{"id":819,"date":"2018-11-15T09:10:36","date_gmt":"2018-11-15T08:10:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/?p=819"},"modified":"2018-11-15T14:59:59","modified_gmt":"2018-11-15T13:59:59","slug":"ankuengigung-blue-sky_thinking-von-rubato","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/2018\/11\/15\/ankuengigung-blue-sky_thinking-von-rubato\/","title":{"rendered":"URAUFF\u00dcHRUNG &#8222;blue-sky thinking&#8220; Tanzcompagnie Rubato"},"content":{"rendered":"<p><strong>Besuch\u00a0 am 14. November 2018 im Studio 1 der Uferstudios<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>\u201eWer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Was erwarten wir? Was erwartet uns? \u2026 Es kommt darauf, an das Hoffen zu lernen. \u2026 Die Arbeit dieses Affekts verlangt Menschen, die sich ins Werdende t\u00e4tig hineinwerfen, zu dem sie selbst geh\u00f6ren.\u201c So f\u00fchrt der Philosoph Ernst Bloch in sein zentrales Werk \u201eDas Prinzip Hoffnung\u201c.<\/p>\n<hr \/>\n<p>&#8222;Aus der Verbindung des freien, formenden Denkens mit dem Blochschen Hoffen entsteht die neue Arbeit der <strong>Tanzcompagnie Rubato.<\/strong><br \/>\nNach St\u00fccken wie Uncertain States (2015) \u00fcber die Aufl\u00f6sung ideologischer , \u00f6konomischer und gesellschaftlicher Fundamente in einer disruptiven Welt, die Verhandlung\u00a0 von Dissens, Konsens und Konflikt in\u00a0 Voltage \/ Zero (2016) und &gt;flirren&lt;\u00a0 (2017) zur Ambivalenz zwischen Angst und Freiheit richten Jutta Hell und Dieter Baumann ihr choreografisches Schaffen in blue-sky thinking deutlich auf eine in die Zukunft gerichtete, geradezu anti-dystopische Kraft: Hoffnung.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Die Zeichen unserer gegenw\u00e4rtigen Welt m\u00f6gen eher in eine andere Richtung weisen: Unsicherheit, Angst, Konflikt, Abschottung, Nationalismus. Aber gerade deshalb interessiert Hell\/Baumann der positive Affekt \u201eHoffnung\u201c, weil er wie mit Bloch kraftvoll auf einen anderen, vorausliegenden M\u00f6glichkeitsraum weist \u2013 aus dem W\u00fcnschen \u00fcber das Wollen zum Handeln.&#8220;<\/p>\n<div>&#8222;Fragmente aus Blochs literarischen, assoziativen Texten dienen als Ausgangspunkt, um unterschiedliche Aspekte und\u00a0 Bedeutungsebenen, die mit Hoffnung zusammenh\u00e4ngen, in k\u00f6rperliche, choreografische \u00c4quivalente zu \u00fcbertragen. \u201eKrummes Holz, aufrechter Gang\u201c, Flieh und Suchbewegungen \u2026 jeder Schritt gibt noch zu raten auf \u2026 der unabgeschlossene Raum vor uns \u2026 Frei sein, so hei\u00dft es, ist, zwischen zwei und mehreren Dingen w\u00e4hlen zu k\u00f6nnen.\u201c Hoffnungslieder, Hoffnungsbilder der Geschichte, Rituale, Tagtr\u00e4ume und Volkst\u00e4nze, die verbunden sind mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, werden eingewoben.<\/div>\n<div>Kreative Ideen, die nicht von gegenw\u00e4rtigen Gedanken, Realit\u00e4ten, Str\u00f6mungen und \u00dcberzeugungen begrenzt sind: blue-sky thinking.&#8220;<\/div>\n<div>\n<p>[von <strong>Kommunikation: k3 berlin<\/strong>]<\/p>\n<hr \/>\n<\/div>\n<div>\n<p><strong>Besuchsbericht:<\/strong><\/p>\n<p>Gegen den Zustand und der aktuellen Bedrohung aus und in der Welt, wie in der Produktion &#8222;Flirren&#8220;, Urauff\u00fchrung im November 2017 thematisiert wurde, setzt &#8222;Rubato&#8220; in der neuen Produktion auf den Gedanken des Philosophen Ernst Bloch aus seinem zentralen Werk: \u201eDas Prinzip Hoffnung\u201c. Als Handlungsempfehlung steht: \u201eblue-sky thinking: creative ideas that are not limited by current thinking or beliefs.\u201d (Collins English Dictionary) als Ausweg aus dem Dilemma der realen Existenz in der realen Welt.<\/p>\n<p>Dunkelheit, Stille, Bewegungslosigkeit. Aus der Stille heraus entwickeln sich T\u00f6ne mit bedrohlichen Schwebungen. In der aufkommenden D\u00e4mmerung erkennt man vier Gestalten, die im hinteren Teil am Rande der Tanzfl\u00e4che unter einer Haut von rotem Stoff ruhen. Sie entwinden sich langsam aus ihrer Umh\u00fcllung und entwickeln die Choreografie unter der Begleitung von T\u00f6nen, die wechselnd zwischen eindringlich h\u00e4mmernd und bedrohlich schwebend durch den Raum hallen. Die T\u00e4nzer zeigen einzeln und als Gruppe Figuren und Bewegungen, die eindringlich Bedrohungen und dann wieder harmonisches Zusammenhalten und Unterst\u00fctzen symbolisieren. Hier zeigt das Team \u201eRubato\u201c wieder einmal, zu welch eindrucksvoller Performance sie f\u00e4hig ist. Den Bedrohungen auf eine anonyme, bedrohliche Au\u00dfenwelt, der der Einzelne unterliegt, wird Zusammenhalt im Inneren und Widerstand nach au\u00dfen entgegengesetzt. Die Szenenfolgen der Choreografie verbinden die einzelnen Situationen und getanzten Aussagen flie\u00dfend oder ekstatisch je nach Tiefe der Emotionen. Die Livemusik unterst\u00fctzt und f\u00fchrt den Ablauf mit einem weiten Spektrum von T\u00f6nen und Tonfolgen. So wie diese Choreografie die typische Handschrift von &#8222;Rubato&#8220; zeigt und an &#8222;Flirren&#8220; erinnert, so ist die Weiterentwicklung zu einer insgesamt positiveren Grundstimmung deutlich erkennbar. Nach mehr als einer Stunde kann sich das total verausgabte Team \u00fcber einen begeisterten Applaus freuen. Eine tolle Auff\u00fchrung findet seinen Abschluss.<\/p>\n<p><strong>Peter Dahms<\/strong> [TanzInfo-Berlin.de]<\/p>\n<hr \/>\n<\/div>\n<div><strong>Tanzcompagnie Rubato:<\/strong><\/div>\n<div><b>K\u00fcnstlerische Leitung<\/b>: Jutta Hell, Dieter Baumann<br \/>\n<b>Inszenierung, Choreografie: <\/b>Jutta Hell<br \/>\n<b>Tanz, Choreografie:<\/b> Dieter Baumann, Alessandra Defazio,<br \/>\nCarlos Osatinsky, Anja Sielaff<br \/>\n<b>Komposition, Live Musik<\/b>:\u00a0 Alexander Nickmann<br \/>\n<b>Licht:<\/b>Fabian Bleisch<br \/>\n<b>Produktionsleitung:<\/b> Inge Zysk<\/div>\n<div>\n<hr \/>\n<\/div>\n<div><b>Vorstellungen:<\/b><\/div>\n<div>\n<div>\n<div><span class=\"fontstyle0\"><strong>Urauff\u00fchrung<\/strong> 14. November 2018 19.00 Uhr<\/span><\/div>\n<\/div>\n<div><span class=\"fontstyle0\">15.-17. November 2018 jeweils 19.oo Uhr<\/span><\/div>\n<div><span class=\"fontstyle0\">18. November 2018 17.00 Uhr<\/span><\/div>\n<div>\n<hr \/>\n<\/div>\n<div><b>Ort: <\/b><br \/>\n<b>Uferstudio 1 <\/b>Uferstr. 8\/23 13357 Berlin<\/div>\n<div>\n<hr \/>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Titelfoto<\/strong> \u00a9 D-Hartwig<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besuch\u00a0 am 14. 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