre: Der Literaturkritiker als Kannibale bei Walter Benjamin:<\/strong><br \/>\n\u00dcber die Besch\u00e4ftigung und die Ver\u00f6ffentlichungen Walter Benjamins mit der Entstehung und der Begr\u00fcndung des Begriff des \u201eKannibalismus in der Kritik\u201c<br \/>\nim dritten Teil:<br \/>\n<strong>III. Tiefe Lekt\u00fcre: &gt;Critischer Canibalism&lt; im Zeitalter der Aufkl\u00e4rung:<\/strong> \u00dcber die Entwicklungen und dem Wandel in der Literaturkritik im Laufe des 18. Bis zum 20. Jahrhundert. Aus der Entstehung des Begriffs \u201ekommerzielle\u201c Literaturkritik aus der \u201ephilologischen\u201c Literaturwissenschaft durch kommerzielle Interessen und aus \u00f6konomischen, finanziellen Beweggr\u00fcnden.<br \/>\nim Letzten, dem vierten Teil:<br \/>\n<strong>IV. Statt eines Schlusses: Der Kannibalismus, der Markt und die Anthropologie der Literaturkritik:<\/strong> Hier beschreibt der Autor die Entwicklung der Literaturkritik und der sie aus\u00fcbende Gruppe der Literaturkritiker aus dem Bereich der wissenschaftlichen Profession und aus der, der rein \u00f6konomischen Bewertung und Verwertung verpflichteten Kreis des kommerziellen Verlagswesens und des Literaturhandels. Ihre Motivationen und ihr Verh\u00e4ltnis zu dem von ihnen ausge\u00fcbten Umgang mit den Literaturerzeugnissen sind Thema der weiteren Betrachtungen und Bewertungen.<br \/>\nDas Buch befasst sich, unterst\u00fctzt durch eine umfangreiche Bibliografie und eine F\u00fclle von Zitaten, mit dem Thema der Literaturkritik und beleuchtet detailliert ihre Bedeutung, ihre Wandlungen und ihre Entwicklung in der Zeit. Es bietet damit eine fundierte Quelle und ein Nachschlagewerk mit weiterf\u00fchrender Unterst\u00fctzung f\u00fcr die philologische Besch\u00e4ftigung mit diesem Thema.<\/p>\n<p><strong>Peter Dahms<\/strong> [OpernInfo-Berlin.de \/ Dahms-Projekt.de]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christoph Schmitt-Maa\u00df &#8211; Kritischer Kannibalismus &#8211; Eine Genealogie der Literaturkritik seit der Fr\u00fchaufkl\u00e4rung &#8211; 380 Seiten kart. 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