{"id":1854,"date":"2020-11-09T19:41:27","date_gmt":"2020-11-09T18:41:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/?p=1854"},"modified":"2020-11-09T19:46:07","modified_gmt":"2020-11-09T18:46:07","slug":"technologien-des-performativen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/2020\/11\/09\/technologien-des-performativen\/","title":{"rendered":"&#8222;Technologien des Performativen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Kathrin Dreckmann, Maren Butte, Elfi Vomberg (Hg.)<!--more--><\/p>\n<p><strong>Neu im September 2020 im transcript-verlag<\/strong><\/p>\n<p>ISBN <strong>978-3-8376-5379-3 \/ <\/strong>E-Book: PDF: <strong>ISBN 978-3-8394-5379-7<\/strong><\/p>\n<p><strong>Kathrin Dreckmann (Dr. phil.)<\/strong> ist Studienr\u00e4tin im Hochschuldienst am Institut f\u00fcr Medien- und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universit\u00e4t D\u00fcsseldorf. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Acoustic Studies, Gender und Media Studies.<\/p>\n<p><strong>Maren Butte (Dr. phil.)<\/strong> ist Juniorprofessorin f\u00fcr Theaterwissenschaft am Institut f\u00fcr Medien- und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universit\u00e4t D\u00fcsseldorf. Sie forscht an der Schnittstelle von Performance und Medien.<\/p>\n<p><strong>Elfi Vomberg (Dr. phil.)<\/strong> ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut f\u00fcr Medien und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universit\u00e4t D\u00fcsseldorf. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Acoustic und Memory Studies.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em><strong>\u00dcber den Band [transcript-verlag]<\/strong><\/em><\/p>\n<p>&#8222;Der vorliegende Band versammelt eine Auswahl der Beitr\u00e4ge, die vom 9. bis zum 11. November 2018 im Rahmen des 14. Kongresses der deutschen Gesellschaft f\u00fcr Theaterwissenschaft pr\u00e4sentiert und diskutiert wurden. Der Kongress wurde durch das Institut f\u00fcr Medien- und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universit\u00e4t<br \/>\nD\u00fcsseldorf in verschiedenen Kulturinstituten der Stadt D\u00fcsseldorf veranstaltet. Die vorliegenden Beitr\u00e4ge befassen sich damit, wie sich die Konzepte von Theater, Technik, Wissen und Subjektivit\u00e4t im Zeichen einer technologischen Bedingung ver\u00e4ndern und wie sich die Beschreibungen der jeweiligen \u201aTheatralit\u00e4tsgef\u00fcge\u2018 wandeln.&#8220;(13)<br \/>\n&#8222;Die Beitr\u00e4ge erarbeiten in thematischen Einzelstudien die technischen Bedingungen des Theaters im Wandel der Zeit: von der Barockb\u00fchne bis zum digitalen Game-Theater, der Virtual Reality, K\u00fcnstlichen Intelligenz, Robotern und anderen digitalen Experimenten der Gegenwartskunst bis zu Pop-Praktiken und Alltagstechniken.<br \/>\nEs werden so einerseits die basalen und historisch gewachsenen \u201eK\u00f6rpertechniken\u201c des Theaters \u2013 Schauspiel, Gesang und Tanz \u2013 in den Blick ger\u00fcckt; andererseits aber auch die (medien-)technischen Voraussetzungen des Theaters selbst.[&#8230;]&#8220; (18)<br \/>\n&#8222;Zudem gibt es zahlreiche Einzelforschungen, bspw. zu Brechts Verfremdungstechnik, Erwin Piscators \u201eTotaltheater\u201c, zu Dada, Bauhaus-\u00c4sthetik oder Adolphe Appias B\u00fchnenreform, zu Performance-Installationen der 1960er Jahre, zu den Cyborg-Performances von Stelarc und den ikonischen Techno-\u00c4sthetiken von Troika Ranch oder Dumb Type. Auf diese Forschungen greifen die Beitr\u00e4ge und das Konzept des Bandes zur\u00fcck und spannen einen weiten historischen und thematischen Bogen. Eine theoretisch-konzeptuelle Neurahmung bildet dabei der Vorschlag, die von den Beitr\u00e4gen auf je eigene Weise aufgenommen, diskutiert und bearbeitet werden, das \u201aTheater als Gef\u00fcge\u2018 verschiedenster Akteure, Dinge, Techniken und Praktiken zu sehen.&#8220; (29, 21)<\/p>\n<hr \/>\n<p><em><strong>&#8222;Der Band ist in sechs Teile gegliedert, &#8222;<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>(&#8230; hier eine kurze Themen\u00fcbersicht:)<\/strong><\/em><\/p>\n<p>1.: &#8222;&#8230; Auf die theoretischen \u00dcberlegungen und technikphilosophischen Zug\u00e4nge zum Theater in Teil 1 Das Theater im Zeichen seiner technologischen Bedingung folgen sechs unterschiedliche Schwerpunktsetzungen [&#8230;]&#8220; (20)<\/p>\n<p>2.: &#8222;&#8230; zun\u00e4chst zu den Techniken des (Re-)Produzierens, Archivierens und Institutionalisierens (Kapitel 2). Diese Sektion widmet sich k\u00fcnstlerisch-technischen Praktiken, Verfahren und Strategien zur Hervorbringung von Auff\u00fchrungen: etwa dem Planen, Anordnen, Improvisieren, \u00dcbertragen, Teilen, Markieren und Proben in Relation zu ihren jeweiligen medientechnologischen Umgebungen. Wann und zu welchem Zweck nehmen K\u00fcnstler*innen technische Innovationen und M\u00f6glichkeiten auf (Film, Video, digitale Formate)? Wann gibt es eine bewusste Distanzsetzung zugunsten einer \u201amedial-unverf\u00e4lschten\u2018 Pr\u00e4senz des agierenden K\u00f6rpers? In welchem Verh\u00e4ltnis stehen Ritual, das Live-Ereignis und die \u201etechnische Reproduzierbarkeit\u201c zu Praktiken des Reenactments, Reperformings und Rekonstruierens von Auff\u00fchrungen? Die Frage der (Re-) Produktion erm\u00f6glicht auch, die jeweiligen \u00f6konomischen Bedingungen des Hervorbringens zu thematisieren.&#8220;<\/p>\n<p>3.: &#8222;&#8230; Einen eigenen Teil zu den Techniken des K\u00f6rpers bildet Kapitel 3 zu Aspekten des Schauspiels, Tanzes und Gesangs als K\u00f6rpertechniken und fragt, welche Kultur- und Disziplinierungstechniken des Theaters, welche Trainings, Entwurfspraktiken und Objekte die jeweilige \u201aForm\u2018 des Sprechens, Spielens, Darstellens, Tanzens, Singens, Schreibens, Lesens und Vermittelns ausbildet. Wie bestimmt das technologische und diskursive Apriori des Akts seine jeweilige Aktualisierung, Materialisierung und Wahrnehmung mit? Was bedeutet es, \u00fcber performative und soziale Konstruktion von K\u00f6rpern, Identit\u00e4ten und Subjekten in sich wiederholenden Akten inklusive ihrer technologischen Vermittlungen und Umwelt nachzudenken?42 Einige Beitr\u00e4ge des Bandes f\u00fchren diesen Gedanken in Richtung technofeministischer Perspektiven fort und betrachten die Dimensionen von K\u00f6rper, Gender und Geschlecht im Zeichen ihrer technologischen Bedingung.&#8220;<\/p>\n<p>4.: &#8222;&#8230; In Kapitel 4 Techniken des Raums. Prozesse der Verortung werden theatrale Raumprozesse im Zeichen ihrer technologischen Bedingung diskutiert. In welchem Verh\u00e4ltnis stehen jeweils Subjekte, Umwelten und Formen? Die Sektion bietet Raum f\u00fcr Recherchen zu historischen und aktuellen Perspektiven auf konkrete Raumfigurationen im Verh\u00e4ltnis zu ihren Umgebungen, ihren kulturellen, politischen und sozialen Kontexten: szenographische und Maschineneffekte, modulare und Montageelemente sowie kybernetische, postdramatische, intermediale und -aktive Settings. Wie ver\u00e4ndern sich jene \u201avisual cultures\u2018 der Zuschauer*innen und die Techniken der Betrachter*innen? Hier werden Fragen danach gestellt, welche anderen Sinne und Wahrnehmungen auf welche Weise organisiert werden und in welchem Verh\u00e4ltnis die jeweiligen Techniken, Perspektiven und Dispositive stehen.&#8220;<\/p>\n<p>5.: &#8222;&#8230; Einen wichtige Teil bildet auch das Kapitel 5 zu Performing Technology. Theater und Digitalisierung. Hier r\u00fccken die digitalen Praktiken des zeitgen\u00f6ssischen Theaters in den Blick und somit Themen wie Game-Theater, Virtual Reality, K\u00fcnstliche Intelligenz, Roboter auf der B\u00fchne, Produktionssoftwares, Immersionseffekte, Algorithmen und Filter sowie interaktive Settings und Sensoren der Verbindung von K\u00f6rper und Systemen.&#8220;<\/p>\n<p>6.: &#8222;&#8230; Der finale Teil Kapitel 6 Techniken der Entgrenzung. Zwischen den K\u00fcnsten denkt noch einmal trans- und interdisziplin\u00e4r \u00fcber das Verh\u00e4ltnis zwischen den K\u00fcnsten nach und stellt auf unterschiedliche Weise Fragen zu Steuerungsmetaphern und Unbestimmtheitsspielr\u00e4umen der technischen Gef\u00fcge. Es geht hier auch um die \u2013 aus einer Perspektive der Techniken und Hervorbringungsweisen gedachten \u2013 Verwicklungen von Alltag und Kunst, die die Grenzen von U- und E-Kunst sowie zwischen Kunst und Handwerk (etwa im Design) unterlaufen. Die audiovisuellen Figurationen des Pop beispielsweise betonen die technischen, maschinellen, digitalisierten und reproduktiven Verfahrensweisen (Sampling, Zitation, Montage, Mixing usw.) und stellen in ihren spielerischen Bezugnahmen neue Verbindungen zwischen Subjekten, Techniken und Umwelten her.&#8220;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>REZENSION:<\/strong><\/p>\n<p>Der Band beschreibt in insgesamt 36 Einzeldarstellungen in unterschiedlicher Tiefe, Darstellung und Inhalt die k\u00fcnstlerischen Herangehensweisen bei der Entwicklung von Projekten aus den Bereichen des Performativen, zu denen hier Tanz, Schauspiel, Oper und verwandte Umsetzungen von Literatur gez\u00e4hlt werden. Darin wird in der Breite und in der Tiefe \u00fcber die Besch\u00e4ftigung mit k\u00fcnstlerischen Vorhaben aus unterschiedlichen Zeitr\u00e4umen berichtet. Der Grundgedanke hierbei ist die Beschreibung von aktuellen und historischen Arbeiten, wie erfolgt die Herausarbeitung der verwendeten Technologien bei der Durchf\u00fchrung dieser Projekte ?. Unter Technologie wird in dieser Textsammlung all das verstanden, was als Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ausarbeitung der Projekte eingesetzt werden kann. Hierzu geh\u00f6ren nicht nur Verfahren, die als Technik im engeren Sinne verstanden werden, sondern auch Fertigkeiten und Verfahren, die vom Performer*innen aus seiner\/ihrer pers\u00f6nlichen k\u00fcnstlerischen Erfahrung und den allgemeinen menschlichen, k\u00f6rperlichen M\u00f6glichkeiten gezogen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&#8222;In den Blick r\u00fccken also die Dinge des Theaters, seine Maschinen und Apparate in ihrer spezifischen Verbindung mit den theaterspezifischen K\u00f6rper- und Kulturtechniken des Spielens, \u00dcbens, Trainierens, Entwerfens, Planens, Improvisierens, Komponierens, Anordnens, Aufzeichnens, Notierens, Dokumentierens usw., sowie dramaturgische und szenographische Praktiken. [&#8230;]&#8220;(13)<\/p>\n<p>Das ist ein &#8222;weites Feld&#8220;, das hierbei in &#8222;dichter Beschreibung&#8220; geboten wird und zum Lesen anregt. Da ist kein Beitrag, der nicht mit gro\u00dfem Interesse aufgenommen wird und zum Nachdenken oder Nachforschen anregt. Ein spannendes Lesebuch \u00fcber alle der knapp 500 Seiten des Inhalts.<\/p>\n<p><strong>Peter Dahms<\/strong> [www.dahms-projekt.de\/wordpress\/]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kathrin Dreckmann, Maren Butte, Elfi Vomberg (Hg.)<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1855,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,3],"tags":[],"class_list":["post-1854","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-meinungen","category-rezliteratur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1854","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1854"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1854\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1859,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1854\/revisions\/1859"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1855"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1854"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1854"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1854"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}