{"id":2758,"date":"2024-04-18T12:35:04","date_gmt":"2024-04-18T10:35:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/?p=2758"},"modified":"2024-04-18T12:42:14","modified_gmt":"2024-04-18T10:42:14","slug":"choreophonien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/2024\/04\/18\/choreophonien\/","title":{"rendered":"Choreophonien"},"content":{"rendered":"<p>Julia Ostwald<br \/>\n<strong>&#8222;Choreophonien&#8220;<\/strong><br \/>\nKonstellationen von Stimme und K\u00f6rper im Tanz<br \/>\nder Moderne und der Gegenwart<!--more--><\/p>\n<p>Erschienen in der Reihe <strong>\u201eTanzScripte\u201c<\/strong> im April 2024 im <strong>transcript Verlag<\/strong>, Bielefeld <strong><em>OPEN ACCES<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Print-ISBN: 978-3-8376-6844-5 PDF-ISBN: 978-3-8394-6844-9<\/p>\n<p><strong>Julia Ostwald (Dr. phil.)<\/strong> ist Tanzwissenschaftlerin und arbeitet als Universit\u00e4tsassistentin f\u00fcr Gender Studies an der Universit\u00e4t f\u00fcr Musik und darstellende Kunst Wien. Ihr Interesse in Lehre und Forschung gilt historischen und gegenw\u00e4rtigen K\u00f6rperpolitiken, Voice und Sound Studies, der Performativit\u00e4t des Atmens sowie transkulturellen Inszenierungen von Gender im Kontext von Tanz, Choreographie und performativen K\u00fcnsten.<\/p>\n<p><strong>\u2026 aus der Verlagsank\u00fcndigung:<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie Stimme stellt eine konstitutive, aber vernachl\u00e4ssigte Kategorie im Denken \u00fcber Tanz dar. Anhand von Fallstudien aus dem modernen und zeitgen\u00f6ssischen euroamerikanischen B\u00fchnentanz untersucht Julia Ostwald diverse Stimm-K\u00f6rper-Konstellationen, die kanonisierten Setzungen von Tanz als stummer Kunstform entgegenlaufen. Mithilfe der Denkfigur der Choreophonie analysiert sie spezifische Verschr\u00e4nkungen von \u00e4sthetischen Verfahren, sinnlichen Wahrnehmungen und ihren mikropolitischen Dimensionen. Somit erschlie\u00dft sie ein tanzwissenschaftliches Forschungsfeld, das nicht nur Impulse f\u00fcr Theorie und Praxis der performativen K\u00fcnste, sondern auch f\u00fcr die Gender und Queer Studies gibt.\u201c [transcript-verlag]<\/p>\n<p><strong>Rezension:<\/strong><br \/>\nIn der Einleitung zu ihrer Arbeit beschreibt die Autorin ihre Gedanken und Absichten zum bearbeiteten Thema folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<p><strong>\u201eDenkfigur Choreophonie:<\/strong><\/p>\n<p>\u201eUm in dem komplexen Geflecht von Konstellationen von K\u00f6rper und Stimme zu navigieren, schlage ich die Denkfigur der Choreophonie vor. Damit soll keinesfalls eine wie auch immer geartete \u203aGattung\u2039 von Choreographien der Stimme definiert werden. Choreophonie ist vielmehr ein provisorischer Begriff, der Stimme und K\u00f6rper im Kontext von Tanz und Choreographie im Verbund adressiert. Als Denkfigur zielt Choreophonie darauf ab, die Vorschachtelungen vokaler K\u00f6rper und choreographierter Stimmen in immer wieder neuen Gef\u00fcgen wahrzunehmen. Choreophonie ist entsprechend im Plural zu denken. In der Verbindung von chor\u00f3s als altgriechisch Tanzplatz, Reigen, Tanz und der Stimme im weiten Sinn von phon\u00e9 r\u00fccken mit der Denkfigur die materiellen Modellierungen und Beziehungen zwischen K\u00f6rpern, Stimmen,Bewegungen und R\u00e4umen ins Zentrum der Aufmerksamkeit\u2026.\u201c<strong> (37)<\/strong><\/p>\n<p>\u2026. und f\u00fchrt im Folgenden mit Vielzahl von ausf\u00fchrlichen Beispielen zu diesem Thema weiter aus, wie sich Choreographen und Tanzschaffende in den vergangenen Jahren und bis in die Gegenwart diesem Thema zuwandten und ihre Meinung dazu in ihren Arbeiten darstellten und begr\u00fcndeten.<\/p>\n<p>\u201eW\u00e4hrend die Beziehung von Bewegen, Sprechen und Singen des griechischen Trag\u00f6dienchors historisch durch die westliche Trennung der K\u00fcnste aufgehoben wurde und der Chor nur noch als Residuum im Opernchor beziehungsweise im corps de ballet existierte, kann im fr\u00fchen 20. Jahrhundert sowie seit den 1990er Jahren eine Wiederentdeckung von theatralen chorischen Bewegungs- und Stimmk\u00f6rpern konstatiert werden, die disziplin\u00e4re Trennungen unterlaufen.\u201c <strong>(134)<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie Studie ist ausgegangen von der These einer eklatanten Vernachl\u00e4ssigung theoretisch- historischer Untersuchungen zur Stimme im Tanz, die in starkem Kontrast steht zur Vielfalt vokaler Verfahren in choreographischen Arbeiten der Tanzmoderne und -gegenwart. Dabei wurde eine Perspektive vorgeschlagen, die Praktiken der Gegenwart zu solchen der Moderne als Konstellationen in Bezug zueinander setzt. In diesem Ansatz spiegelt sich einerseits die Feststellung,dass die Stimme im modernen Tanz (wieder) laut geworden ist,andererseits derBe?und,dass die Tanzmoderne sich gegenw\u00e4rtig in einem prek\u00e4ren \u00dcbergangsmoment zum (institutionalisierten) kulturellen Ged\u00e4chtnis befindet, der die M\u00f6glichkeit einer Revision tanzhistoriographischer Setzungen \u00f6ffnet. Statt kanonisierte Narrationen zu wiederholen, sollten \u00fcber diesen diskontinuierlichen Ansatz bisher unbeachtete Beziehungen, Verbindungen, Resonanzen und Br\u00fcche erkennbar gemacht werden. Dabei bin ich davon ausgegangen, dass nur anhand detaillierter Analysen singul\u00e4rer Performances und ihrer je spezifischen Modellierungen von K\u00f6rpern und Stimmen Aussagen zu historisch-kulturell wandelbaren Bedeutungen vokaler Choreographien und ihrem mikropolitischen Verm\u00f6gen getroffen werden k\u00f6nnen. \u00dcbergreifend habe ich die Denkfigur der Choreographie vorgeschlagen, auf die hier abschlie\u00dfend vor dem Hintergrund der zehn betrachteten Produktionen noch einmal zur\u00fcckgekommen werden soll.\u201c<strong> (265)<\/strong><\/p>\n<p>Die Arbeit schlie\u00dft mit einem umfangreichen Anhang der verwendeten Literatur und einschl\u00e4gigen B\u00fcchern und Artikeln sowie Archivquellen und dem Hinweis auf einschl\u00e4gige \u201eAudiovisuelle Medien\u201c zum Thema.<\/p>\n<p>Es ist dabei jedoch zu bedenken, dass bei der Archivierung der <strong>Choreografie<\/strong> etablierte Aufzeichnungtechniken und -verfahren zur Verf\u00fcgung stehen, die sich ausschlie\u00dflich auf papierner Basis erstellen und weitergeben und archivieren lassen, w\u00e4hrend f\u00fcr die <strong>Choreophonie<\/strong>, wie sie hier vorgestellt wird, sich zum gr\u00f6\u00dften Teil keine papiernen Formate erstellen lassen. Hierzu sind technische, elektronische Aufzeichnung und Wiedergabeeinrichtungen erforderlich, die zwar vorhanden sind, aber eben moderner Art sind und anders sind als die etablierten Techniken der heutigen Choreografie.<\/p>\n<p><strong>Peter Dahms<\/strong> [www.Dahms-Projekt.de\/wordpress]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Julia Ostwald &#8222;Choreophonien&#8220; Konstellationen von Stimme und K\u00f6rper im Tanz der Moderne und der Gegenwart<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2759,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,3],"tags":[],"class_list":["post-2758","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-meinungen","category-rezliteratur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2758","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2758"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2758\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2766,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2758\/revisions\/2766"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2759"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2758"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2758"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2758"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}