{"id":120,"date":"2018-01-23T16:59:26","date_gmt":"2018-01-23T15:59:26","guid":{"rendered":"http:\/\/127.0.0.1\/wordpress\/?p=120"},"modified":"2018-02-22T15:31:44","modified_gmt":"2018-02-22T14:31:44","slug":"275-jahre-deutsche-staatsoper-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/2018\/01\/23\/275-jahre-deutsche-staatsoper-berlin\/","title":{"rendered":"275 Jahre Deutsche Staatsoper Berlin"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-274 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.dahms-projekt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Buch-Daten-283x200-1.png\" alt=\"\" width=\"283\" height=\"200\" \/><\/p>\n<h6>Cover und Textabbildungen. \u00a9 Carl Hanser Verlag GmbH &amp; Co. KG<\/h6>\n<p>Die \u201eDeutsche Staatsoper\u201c pr\u00e4sentiert sich in einem gut gef\u00fcllten Text- und Bildband von 288 Seiten mit mehr als einem Kilo Eigengewicht. Er enth\u00e4lt die historischen Stufen ihrer Geschichte in den 275 Jahren von der \u201ePreu\u00dfischen Hofoper\u201c in ihrer Entwicklung bis zu ihrer heutigen Bedeutung und ihrem modernen Erscheinungsbild und Selbstverst\u00e4ndnis. In diesem attraktiven Format versammeln sich dreizehn Beitr\u00e4ge zwischen einer Einf\u00fchrung von der Leitung der \u201eDeutschen Staatsoper\u201c, Daniel Barenboim als GMD und J\u00fcrgen Flimm und Mathias Schulz f\u00fcr die Intendanz und zum Schluss einer Chronik von Detlef Giese, als einem tabellarischen \u00dcberblick \u00fcber die erw\u00e4hnenswerten Daten der k\u00fcnstlerischen und baulichen Entwicklung der Institution und des Bauwerks \u201eDeutsche Staatsoper\u201c. Jeder dieser Beitr\u00e4ge von bekannten, themennah arbeitenden Autoren wird eingeleitet mit den Namen von klassischen Musen, die in Bezug zum Theater, Oper und dem k\u00fcnstlerischen Umfeld stehen. Die benannten Musen, deren Bedeutung und Aussage f\u00fcr die Oper, werden einleitend von Raoul Schrott beschrieben.<\/p>\n<p>Unter dem Zitat aus dem Portikus des Opernbaues \u201eApoll\u201c schreibt Detlef Giese \u00fcber \u201eEinz\u00fcge und Wiedereinz\u00fcge\u201c der Oper Unter den Linden im Laufe ihrer Geschichte. Von der improvisierten Er\u00f6ffnung durch Friedrich II am 7. Dezember 1742 und den insgesamt acht Neu- und Wiedereinz\u00fcgen, durch notwendige Bauarbeiten, durch die verschiedensten Ungl\u00fccke und auch durch nicht selbst verschuldete Umst\u00e4nde verursacht, bis heute.<br \/>\nUnter dem Titel \u201eKlio\u201c schreibt Philipp Blom \u201eDer Spiegel seiner Majest\u00e4t\u201c, \u00fcber die Einwerbung der K\u00fcnstler f\u00fcr Friedrichs Oper, sein Umgang mit ihnen und \u00fcber die fr\u00fchen Auff\u00fchrungen. Die eingeladene G\u00e4ste aus der Residenz und den finanziellen Aufwand f\u00fcr den Betrieb und den Erhalt des Geb\u00e4udes und seinem Personal werden ebenfalls thematisiert. Der Beitrag endet zeitlich mit dem Tode Friedrichs und seinen Nachwirkungen.<br \/>\nIm folgenden Beitrag schreibt Susanne Kippenberger \u201eDer Sternentempel der Lindenoper\u201c unter dem Zeichen der Muse \u201eUrania\u201c \u00fcber \u201eSchinkel und die Geschichte des B\u00fchnenbildes der Oper\u201c. Karl Friedrich Schinkel ist uns heute als Architekt und als B\u00fchnengestalter in Erinnerung. F\u00fcr Schinkel war es h\u00f6chste Zeit, das B\u00fchnenbild zu entr\u00fcmpeln. Ab 1814 ergab sich f\u00fcr ihn die Chance seine Vorstellungen zu realisieren und er hatte Erfolg: Noch heute empfindet der Opernbesucher sein Werk als Offenbarung und beispielhaft. Legend\u00e4r ist seine Arbeit f\u00fcr die \u201eZauberfl\u00f6te\u201c.<br \/>\nIm Beitrag \u201eOpernrevolutionen\u201c unter der Muse \u201ePolyhymnia\u201c schreibt Thomas Macho \u00fcber \u201eCh\u00f6re, B\u00fcrger und Tyrannen\u201c. Opernauff\u00fchrungen erscheinen oft als Verursacher oder Begleiter von Revolutionen. Ein besonderes Element sind dabei die Ch\u00f6re der Oper, die es beispielsweise durch Giuseppe Verdi und seinen Gefangenenchor aus Nabucco zu einer Art zweiter Nationalhymne im noch nicht vereinten Italien brachte und noch heute die Italiener zum spontanen Mitsingen animieren. Die Ch\u00f6re jedoch selbst wurden meist stiefm\u00fctterlich behandelt und schlecht bezahlt. Trotz ihres Ursprungs schon in der Antike und ihrer Entwicklung \u00fcber den Kirchengesang zu ihrer heutigen Darstellung in weiten Kulturbereichen standen sie in der Oper oft unverdienterma\u00dfen hinter den einzelnen S\u00e4nger*innen und Darsteller*innen zur\u00fcck.<br \/>\nDer Beitrag \u201eMusik und Tanz im Wechselspiel\u201c von Stephanie Schr\u00f6ther befasst sich unter der Muse \u201eTerpsichore\u201c mit \u201eBerlins Aufstieg zu einer Ballettmetropole\u201c. Das Ballett geh\u00f6rte fr\u00fcher als Intermezzo oder handlungstragender Teil zur Oper dazu, wie die anderen Elemente der Handlung. Das Ballet war anf\u00e4nglich auch ein unverzichtbarer Teil einer h\u00f6fischen Repr\u00e4sentation. In Preu\u00dfen wurde anfangs dem franz\u00f6sischen Ballett zum italienischen Musiktheater nachgeeifert und dann daraus eigene Vorstellungen entwickelt. Das Ballett durchlebte verschiedene Epochen zwischen Politik und Skandal, bis es zum Schluss oftmals dem Kostendenken in der Oper zum Opfer fiel, dann aber als Ballett allein wieder eine Auferstehung errang.<br \/>\nIm n\u00e4chsten Beitrag unter der Muse \u201eErato\u201c berichtet Daniel Schreiber unter \u201eFrauen in der Oper\u201c \u00fcber \u201eDiven, sterbende Heldinnen und der lange Schatten des 19. Jahrhunderts\u201c. Die Oper als M\u00e4nnergesch\u00e4ft trug damit die Gr\u00fcnde f\u00fcr Skandale schon immer in sich. Die Hauptpersonen waren jedoch immer die Frauen in der Oper. Sei es als Diva, sei es als Ballettt\u00e4nzerin oder als einige der wenigen Dirigentinnen oder Musikerinnen eines Orchesters. Das waren oft die Quellen von Skandalen, \u00fcber die sich Publikum und Gesellschaft erregten.<br \/>\nMit dem Beitrag von Eva Gesine Baur \u201eOpernstars und neue Musik\u201c unter der Muse \u201eKalliope\u201c behandelt \u201eDas Ensemble der 1920 Jahre. Damit sind wir schon in der j\u00fcngeren Geschichte des 20. Jahrhunderts und den Entwicklungen der Musik und ihren Interpreten in dieser Zeit.<br \/>\nDer n\u00e4chste Beitrag von Misher Aster \u201eMikrophon und Mikrokosmus\u201c unter der Muse \u201eMelpomene\u201c wird \u00fcber das Wirken Heinz Tietjens in der Staatsoper im Nationalsozialismus berichtet und den Beziehungen von Wagneroper, Wagnerfamilie und Wagnerinterpretation zur Politik. Danach f\u00fchrt uns das Buch schon in die j\u00fcngste Vergangenheit mit dem Beitrag \u201eEine Gattung die am besten in Freiheit gedeiht\u201c von Karl-Heinz Ott\u201c er berichtet unter der Muse \u201eThalia\u201c \u201evon Rossini, Ruth Berghaus und die DDR\u201c. Im letzten der Beitr\u00e4ge schreibt Holger Neitze \u00fcber \u201eDaniel Barenboim und seine Ahnen\u201c unter der Muse \u201eEuterpe\u201c und schlie\u00dft damit in der aktuellen Zeit mit \u201eDie Staatskapelle Berlin als Klangkraftzentrum der Lindenoper\u201c die Folge ab.<\/p>\n<p>Das Buch ist in seiner Anlage thematisch besonders auf die Historie der Institution \u201eHofoper-Staatsoper\u201c, die Gesellschaft von Berlin, die jeweilige Leitung des Hauses, die Auff\u00fchrungen und die darin t\u00e4tigen K\u00fcnstler bezogen. \u00dcber die wiederholten baulichen Ver\u00e4nderungen und die Reaktionen der Besucher der Oper und der Berliner B\u00fcrger darauf, im Gespr\u00e4ch und in der Presse der Stadt, ist weniger zu erfahren. Dazu gibt es aber weiterf\u00fchrende Ver\u00f6ffentlichungen und sie werden auch an anderer Stelle ausf\u00fchrlich kommentiert.<br \/>\n\u00dcber die k\u00fcnstlerische Entwicklung, die Einfl\u00fcsse von Zeit, Politik und Personen auf die Institution wird in diesem Buch in thematischen Schwerpunkten und Ausschnitten aufschlussreich berichtet. In dieser Form bildet das Buch einen interessanten Querschnitt, wobei auch einige Ungereimtheiten wegen ihrer Relevanz \u00fcbersehen werden k\u00f6nnen. Es ist als Ganzes gut lesbar und bildet als Informationsquelle eine gelungene Erg\u00e4nzung zu den im Literaturanhang benannten Quellen der einzelnen Beitr\u00e4ge. Das Buch ist damit bestens zu empfehlen.<\/p>\n<p>Peter Dahms [OpernInfo-Berlin]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cover und Textabbildungen. \u00a9 Carl Hanser Verlag GmbH &amp; Co. 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