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Gregorio Lambranzi

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Gastspiel "7" von Martin Schläpfer - Ballett am Rhein

Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg Gastspiel
7 | Choreographie von Martin Schläpfer
Musik von Gustav Mahler

"Leben und Werk des Sinfonikers gäben genug Stoff für einen Ballettabend. Doch Martin Schläpfer geht in „7“ andere Wege, folgt seiner seit vielen Jahren immer weiter entwickelten Dramaturgie einer collagenhaften Verknüpfung unterschiedlichster Bilder: Gegensätze gehen organisch ineinander über und lassen so auf der Bühne eine ganz eigene Energie entstehen; Ausschnitte von Welt können, einer Art Logik des Traums folgend, aber auch hart aufeinander prallen.[...]"
[Staatsballett Berlin / Ballett am Rhein]


 Foto: © Gert Weigelt
 
 
Auf Einladung von Nacho Duato fand am 11.4., 12.4. und 15. 4. 2017 in der Staatsoper im Schiller Theater ein Gastspiel des Balletts am Rhein Düsseldorf Duisburg statt. Das war eine gute Idee von Nacho Duato, denn ein Auftritt dieses berühmten Ensembles, verspricht ein Höhepunkt zu werden. Und so war es dann auch. Martin Schläpfer ist zur Zeit einer der einfallsreichsten und innovativsten Choreographen. Seine Compagnie ist bereits 2013, 2014 und 2015 von der Zeitschrift "Tanz" zum besten Ensemble des Jahres gewählt worden. Das spricht für sich.


 Foto: © Gert Weigelt
 

Seine Stücke enthalten immer wieder neue choreographische Elemente, die mitunter den Zuschauer zum Nachdenken anregen. Außerdem kann man hierbei Anschauungsunterricht nehmen, wie man klassischen Tanz und zeitgenössischen Tanz miteinander verbinden kann. So auch in dem Werk "7", Musik: Sinfonie Nr. 7 von Gustav Mahler am gestrigen Nachmittag. Leider kam die Musik vom Band, was aber bei so einer schwierigen Choreographie vielleicht von Vorteil ist. Es gibt nicht so viele gute Ballettdirigenten. Sonst war es ein denkwürdiger Nachmittag. Ich habe lange nicht mehr so eine anspruchsvolle, choreographische Arbeit gesehen.

Martin Schläpfer lässt hier in dieser Tanzdarbietung Bilder von Einsamkeit, Gewalt, Aufgabe der Freiheit und des Verlorenseins entstehen. Eine Interpretation zeigt z. B. etliche Stühle auf der Bühne, das Spiel beginnt mit einer "Reise nach Jerusalem", der Tanz fängt verhalten an, wird immer schneller und ist fast nicht mehr kontrollierbar. Das kann man durchaus auf das menschliche Verhalten projizieren. Martin Schläpfer versucht in seinen Choreographien, das Leben mit all seinen Facetten auf die Bühne zu bringen und in Frage zu stellen. Das gelingt ihm erstaunlich gut.


 Foto: © Gert Weigelt
 

Was hier in dieser Aufführung auch sehr beeindruckte, waren die verschiedenen Ausdrucksformen des Tanzens, Spitzenschuh, Stiefel, Schläppchen und Barfuß. Eine großartige Demonstration des Tanzes. Es wurde vom Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg hervorragend getanzt, gestampft, gehopst u. a., die Compagnie besteht aus 45 Tänzer*innen, die ausschließlich Solisten*innen sind. Die Bewegungsabläufe passten wunderbar zu Mahlers Musik. Die 7. Sinfonie von Mahler wird in den Konzertsälen häufig gespielt und findet beim Publikum großen Anklang. Es gibt sicher Musik von G. Mahler, die bekannter ist, aber manchmal sind es gerade die weniger geläufigen Dinge, die dann unsere Beachtung finden und uns gefallen.

Auf jeden Fall war es gestern Nachmittag eine besondere Tanzdarbietung. Martin Schläpfer steht wirklich für außergewöhnliche Choreographien und versetzt das Publikum immer wieder in Erstaunen. Er ist zu Recht einer der besten Choreographen Europas.


 Foto: © Gert Weigelt
 

Es war schön, dass wir hier in Berlin die Gelegenheit hatten, das Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg tanzen zu sehen. Jede(r) einzelne(r) Protagonist*in war eine Klasse für sich und eine Persönlichkeit, jede(r) auf seine (ihre) Art. Das Bühnenbild und die Kostüme waren schlicht, die Ausleuchtung der Bühne war optimal,

Nach Beendigung der Vorstellung gab es viel herzlichen Beifall und Bravorufe. Auch Martin Schläpfer war zugegen und wurde gebührend gefeiert. Ein großartiger Künstler, der zudem auch noch ein ungewöhnliches Charisma besitzt. Das war seit Langem wieder einmal ein Tanzhighlight in unserer Stadt. Gastspiele dieser Art kann es nicht genug geben!

Renate Dahms [TanzInfo-Berlin.de]


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