{"id":2397,"date":"2022-08-20T09:47:10","date_gmt":"2022-08-20T07:47:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/?p=2397"},"modified":"2022-08-20T10:07:04","modified_gmt":"2022-08-20T08:07:04","slug":"in-der-plattformfalle-von-geert-lovink","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/2022\/08\/20\/in-der-plattformfalle-von-geert-lovink\/","title":{"rendered":"&#8222;In der Plattformfalle&#8220; von Geert Lovink"},"content":{"rendered":"<p><strong>Pl\u00e4doyer zur R\u00fcckeroberung des Internets<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><strong>Erschienen<\/strong> in der Reihe \u201e<strong>Digitale Gesellschaft<\/strong> \u201c als Band 52 im August 2022<\/p>\n<p><strong>Print<\/strong> August 2022, 232 Seiten <strong>ISBN<\/strong>: 978-3-8376-6333-4<br \/>\n<strong>E-Book PDF<\/strong> August 2022, 232 Seiten <strong>ISBN:<\/strong> 978-3-8394-6333-8 Dateigr\u00f6\u00dfe: 1.7 MB<\/p>\n<p><strong>Geert Lovink<\/strong><\/p>\n<p>\u2026 ist Professor f\u00fcr Kunst und Netzwerkkulturen am Fachbereich Kunstgeschichte der Universiteit van Amsterdam. Der niederl\u00e4ndische Medientheoretiker, Internetkritiker und Autor ist Gr\u00fcnder des Institute of Network Cultures in Amsterdam und hat zahlreiche B\u00fccher zu Kritik und Kultur der Neuen Medien publiziert<br \/>\n.<br \/>\n<strong>\u2026 aus der Verlagsank\u00fcndigung:<\/strong><br \/>\n\u201eWir sitzen alle in der Plattformfalle! Doomscrolling ist die neue Normalit\u00e4t des digitalisierten 24\/7-Online-Lebens und scheinbar abh\u00e4ngig von gro\u00dfen Plattformen finden wir nicht mehr ins unbeschwerte Zeitalter dezentraler Netzwerke zur\u00fcck: Zoom-M\u00fcdigkeit, Cancel Culture, Kryptokunst und psychische Regression bilden die zentralen Elemente einer allgemeinen Theorie der Plattformkultur. Geert Lovink zeigt auf, wie wir in dieser Kultur das Internet zu unseren Bedingungen zur\u00fcckgewinnen k\u00f6nnen. Er zeichnet eine r\u00fcckfallbest\u00e4ndige Geschichte vom Aufstieg von Plattformalternativen nach, die auf einem tiefen Verst\u00e4ndnis des digitalen Abstiegs beruht.\u201c<\/p>\n<p><strong>REZENSION:<\/strong><\/p>\n<p>Geert Lovink ist als ausgewiesener Fachmann f\u00fcr den Bereich des Internets, der Kommunikationsplattformen und der darin arbeitenden Kommunikationsdienste, die das Internet f\u00fcr ihre \u201eGesch\u00e4ftst\u00e4tigkeiten\u201c nutzen und davon profitieren, dass es viele Technikinteressierte und \u201eKommunikationbed\u00fcrftige\u201c bev\u00f6lkern. Geert Lovink hat mehrere B\u00fccher \u00fcber diese Themen geschrieben und zwei von Ihnen, bei transcript erschienen: \u201eIm Bann der Plattformen\u201c im Jahre 2017 und \u201eDigitaler Nihilismus\u201c im Jahr 2018, wurden hier schon vorgestellt und rezensiert.<\/p>\n<p>Das nun neu bei transcript erschienene Buch \u201eIn der Plattformfalle\u201c befasst sich mit der Benutzung der Internetdienste wie \u201eFacebook\u201c \u201eTwitter\u201c und \u201eInstagram\u201c, um nur die gr\u00f6\u00dften darunter zu benennen, und wie sich daraus die Abh\u00e4ngigkeiten darin bzw. daf\u00fcr entwickeln, und gezielt erzeugt wurden und weiterhin werden.<\/p>\n<p>Einf\u00fchrend beschreibt er das Gesch\u00e4ftsmodell der Plattformen und wie sie sich entwickelt haben, aus welchen Quellen sie sch\u00f6pfen und wie sich deren Gesch\u00e4ftsmodell aus der Benutzung durch die User und deren finanziellen Beitrag entwickelt hat. Im ersten Kapitel geht er auf das Programm ZOOM ein, dass sich durch CORONAR ausgebreitet hat und kritisiert, dass hier der Teilnehmer zur Funktion wird und entpersonifiziert zu einem Unterprogramm wird, das sich als ein Bild in einem Raster materialisiert. Jede Individualit\u00e4t geht dabei verloren und wird durch eine Softwareroutine ersetzt.<\/p>\n<p>Er sieht durchaus, dass f\u00fcr die heute real existierenden Plattformen erhebliche materielle und finanzielle Mittel erforderlich waren und sind, f\u00fcr den Aufbau und den Betrieb der technischen und organisatorischen Einrichtungen. Er weist jedoch darauf hin, dass der User durch seine Aktivit\u00e4ten und die Benutzung der Dienste und Infrastrukturen die Voraussetzungen f\u00fcr die Bildung von Plattformen, deren finanzielle Basis ihre weltweiten M\u00e4rkte geschaffen hat und jetzt dadurch jedoch in eine \u201eUnm\u00fcndigkeit\u201c gefangen wurde. Die Plattformen bestimmen jetzt die Funktion und die Abl\u00e4ufe in den Plattformen und kumulieren ihre finanzielle Entwicklung und weltweite Einflussnahme weiterhin.<\/p>\n<p>In einem abschlie\u00dfenden Kapitel fasst er die derzeitige Situation noch einmal zusammen und schl\u00e4gt vor, wie die Plattformen reorganisiert werden k\u00f6nnten, indem die Benutzer sich auf ihr Recht zur Unabh\u00e4ngigkeit berufen und sich von den Plattformen l\u00f6sen und demokratische Strukturen aufbauen. Da die Reorganisation jedoch erhebliche finanzielle Mittel erfordern w\u00fcrde, sieht er eine M\u00f6glichkeit in der Demokratisierung der Internets, d.h. der Staat baut die Infrastrukturen auf und stellt sie den Akteuren unverbindlich zur Benutzung zur Verf\u00fcgung. Das Ziel sollte dann nicht Kapitalkumulierung und Einflussnahme sein, sondern Vielfalt der Meinungen sein.<\/p>\n<p>H\u00f6rt sich Alles sehr vern\u00fcnftig an, macht jedoch den Eindruck eines letzten Hilferufs auf dem Wege zum Untergang bzw. der Unm\u00fcndigkeit. F\u00fcr ein Umlenken der Lawine gibt es wohl nur noch wenig reale M\u00f6glichkeiten. Dazu geh\u00f6rt die Einsicht der User in ihre Abh\u00e4ngigkeit, der Gedanke einer Existenz ohne die Plattformen und die Usergemeinschaft ohne die scheinbare Aussicht schnellen Reichtums oder Einflusses. Schade Drum, der Gedanke einer Rekonstruktion und Demokratisierung ist verlockend.<\/p>\n<p><strong>Peter Dahms<\/strong> [www.Dahms-Projekt.de\/wordpress]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pl\u00e4doyer zur R\u00fcckeroberung des Internets<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2401,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,3],"tags":[],"class_list":["post-2397","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-meinungen","category-rezliteratur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2397","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2397"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2397\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2400,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2397\/revisions\/2400"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2401"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2397"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2397"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2397"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}