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"la bohéme" Giacomo Puccini

Inszenierung Lindy Hume
Szenen aus Henri Murgers "Vie de Bohème" in vier Bildern.
Dichtung von Guiseppe Giacosa und Luigi Illica.
Uraufführung: 1.2.1896, Teatro Regio in Turin
Berliner Erstaufführung: 22.Juni 1897 in der Krolloper
Premiere: 16. Dezember 2001 in der Staatsoper

Musikalische Leitung Gustavo Dudamel 
Bühnenbild Dan Potra
Kostüme Karl Friedrich Oberle
Chöre Eberhard Friedrich 

Mimì Alexia Voulgaridou
Musetta Anna Samuil 
Rodolfo Jonas Kaufmann
Marcello Alfredo Daza 
Schaunard Arttu Kataja 
Colline Alexander Vinogradov 
Parpignol Peter-Jürgen Schmidt 
Benoit | Sergeant Gerd Wolf 
Alcindoro Bernd Zettisch 

Staatskapelle Berlin
Staatsopernchor


"Der Begegnung des mittellosen Dichters und Journalisten Rodolfo mit der schwindsüchtigen Mimì, aus der sich die mit Mimìs Tod tragisch endende Liebesgeschichte entwickelt, steht die pittoreske und detailgenaue Schilderung der Pariser Subkultur mit ihrer ausgelassenen Feierlust, ihrer Verschwendungslaune und ihrem promisken Lebenswandel kontrastierend gegenüber. Gerade in der umrahmenden Liebesgeschichte entfaltet Puccinis eindringliche Musik ihre berührendsten Momente."
[Staatsoper Unter den Linden]

 
Foto: (c) Monika Rittershaus
 
Foto: (c) Monika Rittershaus

Gestern besuchte ich die Vorstellung La Boheme in der Staatsoper unter den Linden. Vor einiger Zeit las ich in einer Opernfachzeitschrift ein Interview mit Jonas Kaufmann, das mich sehr beeindruckte und auf diesen jungen Tenor neugierig machte. Als ich dann las, dass er im Febr./März in der Staatsoper in La Boheme gastieren würde, war der Besuch einer dieser Aufführungen für mich ein Muß.
Die Vorstellung war ausverkauft. Ich war sehr gespannt, was mich erwarten würde. Über die Oper La Boheme brauche ich nichts groß zu schreiben, sie ist eine der schönsten und bedeutendsten Opern des italienischen Opernrepertoires. Welcher Klassikfan kennt sie nicht, die bekannten Arien und Duette, z.B. Che gelida manina/Wie eiskalt ist dies Händchen, aus dieser Oper. Die Musik Puccinis nimmt den Zuhörer sofort in seinen Bann, anrührend, teiweise humorvoll und lebendig und dann wieder voller Dramatik. Das Orchester der Staatskapelle unter der Leitung von Gustavo Dudamel setzte die Musik eindrucksvoll und voller Leidenschaft um. Ein Meisterstück, was schon in der Pause mit dementsprechenden Applaus und Bravo-Rufen honoriert wurde.
Und nun zu Jonas Kaufmann als Rudolfo. Was für ein Tenor. Er ist die ideale Besetzung für diese Rolle. Er singt seinen Part mit einer stimmlich beherrschten vorzüglichen Technik und meistert jede Tonlage, vor allem auch die höheren Töne, mit Brillanz. Was für ein Ausnahmesänger. Wie ist es möglich, dass so ein Sänger mit so einer begnadeten Stimme, erst im Ausland berühmt werden muß, bevor wir ihn hier in Deutschland erst so richtig zu würdigen wissen. Wir haben auf den Besetzungslisten der Opernhäuser, besonders im italienischen Fach, überwiegend Weltklassetenöre verschiedener Nationalität, die sicher immer auch eine Bereicherung für unsere Kultur sind, aber warum hat es so lange gedauert, bis wir hier in Deutschland so ein Kleinod, wie Jonas Kaufmann es ist, für uns so richtig entdeckt haben. Aber wie sagt man so schön, es ist ja nie zu spät. Zu den sängerischen Qualitäten, die er besitzt, kommt auch noch die schauspielerische Leistung hinzu. Er hat eine ungewöhnliche Ausstrahlung und versprüht einen jugendlichen Charme und gewinnt somit spontan die Zuneigung des Publikums.

 
Foto: (c) Monika Rittershaus
 
Foto: (c) Monika Rittershaus

Ihm zur Seite als Mimi, Alexia Voulgaridou, ebenso eine Idealbesetzung für diese Rolle. Sie besitzt eine wunderschöne Sopranstimme, die sie gekonnt und souverän einzusetzen weiß. Ihre Stimme und die von Jonas Kaufmann ergänzen sich hervorragend, und es ist ein Erlebnis, den Beiden in ihren gesungenen Duetten zuzuhören, ich bekam eine Gänsehaut. Auch die anderen Rollen waren durchweg mit großartigen Sängerinnen und Sängern besetzt und auch der Chor sei hiermit eingeschlossen. Eine grandiose Ensembleleistung allgemein.
Besonders gut gefallen hat mir noch das Männerduett im 2.Akt, 4.Bild mit Alfredo Daza (eine beeindruckende kräftige Baritonstimme) als Marcello und Jonas Kaufmann als Rudolfo.
Als die Oper zu Ende war und der Vorhang sich schloß, mußte ich das eben Gesehene und Gehörte erst einmal kurz auf mich wirken lassen, bevor ich mich dem Beifall des Publikums anschließen konnte. Das Haus tobte, das Ensemble, die Staatskapelle mit ihrem Dirigenten und vor allem Jonas Kaufmann und Alexia Voulgaridou  wurden mit Bravo-Rufen und Getrampel der Zuschauer gefeiert. Ein großer Abend in der Staatsoper unter den Linden.
Hoffentlich können wir Jonas Kaufmann so schnell wie möglich wieder auf einer Berliner Opernbühne bewundern. Für mich war es ein ganz besonderes Ereignis, diesen wunderbaren, jungen Tenor, der ja auch von hervorragenden Lehrern, z.B. u.a. von Josef Metternich und James King ausgebildet wurde, zu hören. Ich hoffe, dass wir von ihm noch viel hören werden, für mich war er der beste Rudolfo, den ich in den letzten Jahren gesehen und gehört habe. Er kann jedem Vergleich mit den großen Sängern vergangener Zeiten, allen voran Luciano Pavarotti, in dieser Rolle standhalten. Bravo, Jonas Kaufmann!
[Renate Dahms OpernInfo-Berlin.de]

 
 Foto: (c) Monika Rittershaus


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