{"id":2517,"date":"2023-03-25T14:35:44","date_gmt":"2023-03-25T13:35:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/?p=2517"},"modified":"2023-03-25T14:44:31","modified_gmt":"2023-03-25T13:44:31","slug":"publikumsbeobachtung-im-digitalen-wandel-von-karsten-pieper","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/2023\/03\/25\/publikumsbeobachtung-im-digitalen-wandel-von-karsten-pieper\/","title":{"rendered":"&#8222;Publikumsbeobachtung im digitalen Wandel&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Massenmedien und Verdatung am Beispiel publizistischer Printmedien von Karsten Pieper<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em><strong>Erschienen im transcript-verlag in der Reihe \u201eArbeit und Organisation\u201c am 27. Februar 2023<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Print<\/strong>, 248 Seiten kart.,ISBN 978-3-8376-6609-0<br \/>\n<strong>E-Book (PDF)<\/strong>, 248 Seiten 3 ISBN 978-3-8394-6609-4<\/p>\n<p><strong>Karsten Pieper, geb. 1991,<\/strong><\/p>\n<p>promovierte an der Bielefeld Graduate School in History and Sociology der Universit\u00e4t Bielefeld zur Digitalisierung von Zeitungsredaktionen und zum digitalen Wandel ihrer Publikumsbeobachtung.<\/p>\n<p><strong>\u2026 aus der Verlagsank\u00fcndigung:<\/strong><br \/>\nMassenmedien beobachten ihr Publikum genau \u2013 und haben hierzu durch Internet und digitalen Wandel schier unbegrenzte M\u00f6glichkeiten. Dies wirkt sich allerdings auch auf ihre organisationalen Binnenverh\u00e4ltnisse aus. Karsten Pieper untersucht diese Entwicklungen und begreift die Publikumsbeobachtung dabei als eine nach innen verlaufende Organisationsbeobachtung, die neue M\u00f6glichkeiten des Vergleichens, Bewertens und Legitimierens erlaubt. Er zeigt auf, wie dadurch Wettbewerb und Konkurrenz zwischen den Massenmedien gesteigert sowie interne Restrukturierungs- und Transformationsprozesse innerhalb der Unternehmen angesto\u00dfen werden.<br \/>\n<strong>[transcript verlag]<\/strong><\/p>\n<p><strong>Rezension:<\/strong><br \/>\nEinf\u00fchrend definiert der Autor die aktuelle Vorgehensweise an M\u00f6glichkeiten des Erfassens, Vermessens und Verdatens des Publikums f\u00fcr den Bereich der Printmedien, das er in seiner vorliegenden Dissertation zum Thema macht und eine Vorgehensweise entwickelt zur L\u00f6sung des Problems.<\/p>\n<p>Die Frage aktuell stellt sich in der Form: \u201e&#8230;was f\u00fcr die Massenmedien stets die Frage aufwirft, wie viele Zuschauerinnen und Zuschauer, Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer und Leserinnen und Leser sie mit ihrem Angebot \u00fcberhaupt erreichen und inwiefern dieses auf Interesse st\u00f6\u00dft.\u201c und er stellt weiter fest:<\/p>\n<p>\u201eW\u00e4hrend sich im Fernsehen mit der Einschaltquote ein Standard der Publikumsmessung etabliert hat und erste kontinuierliche Fernsehnutzungsmessungen in Deutschland bereits seit 1963 erfolgen, waren f\u00fcr das Radio und die Printmedien entsprechende M\u00f6glichkeiten der Publikumsbeobachtung stets stark eingeschr\u00e4nkt. Besonders f\u00fcr den Print-Bereich waren solch systematische Publikumsmessungen technisch bedingt schlichtweg nicht m\u00f6glich. Bis auf die Anzahl der verkauften Auflagen und unsystematischem Publikumsfeedback (Leserbriefe, vereinzelte Befragungen, Leserschaftsanalysen und aufwendige Readerscans) standen den Zeitungsredaktionen keine Informationen und Angaben zu Verf\u00fcgung, welche Artikel oder Teile der Zeitung gelesen wurden\u201c(14)<\/p>\n<p>F\u00fcr diese Situation entwickelt er in der vorliegenden Arbeit einen L\u00f6sungsweg bzw. eine Vorgehensweise, um aus dieser Situation herauszukommen und die Handlungsweise bei der Entwicklung von Presseerzeugnissen und dessen Informationswert an den Bedarf b.z.w. an die Akzeptanz des Publikums anzupassen sowie den Bedarf an Information genauer zu ermitteln um die relevanten Presseerzeugnisse besser daf\u00fcr weiter zu entwickeln und entsprechend anzubieten.<\/p>\n<p>\u201eDurch das Vorhandensein von (vorher nicht vorhandenen) Daten entstehen neue Praktiken des Beobachtens, Vergleichens und Bewertens. Ausschlaggebend hierf\u00fcr sind quantifizierte Leistungsindikatoren wie Ratings, Rankings, Scores oder Screenings: \u00bbDaten zeigen an, wo eine Person, ein Produkt, eine Dienstleistung oder Organisation steht, sie leiten Bewertungen und Vergleiche an\u201c(13)<br \/>\n\u201eJene Vermessung und Verdatung der Gesellschaft (siehe auch S\u00fcssenguth 2015) stehen im Mittelpunkt dieser Arbeit. Dabei wird ein spezifischer gesellschaftlicher Teilbereich betrachtet: Die Massenmedien und ihre vorrangig durch Quantifizierung, also durch statistische Daten, vermittelte Beziehung zum Publikum. Die modernen Massenmedien (Fernsehen, Radio und Printmedien) k\u00f6nnen insofern als ein Vorreiter der Vermessung und Verdatung angesehen werden, als dass sie schon immer \u2013 auch vor der gesellschaftsweiten Digitalisierung \u2013 hochgradig an M\u00f6glichkeiten des Erfassens, Vermessens und Verdatens des Publikums interessiert waren. So sind sie einerseits bereits aus wirtschaftlicher Sicht auf ein zusehendes, zuh\u00f6rendes oder lesendes Publikum angewiesen. Auf der anderen Seite stehen sie bedingt durch die Struktur der Massenkommunikation einem anonymen, potenziell unbegrenzten, fluktuierenden und unbekannten Publikum gegen\u00fcber, was f\u00fcr die Massenmedien stets die Frage aufwirft, wie viele Zuschauerinnen und Zuschauer, Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer und Leserinnen und Leser sie mit ihrem Angebot \u00fcberhaupt erreichen und inwiefern dieses auf Interesse st\u00f6\u00dft.\u201c(14)<br \/>\nDie Aufgabe der zu verbessernden Vorg\u00e4nge beschreibt er folgenderma\u00dfen: \u201eDer Begriff der Publikumsbeobachtung beschreibt die Prozesse einer Massenmedienorganisation, mit denen die Rezeptionsvorg\u00e4nge und die Nutzungsgewohnheiten des Publikums in Form von quantifizierten Daten erfasst, aufbereitet und f\u00fcr systeminterne Operationen (Entscheidungen) anschlussf\u00e4hig gemacht werden.(28)<\/p>\n<p>und \u201eDie Publikumsbeobachtung der Massenmedien kann auf Organisationsebene als ein Geschehen verstanden werden, welches durch <strong>drei zentrale Prozesse gekennzeichne<\/strong>t ist:<\/p>\n<p><strong>1.) der Datenerhebung, 2.) dem Datenumgang und 3.) der Datennutzung\u201c(29)<\/strong><\/p>\n<p>\u201eNachdem sich ausgehend von der Theorie der Publikumsinklusion mit der quantifizierten<br \/>\nPublikumsbeobachtung auf Organisationsebene besch\u00e4ftigt (Kap. 2) und im Anschluss daran das Verh\u00e4ltnis von Organisation, Quantifizierung und Digitalisierung genauer betrachtet wurde (Kap. 3), stellt dieses Kapitel den konkreten empirischen Forschungsgegenstand vor: Zeitungsredaktionen und deren Publikumsbeobachtung unter digitalen Infrastrukturen.\u201c (71)<\/p>\n<p>\u201eWie und mit welchen Folgen konkrete Fernseh- und Radiosender oder Zeitungen ihr Publikum \u2013 vor allem im Kontext ihrer Internetdistribution \u2013 beobachten und welche Auswirkungen die Beobachtungsergebnisse auf das organisationale Geschehen haben, stellt nach wie vor ein empirisches Forschungsdefizit im deutschsprachigen Raum dar.\u201c(103)<br \/>\n\u201eDer konkrete empirische Untersuchungsgegenstand der Arbeit sind Zeitungsredaktionen,<br \/>\ndie die M\u00f6glichkeiten der Online-Distribution nutzen, dabei entsprechende Nutzungsdaten redaktionsintern verarbeiten und sich mithilfe dessen ein Bild von ihrem Publikum machen. Oder anders formuliert: Zeitungsredaktionen, die die M\u00f6glichkeiten der Publikumsbeobachtung und Online-Verdatung sowie &#8211; Analyse unter digitalen Infrastrukturen nutzen.\u201c(109)<br \/>\n\u201eIm Mittelpunkt der Arbeit standen die Publikumsbeobachtung der Massenmedien und ihre neuen M\u00f6glichkeiten der Beobachtung und Verdatung des Publikums im Internet. Hervorgehoben wurde dabei die Organisationsebene von Massenmedien.Im Besonderen wurde der Frage nachgegangen, welchen Stellenwert die Verdatungsm\u00f6glichkeiten im Netz f\u00fcr die Medienorganisationen (vor allem Zeitungsredaktionen) haben. Hiermit verbunden war die Annahme, dass jene neuen M\u00f6glichkeiten der Beobachtung und Verdatung des Publikums \u00e4u\u00dferst bedeutsam f\u00fcr die Massenmedien sind, einen tiefgreifenden Einfluss auf die Medienorganisationen haben und einen einschneidenden Wandel markieren.\u201c (223)<\/p>\n<p>Der Autor beschreibt in seiner Untersuchung in aller Ausf\u00fchrlichkeit die aktuelle Situation der Massenmedien im Printbereich vergleichend mit dem Onlinebereich im Verh\u00e4ltnis von Erzeuger zum Rezipienten in ausf\u00fchrlicher Breite. Er fokussiert darin besonders auf die pr\u00e4gnanten Unterschiede in beiden Bereichen in den Kenntnissen \u00fcber deren jeweilige Zielgruppen und entwickelt daraus angepasste Organisationsformen zur Verbesserung der Effektivit\u00e4t der Arbeit besonders f\u00fcr den Printbereich.<\/p>\n<p>Das Buch ist sehr gut lesbar und die Argumente detailliert nachvollziehbar womit es sich als gute Vorlage f\u00fcr Optimierungen und die Entwicklung besserer Verfahren in den angesprochenen Bereichen anbietet.<\/p>\n<p><strong>Peter Dahms<\/strong> [www.Dahms-Projekt.de\/wordpress]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Massenmedien und Verdatung am Beispiel publizistischer Printmedien von Karsten Pieper<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2518,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,3],"tags":[],"class_list":["post-2517","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-meinungen","category-rezliteratur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2517","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2517"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2517\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2523,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2517\/revisions\/2523"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2518"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2517"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2517"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2517"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}