{"id":2083,"date":"2021-12-24T18:48:45","date_gmt":"2021-12-24T17:48:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/?p=2083"},"modified":"2022-01-22T19:08:58","modified_gmt":"2022-01-22T18:08:58","slug":"film-als-paedagogisches-setting","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/2021\/12\/24\/film-als-paedagogisches-setting\/","title":{"rendered":"&#8222;Film als p\u00e4dagogisches Setting&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Elvira Neuendank <\/strong>Ein Medium als Vermittlungs- und Vergegenw\u00e4rtigungsinstanz<!--more--><\/p>\n<p><em><strong>Erschienen<\/strong><\/em> beim<strong><em> transcript-Verlag<\/em><\/strong>, in der Reihe \u201e<strong>Film<\/strong>\u201cim Dezember 2021<\/p>\n<p>Print-<strong>ISBN 978-3-8376-6067-8 \/ <\/strong>PDF-<strong>ISBN 978-3-8394-6067-2<\/strong><\/p>\n<p><strong>Elvira Neuendank <\/strong>geb. 1984, ist Kultur- und Erziehungswissenschaftlerin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut f\u00fcr Allgemeine Erziehungswissenschaft und Berufsp\u00e4dagogik der TU Dortmund. Sie forscht und lehrt zu \u00e4sthetischer Bildung, Medien-, Film- und Erinnerungskultur sowie zu Fragen der Vermittlung in musealen Settings.<\/p>\n<p><strong>Dissertation,<\/strong> Fakult\u00e4t Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bildungsforschung, TU Dortmund, 2020<\/p>\n<p><strong>\u2026 aus der Verlagsank\u00fcndigung:<\/strong><\/p>\n<p>\u201eJeder Film beruht auf p\u00e4dagogischen Strukturierungen, denn Filme sind auf die Begegnung und Besch\u00e4ftigung mit dem Dargestellten hin angelegt. Gerade die Art und Weise, wie im Film Zug\u00e4nge zum Gezeigten erm\u00f6glicht werden, wie mediale Erfahrungsr\u00e4ume entstehen und Aufmerksamkeit gelenkt wird, entscheidet dar\u00fcber, wie der Film als Ort der Werte- und Wissensvermittlung gedacht werden kann. Elvira Neuendank untersucht den medialen Eigenwert von Filmen als p\u00e4dagogisches Setting, indem sie aus einer interdisziplin\u00e4ren Perspektive \u00c4sthetik, Kultur, Geschichte und Sozialit\u00e4t in Bezug zueinander diskutiert.\u201c<\/p>\n<p><strong>REZENSION:<\/strong><\/p>\n<p>Die Autorin betrachtet und analysiert Film-Produktionen aus der unmittelbaren Nachkriegszeit bis in die heutige Zeit, die sich mit der Zeit des Nationalsozialismus und den Verbrechen in dieser Periode besch\u00e4ftigen. Begriffe wie Holocaust, Verfolgung und Vernichtung von Unerw\u00fcnschten und Andersdenkenden durch die Akteure und die Angepassten. Weiterhin mit der sp\u00e4teren Aufarbeitung durch die nachfolgende Generation und die Relativierung der Schuld durch die T\u00e4ter und die Mitl\u00e4ufer des vergangenen Regimes.<\/p>\n<p>Das l\u00e4sst sich in den Filmen der Nachkriegszeit wegen der vielen \u00fcberkommenden Filmsequenzen und den Berichten von Zeugen und \u00dcberlebenden zu Filmen der Aufkl\u00e4rung, der Anklage und der Dokumentation f\u00fcr die Nachgeborenen und zur Anklage der \u00fcberlebenden T\u00e4ter in p\u00e4dagogischer Zielsetzung Instrumentalisieren.<\/p>\n<p>Die Art in der diese Filme entstehen, wie sie auf die Rezipienten, die Zuschauer und die bewusst Angesprochenen wirken sollen, l\u00e4sst sich durch die Art der Darstellung, der Verwendung von Originalsequenzen und begleitende Kommentare wirkungsvoll inszenieren. Die Autorin weist jedoch auch darauf hin, das f\u00fcr eine beabsichtigte Wirkung nicht die Abbildung der vergangenen Realit\u00e4ten allein ausreichend ist, sondern das jede Wirkung eines Werkes erst aus der Auswahl der einzelnen Szenen, dem Schnitt, den begleitenden Kommentaren und den Bezug zu vorliegenden Wissenselementen zu einer zu zeigenden Wirklichkeit konstruiert wird. Das muss nicht verfremden, rechtfertigen oder verf\u00e4lschen, sondern die Wirkung des gew\u00fcnschten Zieles der Aufkl\u00e4rung verst\u00e4rken oder erst im positiven Sinne konstruieren. Das ist es, was die Kunstform des Filmes als Aufkl\u00e4rung, Bericht oder auch nur als wertfreie Unterhaltung ausmacht.<\/p>\n<p>Da sich die Untersuchung nur mit einem relativ eng begrenzten Zeitraum befasst, fehlt hier doch, trotz des umfangreichen bearbeiteten Filmmaterials ein Hinweis auf das \u201eDavor\u201c und des \u201eDanach\u201c den Film betreffend. Welche Funktion hatten die, vom \u201eMinisterium f\u00fcr Propaganda\u201c gef\u00f6rderten Filme, wie z.B. \u201eJud S\u00fc\u00df\u201c, \u201eDer ewige Jude\u201c und auch \u201eHitlerjunge Quex\u201c an der Indoktrinierung und Konditionierung der Deutschen, wie erkl\u00e4rt sich die \u201eLiebe\u201c der Nachkriegsdeutschen zu \u201eHeimatfilmen\u201c und z.B. zu \u201eKarl May\u201c Verfilmungen. War das ein Akt der Verdr\u00e4ngung der \u00fcberlebten Vergangenheit?<\/p>\n<p>Die Arbeit ist eine interessante und detaillierte Untersuchung des Themas mit einem umfangreichen Quellennachweis, die die gestellten Fragen umfangreich begr\u00fcndet und nachvollziehbar bearbeitet.<br \/>\nDamit entstand eine gut lesbare Referenz, die zum Nachdenken anregt und sich als Nachschlagewerk zum Thema Aufarbeitung und als Information und Aufkl\u00e4rung f\u00fcr nachfolgende Generationen anbietet.<\/p>\n<p><strong>Peter Dahms<\/strong> [www.Dahms-Projekt.de\/wordpress]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Elvira Neuendank Ein Medium als Vermittlungs- und Vergegenw\u00e4rtigungsinstanz<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2084,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,3],"tags":[],"class_list":["post-2083","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-meinungen","category-rezliteratur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2083","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2083"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2083\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2113,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2083\/revisions\/2113"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2084"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2083"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2083"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2083"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}