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Ballett in Berlin (2007)

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Gregorio Lambranzi

GREGORIO LAMBRANZI von 'Stephanie Dahms'
zur Zeit wieder als Neudruck erhältlich siehe ->Literatur ->Geschichte!
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Diese "TanzInfo Berlin" präsentiert:
... aktuell und dynamisch, bunt gewürfelte Infos aus allen Bereichen der Berliner Tanzszene, eingeschlossen Kabaret und Zirkus, Veranstaltungen und Termine, Berichte und Geschichten, Adressen, sowie die einschlägige Literatur und die Geschichte zu diesen Themen.
"LA ESMERALDA" vom Staatsballett Berlin

LA ESMERALDA – bringt das Bolschoi-Ballett des 19.Jahrhunderts in die Deutsche Oper nach Berlin, fast! - Klassisches, romantisches Ballett wie das Publikum es liebt.

Libretto von: Jules Perrot nach Victor Hugo
Musik von: Cesare Pugni
Choreographie von: Marius Petipa

Uraufführung - 9. März 1844 - Choreografie Jules Perrot in Her Majesty's Theatre London
Premiere - 21.November 1899 - Choreografische Neufassung Marius Petipa in Mariinsky-Theater in St. Petersburg
Premiere - 25. Dezember 2009 - Choreografie Yuri Burlaka und Vasily Medvedev nach Marius Petipa im Bolschoi Theater Moskau

Premiere - 9. April 2011 vom Staatsballett in der Deutschen Oper Berlin
Inszenierung und neue choreographische Version: Yuri Burlaka | Vasili Medvedev nach Marius Petipa und Agrippina Waganowa

Bühnenbild nach historischem Vorbild: Aliona Pikalova
Kostüme nach historischem Vorbild: Elena Zaitseva
Musikalische Bearbeitung: Alexander Troitsky
Einstudierung: Yuliana Malkhasyants | Stanislav Feco
Musikalische Leitung: Anton Grishanin

Es tanzen: Solisten und Corps de ballet des Staatsballetts Berlin
Orchester: Orchester der Deutschen Oper Berlin
Mit:
Esmeralda, ein Zigeunermädchen - Iana Salenko
Phoebus de Chateaupers, Kapitän der Königlichen Bogenschützen - Mikhail Kaniskin
Pierre Gringoire, ein Dichter - Rainer Krenstetter
Fleur de Lys, seine Verlobte - Beatrice Knop (sie fiel leider durch eine Zerrung in der Pause aus und wurde von Elena Pris getanzt.)
Claude Frollo, Domprobst von Notre-Dame - Michael Banzhaf
Quasimodo, Glöckner von Notre-Dame - Marian Lazar
Diane und Béranger, Freundinnen der Fleur de Lys - Elisa Carillo Cabrera, (Elena Pris, durch Umbesetzung folgte ein Ringtausch)
Albert und Florant, Kameraden des Phoebus - Kévin Pouzou, Alexej Orienco
Esmeraldas Freundinnen - Iana Balova, Stephanie Greenwald, Anastaia Kurkova, Krasina Pavlova
- und weitere Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballetts.

"In einer beeindruckenden Rekonstruktion aller überlieferten und erhaltenen Elemente wurde LA ESMERALDA erneut zum Leben erweckt: In historisierenden Bühnenbildern und Kostümen ist diese Produktion dem Geschmack ihrer Entstehungszeit detailgenau nachempfunden und bietet nicht nur eine veritable Reise in die Ballettgeschichte, sondern verspricht in Verbindung mit der Brillanz der klassischen Tanztechnik von heute ein ganz besonderes Ballett-Erlebnis. Das Staatsballett Berlin erhält eine eigene Version in Anlehnung an die Fassung des Bolschoi Balletts in Moskau." [Staatsballett Berlin]


Foto: (c) Enrico Nawrath

Ein romantisches Ausstattungs- und Handlungsballett, wie man es vom Bolschoi Theater kennt, in Berlin in der Deutschen Oper vom Staatsballett zur Aufführung gebracht, was will man als Ballettfan mehr?
Hier werden Geschichte und Geschichten erzählt. Ein Roman von Victor Hugo, „Der Glöckner von Notre Dame“ verspricht Geschichten über das fahrende Volk und das bunte Treiben im mittelalterlichen Paris, wie es sich das Ballettpublikum des 19.Jahrhunderts vorgestellt hatte. Dazu als Kontrast der Palast des Adels, soziale Kontraste, als Romantik interpretiert. Alles dies kommt hier zusammen. Wenn diese Geschichten in ein Ballett umgesetzt werden von Choreografen wie Marius Petipa und Jules Perrot, mit Bühnenbildern, nicht ganz so düster wie der zugrunde liegende Roman, in denen auch das junge Zicklein in Person vorkommt und das Volk daher kommt in farbenprächtigen Kostümen im Kontrast zum Adel mit Eleganz und Pomp, dann ist das Publikum mitgerissen und spart nicht an Beifall.


Foto: (c) Enrico Nawrath

Dann ist die Geschichte nicht so wichtig, die sich aus einer Rekonstruktion eines Balletts, das lange nicht mehr aufgeführt wurde und schon in seiner Entstehungszeit dem entsprechenden Zeitgeschmack, den Möglichkeiten der zur Verfügung stehenden Bühnen und auch der Zahl und dem Können des jeweiligen Ballettensembles angepasst wurde, darstellt. So interessant der Diskurs über ein Ballett im Laufe der Jahrzehnte für den akademische Respekt vor den künstlerischen Schöpfern des Werkes ist, das Publikum hat eine bestimmte Vorstellung, die es mit in das Theater bringt und urteilt nach dem Grade der Erfüllung seiner Erwartungen über die Aufführung.
In dieser Choreografie wurden die Möglichkeiten, die sich auf einer großen Bühne ergeben, voll ausgeschöpft. Schnell wechselnde Bühnenbilder, eine klar strukturierte Handlung und Künstler, die den Anforderungen voll gerecht werden und die ihr ganzes Können, schauspielerisch und tänzerisch ausspielen können. Das Ballett beginnt mit einem bunten Treiben von Bettlern, Zigeunern und Vagabunden auf dem Marktplatz in der engen Altstadt des mittelalterlichen Paris. Im Hintergrund die Silhouette der Kathedrale Notre Dame.


Foto: (c) Enrico Nawrath

Die Geschichten um die Zigeunerin Esmeralda, dargestellt von Iana Salenko und ihre Verwicklung in mehrere Liebschaften beginnen. Die Handlung entwickelt sich in diesem Milieu und treibt langsam ihrem Höhepunkt entgegen, der anders als der Roman von Hugo nicht tragisch, sondern versöhnlich ausgeht. Die ersten Szene des ersten Aktes ist der große Auftakt, in dem alle Mitwirkenden eine Gelegenheit zur Darstellung geboten wird. Der erste Akt endet mit einem zweiten Bild als Zwischenszene. Der zweite Akt beginnt wieder mit der großen Szene, diesmal im Palast des Adels. Esmeraldas Verehrer Phoebus de Chateaupers, dargestellt von Mikhail Kaniskin, wird mit der Tochter des Hauses verlobt. Esmeralda nimmt mit ihren Freundinnen an diesem Fest teil und erfährt erst zu diesem Zeitpunkt von der Verlobung ihres Geliebten. Die Szene entwickelt sich dramatisch, die Verlobung wird gelöst und Esmeralda verlässt fluchtartig das Fest, gefolgt von ihrem Geliebten. Der Intrigant in dieser Geschichte ist der Dompropst Frollo, dargestellt von Michael Banzhaf, der auch Esmeralda unerwidert begehrt. Quasimodo der Glöckner von Notre Dame, dargestellt von Marian Lazar, spielt den platonischen Beschützer von Esmeralda. In den nächsten Bildern entwickelt sich durch das Eingreifen des Dompropsts eine tödliche Gefahr für das Leben von Esmeralda. Sie wird des Mordes angeklagt. Das Missverständnis wird durch das Aufwachen der vornehmlichen Leiche geklärt und die Handlung nimmt einen glücklichen Ausgang. Nicht so für den Dompropst, der wird von Quasimodo in die Seine geworfen. Die Aufführung endet wieder mit einer farbenfrohen Szene auf dem Marktplatz, auf dem Esmeralda eigentlich gehängt werden sollte, mit einem freudigen, lebenslustigen Abschluss.



Foto: (c) Enrico Nawrath

Begeisterter Applaus folgt dem Ende des Balletts, das Publikum applaudiert den Darstellern ebenso wie der Musik und dem gesamten Regie- und Produktionsteam. Für den, der das klassische romantische Ballett mit dieser großzügigen Ausstattung liebt, ein unvergesslicher Abend. Bei dieser Aufführung konnte das Staatsballett unter ihrem Intendanten Vladimir Malkhov zeigen, welche Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen, einschließlich des neuen Domizils in einem großen Haus.
[Peter Dahms TanzInfo-Berlin.de]

Weitere Aufführungen:
15 April 2011
01 | 06 | 13 | 22 Mai 2011

Tickets 9 – 42 Euro
Ticketservice 030 20 60 92 630 | tickets@staatsballett-berlin.de


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Heute ist Freitag, der 20. September 2019