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Gregorio Lambranzi

GREGORIO LAMBRANZI von 'Stephanie Dahms'
zur Zeit wieder als Neudruck erhältlich siehe ->Literatur ->Geschichte!
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"Onegin" vom Staatsballett Berlin

Romantisches Ballett, hier treffen Sehnsucht, Hoffnung und Leidenschaft auf Überheblichkeit, Hochmut und Selbstsucht, aber Hochmut kommt vor dem Fall.

Ballett von John Cranko
Musik von Peter I. Tschaikowsky (eingerichtet von Kurt-Heinz Stolze)

Choreographie und Inszenierung John Cranko
Bühne und Kostüme Elisabeth Dalton
Einstudierung Jane Bourne
Musikalische Leitung Vello Pähn

Es tanzen
Tatjana  ... Nadja Saidakova
Onegin ... Mikhail Kaniskin
Olga ... Iana Salenko
Lenski ... Dinu Tamazlacaru
Fürst Gremin ... Leonard Jakovina

sowie Solisten und Corps de ballet des Staatsballetts Berlin
Staatskapelle Berlin

"Es ist die Geschichte einer unerfüllten Liebe, die der wohl bedeutendste russische Dichter Alexander Puschkin in seinem Versroman „Eugen Onegin“ beschreibt, und es ist dieser Mythos von Onegin und Tatjana, der Mythos der Ewig-Einsamen die in der Nichterfüllung ihre Erfüllung finden müssen, die John Cranko meisterhaft choreographierte." [Staatsballett Berlin]

Romantisches Ballett, hier treffen Sehnsucht, Hoffnung und Leidenschaft auf Überheblichkeit, Hochmut und Selbstsucht, aber Hochmut kommt vor dem Fall. Onegin (Mikhail Kaniskin) macht mit seinem Freund, dem Dichter Lenski (Dinu Tamazlacaru) ein Besuch auf dem Lande. Im Hause von Madame Larina (Barbara Schröder) trifft er deren Töchter Tatjana (Nadja Saidakova) und Olga (Iana Salenko), die mit seinem Freund verlobt ist. Tatjana verliebt sich sofort in Onegin und gesteht diese Liebe in einem Brief an ihn. Onegin berührt das nicht, er macht im Gegenteil Tatjanas Schwester Olga den Hof und brüskiert damit auch seinen Freund Lenski. In einem Duell erschießt Onegin Lenski. Kurz darauf heiratet Tatjana den Fürsten Gremin (Leonard Jakovina). Jahre später sehen sich Tatjana und Onegin im Hause des Fürsten Gremin wieder. Onegin ist es nicht gut ergangen, er ist im Leben gescheitert. Er erkennt, dass Tatjana die Einzige war, die ihm je die reine Liebe entgegengebracht hat. Er hat sie in seinem Hochmut abgewiesen. Nun gesteht er ihr seine Liebe. Doch jetzt ist auch die gereifte Tatjana nicht mehr bereit, dem Widerstreit ihrer Gefühle nachzugeben und weist ihn zurück. Onegin verlässt Tatjana enttäuscht und verzweifelt, sein anfänglicher Hochmut hat ihm seinen Traum zerschlagen.


Foto:Enrico Nawrath

Foto:Enrico Nawrath

Foto:Enrico Nawrath

Das Bühnenbild ist verhalten romantisch, die Kostüme der Damen in ‚wallendem Empire’ und in feinen Tönen pastellfarben, das unterstreicht die fließende Ballettmusik, die zwar von Tschaikowsky ist, aber keinen einzigen Takt der Oper ‚Onegin’ enthält.
Das Ballett ‚Onegin’ lebt von seinen pas-de-deux. Zu Beginn zeigen uns Olga und Lenski einen pas-de-deux voller Harmonie, während der pas-de-deux von Onegin mit Tatjana über längere Strecken als ein zweifaches Solo erscheint. Onegin ignoriert Tatjana, während sie sich ihm zu nähern versucht, er weist sie ab. Onegin tanzt seinen Part dynamisch und kraftvoll elegant, Tatjana verhalten und zurückhaltend, Onegin betont in jeder Pose seinen Hochmut. Prachtvolle Intermezzi mit Volkstänzen, getanzt vom corps-de-ballett verbinden die Szenen. Der Höhepunkt des Balletts ist der pas-de-deux im dritten Akt von Tatjana und Onegin, er beginnt voller Leidenschaft und Hoffnung und er endet mit Enttäuschung und Verzweiflung.


Foto: (c) Enrico Nawrath

Die Darsteller setzen durch Tanz und Mimik ihre Rollen mit ihren Gefühlswechseln konzentriert um. Die Darstellung hat einen klaren, sich steigernden Ablauf. Tatjana glaubt man jede Äußerung ihrer Gefühle, die Rolle wurde von Nadja Saidakova mit der ihr eigenen Professionalität überzeugend umgesetzt. Dafür erhält sie Szenen- und einen begeisterten Schlussapplaus. Onegin beeindruckt mit seinem kühlen aristokratischen Auftritt, der zum Schluss in Verzweiflung endet. Schöne Tanzszenen von allen Solisten. Dynamisch, kühl oder harmonisch je nach Rolle und Situation. Ein unterhaltsamer Abend. Ein schöner Klassiker dank John Cranko, nur ein Genie kann diese Gefühlswelt so prachtvoll im Tanz darstellen. Das Orchester gab sich alle Mühe, aber Tschaikowskys Musik ist es immer noch nicht.
Nicht endenwollender, tosender Applaus belohnt die Darsteller. Einen derartig enthusiastischen Schlussapplaus für das Staatsballett habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Jede Wiederaufnahme macht den Onegin besser. Eine schöne Gelegenheit für die Solisten, sich darzustellen und an den Rollen zu wachsen. Sehenswert, aber leider nur noch wenige Vorstellungen. Warum war das Schillertheater eigentlich nicht besser besucht? Lag es am Wetter oder meinten die Ballettfans, ihren ‚Onegin’ schon bestens zu kennen? Vielleicht beides, jetzt ist noch Gelegenheit den Besuch nachzuholen.
[Peter Dahms TanzInfo-Berlin.de]

Weitere Aufführungen:
25 | 27 | 29 | 31 Mai 2011
2 | 5 Juni 2011

Tickets 28 – 84 Euro
Ticketservice 030 20 60 92 630 | tickets@staatsballett-berlin.de


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Heute ist Freitag, der 20. September 2019