{"id":3084,"date":"2026-05-30T16:26:59","date_gmt":"2026-05-30T14:26:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/?p=3084"},"modified":"2026-05-30T16:26:59","modified_gmt":"2026-05-30T14:26:59","slug":"rechnen-zeichnen-reden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/2026\/05\/30\/rechnen-zeichnen-reden\/","title":{"rendered":"Rechnen, Zeichnen, Reden"},"content":{"rendered":"\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zur Geschichte der Datenverarbeitung im langen 19. Jahrhundert.<\/strong> Volker K\u00f6hler (HG.)<br \/>Erschienen im transcript-verlag in der Reihe Edition Medienwissenschaft <br \/><br \/><strong>Print<\/strong>, 192 Seiten ISBN 978-3-8376-8253-3<br \/><strong>E-Book (PDF)<\/strong>, 192 Seiten ISBN 978-3-8394-7856-1 <br \/><br \/><strong>\u2026 aus der Verlagsank\u00fcndigung:<\/strong><br \/><br \/>\u201eDaten sind allgegenw\u00e4rtig: Staaten und private Unternehmen sammeln sie, Individuen geben sie teils gern, teils widerwillig her. In den falschen H\u00e4nden sch\u00fcren sie Angst, in den richtigen H\u00e4nden Hoffnung. Doch wann begann die Geschichte der Daten? Die Beitr\u00e4ger*innen werfen aus kultur-, wissens- und technikhistorischer Perspektive einen Blick auf das 19. Jahrhundert. Anhand von Fallbeispielen stellen sie fest, dass das Verh\u00e4ltnis von Staat und Individuum sowie von Gesellschaft und Natur auch auf Grundlage von Datenerhebungen und -interpretation seine moderne Form erhielt \u2013 und dass diese nicht nur digital und numerisch, sondern auch als Text und Bild Bedeutung erlangte.\u201c<br \/><br \/><strong>Rezension:<\/strong> <br \/><br \/>Bei dem zu rezensierenden Band handelt sich um eine Zusammenstellung einzelner Beitr\u00e4ger zu dem zu untersuchenden Thema, \u2026 die da sind:<br \/><br \/>\u00bbMehr Data\u00ab? Ans\u00e4tze zu einer Datengeschichte des 19. Jahrhunderts Eine Einleitung Volker K\u00f6hler <br \/>Maschinen, die rechnen. Die Automatisierung der Kopfarbeit De Prony \u2013 Babbage\/Lovelace \u2013 Turing Christian Schr\u00f6ter &#8230;<br \/><br \/>Von Baumdaten zu Datenw\u00e4ldern Eine Umweltgeschichte der Informationsverarbeitung im Ausklang des langen 19. Jahrhunderts Martin Schmitt<br \/>\u00bbTote Seelen\u00ab Zur statistischen Problematik der Klassifikation von Tod und Leben im 19. Jahrhundert Nina Kreibig &#8230;<br \/><br \/>Erfassung und Verarbeitung Bildungsdaten in Schulprogrammen des 19. Jahrhunderts Viktoria Gr\u00e4be <br \/>Verr\u00e4umlichte Zeit und verzeitlichter Raum Die Entstehung beweglicher Datentr\u00e4ger und dynamischer Grenzen im Deutschen Reich um 1900 \u2026 Philipp Kr\u00f6ger<br \/><br \/>Uniformen und Ausr\u00fcstung als Verwaltungsdaten Die Beispiele Hessen-Darmstadt und Bayern ca. 1770\u20131870 &#8230;<br \/><br \/>Von Daten und (ihren) Grenzen Zur Bedeutung und Methodik der Medizintopographie in der territorialen Expansion der USA um 1850 Julia Engelschalt &#8230;\u201c<br \/><br \/>\u201eDer vorliegende Band versteht sich als Baukasten, der verschieden f\u00f6rmige Ans\u00e4tze einer Datengeschichte anbieten m\u00f6chte und in dessen Zentrum die Empirie steht. Dieser Leitlinie folgend, setzt er sich aus Aufs\u00e4tzen aus verschiedenen Teildisziplinen \u2013 der Wissens-, Technik, Medizin-, Schul-, und Kulturgeschichte \u2013 zusammen. Der Zeitraum dieser Beitr\u00e4ge umfasst dabei das sehr lange 19. Jahrhundert, w\u00e4hrend der r\u00e4umliche Fokus auf West- und Mitteleuropa, mit einem Abstecher in die USA, liegt. \u201c (8)<br \/><br \/>\u201e \u2026 An dieser Stelle sind die wissenssoziologischen, -philosophischen, \u2013 und anthropologischen Arbeiten von Hans-J\u00f6rg Rheinberger und Bruno Latour zu nennen, welche die soziokulturellen Rahmenbedingungen der Faktenproduktion bereits in den 1980er, 1990er und 2000er Jahren beleuchteten und deren Erkenntnisse auch wegweisend f\u00fcr eine historisch Datenforschung waren. \u2026 \u201e(10) <br \/><br \/>\u201e\u2026 Latour und Rheinberger nehmen v.a. ihre zeitgen\u00f6ssischen naturwissenschaftlichen Forschungen in den Blick und betonen die sozial und kulturell konstruierten Rahmenbedingungen naturwissenschaftlicher Erkenntnisse. Beispielsweise seien Messungen im Labor nicht als objektive Fakten zu werten, sondern ebenfalls den sozialen Rahmenbedingungen unterworfen, so Latour in seiner bewusst pointierten Zuspitzung der Beobachtungen, die er als Anthropologe im Forschungslabor gewann.\u201c ,,,(10)<br \/><br \/>\u201e&#8230;Auch Friedrich Kittlers medienwissenschaftliche Arbeit \u00fcber \u00bbAufschreibesysteme 1800\/1900\u00ab ist an dieser Stelle als eine wichtige Grundlage f\u00fcr eine Datengeschichte des 19. Jahrhunderts zu nennen, r\u00fcckt sie doch die technologischen Bedingungen und M\u00f6glichkeiten in den Vordergrund, die Datensammlung und -interpretation \u00fcberhaupt erm\u00f6glichten\u2026.\u201c (10)<br \/><br \/>\u201e \u2026 Es bleibt zu fragen, inwiefern diese Erkenntnisse einer philosophischen und anthropologischen Forschung auch auf das 19. Jahrhundert anwendbar sind. Sie bilden in jedem Fall den Ausgangspunkt f\u00fcr alle praxeologischen \u00dcberlegungen zur Datenerhebung und \u2013 verarbeitung, auch aus historischer Perspektive. \u201e \u2026 (10)<br \/><br \/>Es ist also \u201e &#8230;ein weites Feld.\u201c<br \/><br \/>\u201eAlle Beitr\u00e4ge eint dabei ein \u00e4hnlicher Befund: Dass es sich lohnt, die Praktiken der Datenverarbeitung im Einzelnen zu betrachten, dass an verschiedenen Orten verschiedene spezifische L\u00f6sungen zur Datenverarbeitung erschaffen wurden und dass diese nicht immer reflektiert, sondern manchmal pfadabh\u00e4ngig, manchmal nahezu zuf\u00e4llig, angewandt wurden. Dies scheint zusammenfassend betrachtet, das Signum des europ\u00e4ischen 19. Daten-Jahrhunderts zu sein. \u2026 \u201e (17)<br \/><br \/>Bei dieser Art der Besprechung eines Tagungsbandes kann nur das Ziel der Arbeit benannt und auf den allgemeinen Inhalt hingewiesen werden. Deshalb hier nur die allgemeine Bewertung. Das Buch gibt einen guten \u00dcberblick \u00fcber wesentliche Schritte die historisch gesehen zu einem Aufbau einer Wissensbasis f\u00fchren, die die \u00dcberschaubarkeit von Datensammlungen durch eine Zusammenstellung wesentlichen Inhalte der einzelnen Texte f\u00fchrt, um durch Vergleich und Gesamtbewertung damit einen m\u00f6glichst geschlossenen Blick auf die Entwicklung der Aufgabe darstellt.<br \/><br \/>Die einzelnen Beitr\u00e4ge beschreiben anschaulich wie in der beginnenden Periode der Neuzeit, die Bedeutung der Sammlung von Datensammlungen kontinuierlich steigt, wie deren Bedeutung mehr und mehr f\u00fcr die weitere Entwicklung erkannt wird und neue Verfahren f\u00fcr deren Verarbeitung erforderlich werden, F\u00fcr die Darstellung der Aussagen daraus wird die Entwicklung einer eigenen neuen Wissenschaft erforderlich, der Statistik. <br \/><br \/>Die Geschichte dieser Entwicklung kann in diesen Texten gut nachvollzogen werden..<br \/><br \/><strong>Dr. Peter Dahms<\/strong> [www.Dahms-Projekt.de\/wordpress] <br \/><br \/><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur Geschichte der Datenverarbeitung im langen 19. 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