{"id":202,"date":"2018-02-11T12:30:46","date_gmt":"2018-02-11T11:30:46","guid":{"rendered":"http:\/\/127.0.0.1\/wordpress\/?p=202"},"modified":"2018-02-24T10:15:51","modified_gmt":"2018-02-24T09:15:51","slug":"carmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/2018\/02\/11\/carmen\/","title":{"rendered":"Carmen"},"content":{"rendered":"<p><strong>CARMEN<\/strong> von <em>Georges Bizet<\/em> (1838 \u2013 1875) &#8211;<\/p>\n<p><strong>Besuch<\/strong> &#8211; Sa 20.01.2018 &#8211; Deutsche Oper Berlin<!--more--><\/p>\n<p><strong>Oper in vier Akten<\/strong><br \/>\n<strong>Libretto<\/strong> von Henri Meilhac und Ludovic Hal\u00e9vy nach der Novelle von Prosper M\u00e9rim\u00e9e<br \/>\n<strong>Urauff\u00fchrung<\/strong> am 3. M\u00e4rz 1875 in Paris<br \/>\n<strong>Premiere<\/strong> an der Deutschen Oper Berlin am 20. Januar 2018<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Musikalische Leitung<\/strong> Nikolas Maximilian N\u00e4gele<br \/>\n<strong>Inszenierung<\/strong> Ole Anders Tandberg<\/p>\n<p><strong>Mit:<\/strong><br \/>\n<strong>Carmen<\/strong> Irene Roberts<br \/>\n<strong>Mica\u00ebla<\/strong> Heidi Stober<br \/>\n<strong>Don Jos\u00e9<\/strong> Charles Castronovo<br \/>\n<strong>Escamillo<\/strong> Markus Br\u00fcck<!--more--><\/p>\n<p>&#8222;Carmen&#8220; ist die bekannteste und popul\u00e4rste Oper von Georges Bizet. Sie ist weltweit im Opernrepertoire vorhanden. Die Musik ist spritzig, feurig, leidenschaftlich, dramatisch, aber in einigen Passagen auch voller Melancholie. Die Geschichte dieses Werkes ist einfach erz\u00e4hlt. Hier treffen zwei Menschen aufeinander, die nicht gegens\u00e4tzlicher sein k\u00f6nnten. Auf der einen Seite, ein pflichtbewusster, bodenst\u00e4ndiger und zuverl\u00e4ssiger Soldat, n\u00e4mlich Don Jos\u00e9, auf der anderen Seite, die temperamentvolle, kokette, etwas leichtsinnige Carmen, Arbeiterin in einer Zigarrenfabrik. Es entwickelt sich eine Liebe, die von Anfang an zum Scheitern (sp\u00e4testens dann als der Stierk\u00e4mpfer Escamillo ins Spiel kommt) verurteilt ist und schlie\u00dflich mit dem Tod von Carmen endet. Ein Stoff, der den Regisseuren oder Regisseurinnen viele M\u00f6glichkeiten bietet, eine gef\u00e4llige Inszenierung zu erarbeiten mit dem dementsprechenden B\u00fchnenbild und den dazu passenden Kost\u00fcmen. Die Inszenierung hier an der Deutschen Oper Berlin stammt von S\u00f8ren Schuhmacher nach Peter Beauvais. Es ist eine Inszenierung, die am 11.\u00a05. 1979 Premiere hatte, jedoch am 8.\u00a03. 2009 nach einer \u00dcberarbeitung wieder uraufgef\u00fchrt wurde. Diese Wiederaufnahme von &#8222;Carmen&#8220; ist wirklich gegl\u00fcckt. (&#8230; schreibt Renate Dahms hier noch am 21. Mai 2015 \u00fcber die \u201eCarmen\u201c).<\/p>\n<figure id=\"attachment_298\" aria-describedby=\"caption-attachment-298\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-298 size-medium\" src=\"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Carmen-9972_CS2_b420-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Carmen-9972_CS2_b420-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Carmen-9972_CS2_b420-120x80.jpg 120w, https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Carmen-9972_CS2_b420.jpg 420w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-298\" class=\"wp-caption-text\">Foto:\u00a0\u00a9 Marcus Lieberenz<\/figcaption><\/figure>\n<p>Diese Begeisterung f\u00fcr die \u201eCarmen\u201c basiert auf der musikalischen Interpretation der Gesangsnummern d.\u00a0h. der Arien, eine Zuordnung, die der Komponist wohl nicht gut gehei\u00dfen h\u00e4tte. Seine Oper war ganz anders angelegt, als ein Musiktheater mit Beziehungsdramen und Gesellschaftskritik und floppte deshalb bei der Urauff\u00fchrung 1875. Erst die Uminterpretation in eine Oper mit rezitativen Einlagen machte sie mit ihren Melodien zur meist bekannten und gespielten Oper und die Melodien zu Gassenhauern..<br \/>\nEs fragt sich jedoch, welche Gedanken und Absichten heutige Regisseure umtreibt, wenn sie diese und andere romantische Opern als angestaubt und \u00fcberholt bewerten und in Konkurrenz zu heutigen Medienproduktionen treten will. Das Fernsehprogramm und auch die Portale \u00fcberziehen uns z.\u00a0B. mit den leidvollen Krimiserien, in denen als Einstimmung eine oder mehrere, mehr oder weniger verst\u00fcmmelte Leichen das Bild beherrschen, deren Verursacher und in der Szenenfolge von einer mehr oder weniger popul\u00e4ren Kriminalgruppe zur Strecke gebracht werden.<br \/>\nMuss denn nun die Operninszenierung dazu in Konkurrenz treten und mehr oder weniger drastische kriminelle, orgastische und sonst wie extreme Darstellungen in ihre Arbeit einf\u00fcgen oder zur Basis machen um das heutige Publikum zu fesseln? Das scheint doch meist nicht der Fall zu sein, man h\u00f6rt heute immer wieder Orgien von Buhrufen aus dem Publikum, wie es fr\u00fcher nicht oder selten geh\u00f6rt wurde. Man ging eben in die Oper um eine \u201aheile Welt\u2018 zu sehen, gute Musik zu genie\u00dfen oder einfach nur um romantischen Erz\u00e4hlungen zu lauschen.<br \/>\nDer Regisseur Ole Anders Tandberg, der uns schon mit seiner schl\u00fcssigen Inszenierung von \u201aLady Macbeth von Mzensk\u2018 in der Deutschen Oper bekannt ist, hat f\u00fcr diese Inszenierung ein einfaches B\u00fchnenbild gew\u00e4hlt. Auf der Drehb\u00fchne befindet sich eine schr\u00e4g noch oben laufende Trib\u00fcne mit Sitzb\u00e4nken wie in einem Stadion und an seiner R\u00fcckseite eine Wand aus simplen senkrechten St\u00e4ben. Damit kann sie auf der einen Seite wahlweise als Stierkampfarena, Bergversteck oder Zigarettenfabrik interpretiert werden und steht auf der R\u00fcckseite als eine mehr neutrale Position f\u00fcr die weiteren Szenen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_300\" aria-describedby=\"caption-attachment-300\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-300\" src=\"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Carmen-1576_CS2_b420-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Carmen-1576_CS2_b420-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Carmen-1576_CS2_b420-120x80.jpg 120w, https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Carmen-1576_CS2_b420.jpg 420w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-300\" class=\"wp-caption-text\">Foto: \u00a9 Marcus Lieberenz<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eingestimmt auf die Oper wird das Publikum schon, bevor sich der Vorhang hebt, mit einem wandf\u00fcllenden Bild, das einen ge\u00f6ffneten K\u00f6rper, in realistischer Darstellung mit zerst\u00fcckelten Eingeweiden zeigt. Dieses Motiv setzt sich \u00fcber den ganzen Verlauf der drei Akte fort. Dem Publikum wird ein \u201aSchlachthaus mit Musik\u2018 pr\u00e4sentiert. Die Handlung spielt, wie vom Libretto vorgegeben vor der Zigarettenfabrik und in der Stierkampfarena und wird fortgef\u00fchrt in den Bergen bei den Schmugglern. Diese handeln \u201aganz modern\u2018 nicht mit zollfreier Ware, sondern mit Fl\u00fcchtlingen, die hier von Mexiko in die USA geschleust werden sollen. Die Schmuggler betreiben jedoch besonders mit deren Eingeweiden einen florierenden Organhandel. Diese Organe werden dann auch ausf\u00fchrlich, auch mit der Zugabe von reichlich Blut, ausgiebig pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Das Beste an der Oper sind nat\u00fcrlich ihre Arien, die zur Beliebtheit der Oper wesentlich beigetragen haben. Die Rollen der beiden Paare Carmen mit Escamillo und Don Jos\u00e9 mit Michaela waren gut besetzt gut interpretiert. Das Orchester unter dem Dirigenten Nikolas Maximilian N\u00e4gele begann die Ouvert\u00fcre in einem ungew\u00f6hnlichen \u201aGalopp\u2018 und fand dann zur \u201aHarmonie\u2018 zur\u00fcck, das war nat\u00fcrlich so beabsichtigt. Insgesamt war die Oper musikalisch und gesanglich ein Erfolg und best\u00e4tigte mit dem Gesang und den Chornummern die Erwartungen, die man an diese Oper stellt. Vom Publikum wurde jede Demonstration von blutigen Eingeweiden und orgastischen Einlagen mit lautstarken Buhrufen quittiert, die dann auch den Beifall f\u00fcr die S\u00e4nger \u00fcbert\u00f6nten. Was noch st\u00f6rte, war die konsequente Interpretation der Kultur der \u201aZigeuner\u2018 als \u00fcberwiegend kriminell und unmoralisch. Das war dann doch stark einfallslos und diskriminierend.<\/p>\n<p><strong>Peter Dahms<\/strong> [Dahms-Projekt.de\/OpernInfo-Berlin.de]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>CARMEN von Georges Bizet (1838 \u2013 1875) &#8211; Besuch &#8211; Sa 20.01.2018 &#8211; Deutsche Oper Berlin<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":249,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-202","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-opernbesuche"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/202","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=202"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/202\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":301,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/202\/revisions\/301"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/249"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=202"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=202"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=202"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}