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Die Opera buffa als neues Genre.

"Denkzettel 006", vom 6.05.2007

(Vinci, Telemann, Pergolesi, Leo)*
Die Ausschaltung der komischen Szenen in der ernsten Oper durch Zeno und Metastasio bot die Voraussetzung zur Verselbständigung der Musikkomödie (Opera buffa). Ein erster Schritt war, daß sich die komischen Intermezzi (komische Szenen zwischen den Akten einer Opera seria), die seit etwa 1710 in Venedig und Neapel aus kurzen, in sich geschlossenen und zusammenhängenden Diener-Handlungen bestanden, von der Seria gänzlich ablösten und vor allem seit Pergolesis durchschlagender Serva padrona (1733) gelegentlich auch für sich aufgeführt wurden. Daneben entstand ebenfalls um 1710 in Neapel die meist im Dialekt gehaltene Commedia per musica. Als Komponisten traten vor allem A. Scarlatti (Il trionfo dell'onore, 1718), L. Vinci, L. Leo, N. Logroscino und Pergolesi hervor. Zu europäischer Geltung gelangte die Opera buffa jedoch erst durch den immensen Erfolg der Aufführung von Pergolesis Serva padrona 1752 in Paris, der den Streit der »Buffonisten« (mit J.-J. Rousseau) und »Antibuffonisten« auslöste (Buffonistenstreit), sowie durch die Verschränkung des neapolitanischen Zweiges der Musikkomödie mit der um 1745 ausgeformten venezianischen Opera buffa (Dramma giocoso per musica), die sich durch die langährige Zusammenarbeit C. Goldonis und B. Galuppis konsolidierte. Nach 1750 erwies sich die Musikkomödie als die zentrale Gattung in der Musik des 18. Jh., die die Opera seria an Bedeutung immer mehr in den Schatten stellte, zumal die Abkehr vom Generalbaßsatz, die sich um 1730 abzeichnete, und der Übergang zum kadenzmetrischen Satz engstens mit Intermezzo (Pergolesi!) und Musikkomödie verknüpft erscheinen. Der musikalische Spielraum reichte von empfindsamem Ernst bis zur derben Komik und Parodie (vorzugsweise der ernsten Oper) und umfaßte einen geradezu unbegrenzten Kreis von Stoffen und Situationen, vermittelte niedrige, dem Volkstümlichen angenäherte, realistische Diktion mit unverstellter Kantabilität, spiegelte (häufig in den Rollentypen der Commedia dell'arte) treffsicher, witzig und oft satirisch die gesellschaftliche Wirklichkeit (z.B. das Verhältnis der Stände zueinander) und vergegenwärtigte Aktion und Personenkonstellationen durch eine neuartig bewegliche, aktionshaltige Tonsprache. Die starre Dramaturgie der Opera seria wurde durch eine Vielzahl situationsbedingter Arienformen und insbesondere durch Ensembles aufgebrochen. Das Zusammenspiel im Ensemble ist die Signatur der Opera buffa, und nach 1750 nahmen in erster Linie die mehrgliedrigen Finales (umfangreiche Ensembles an Aktschlüssen) eine Schlüsselfunktion ein. Erstmals wurde die genuine Möglichkeit mehrstimmiger Musik, verschiedene Vorgänge gleichzeitig vorzuführen, dramatisch fruchtbar gemacht. Neue Kantabilität auf der einen, unverblümtes Parlando auf der anderen Seite sowie der Abbau der ornamentalen Gesangsvirtuosität (Belcanto) prägten der Buffa, die Stendhal »la perfection idéale de la comédie« nannte, den Ton des Unvermittelten auf. Die Mischung von ernsten und komischen Rollen (parti serie, parti buffe) ermöglichte das Eindringen von Elementen des Rührstücks, aber auch das Aufgreifen von Märchenstoffen. Die bedeutendsten Komponisten des 18. Jh., B. Galuppi, N. Piccinni, P. Anfossi, G. Paisiello, P.A. Guglielmi, D. Cimarosa und viele andere, vertraten die reife und späte Phase der Opera buffa (1760-1800), die G. Rossini noch einmal in einen virtuos-komödiantischen Wirbel zog. Die Opern der vornehmlich italienischen Buffakomponisten überzogen alle europäischen Bühnen und setzten die Maßstäbe. Einige Hauptwerke: Piccinni, La Cecchina ossia La buona figliuola (1760); Galuppi, Il filosofo di campagna (1754); Anfossi, L'incognita perseguitata, (1773); Paisiello, Il barbiere di Siviglia (1782); Cimarosa, Il matrimonio segreto (1792).

 * VINCI, Leonardo, *zwischen 1690 und 1696 Strongoli (Kalabrien) oder Neapel, +zwischen 27. und 29.5.1730 Neapel;
   TELEMANN, Georg Philipp, *14.3.1681 Magdeburg, �25.6. 1767 Hamburg;
   PERGOLESI (Pergolese),
   Giovanni Battista (Giambattista), *4.1.1710 Jesi (Ancona), beerdigt 17.3.1736 Pozzuoli bei Neapel;
   LEO, Leonardo (eig. Lionardo Oronzo Salvatore de L.),
   *5.8.1694 San Vito degli Schiavi (heute San Vito dei Normanni) bei Brindisi, �31.10.1744 Neapel;
 
Das Große Metzler Musiklexikon © 2002 Systhema in der United Soft Media Verlag GmbH, München
  
   Opera buffa (ital.). Bezeichnung für die ital. komische Oper des 18. Jh.s., die sich von den Formen der komischen Oper in anderen Ländern dadurch unterscheidet, dass sie stets Rezitative anstelle gesprochener Dialoge verwendet. Der Begriff wurde synonym zu »dramma giocoso«, »commedia per/in musica«, »burletta«, »grotesca« oder »operetta« verwendet. Im Gegensatz zur Farsa oder dem gleichzeitig entstandenen Intermezzo war die Opera buffa immer ein abendfüllendes Werk, wobei sie ebenfalls die weitgehend standardisierten Figuren der Commedia dell'Arte verwendete. Zu den Vorläufern der Opera buffa zählen die wenigen komischen Opern des 17. Jh.s (z.B. V. Mazzocchis Chi soffr esperi, 1639, Melanis Il podestà di Colognole, 1657). Tauchten während des 17. Jh.s noch Figuren verschiedener sozialer Schichten in den Opern auf, so vollzog die Reform Zenos eine klare Trennung, wodurch das Entstehen einer eigenständigen Oper mit Figuren aus unteren sozialen Schichten begünstigt wurde. Ab 1709 kam es in Neapel im Teatro dei Fiorentini zu ständigen Spielzeiten der Opera buffa, ab 1730 war sie in Rom, ab 1740 in Venedig, um 1750 in ganz Europa beliebt. Die Stoffe waren vielfältiger als die der Opera seria und griffen aktuelle Themen auf. Um eine größere Palette der Komik und Tiefe zu erreichen, gewannen spezielleRollen, so genannte »parti buffe« und »parti serie«, an Bedeutung. Ausgehend von der Neapolitan. Schule (Vinci, Leo, Paisiello, Cimarosa) wurde die Opera buffa Ende des 18. Jh.s zu einer allgemein verwendeten Opernform, die in Italien nach Rossini verblühte, mit Verdis Falstaff (1893) und Puccinis Gianni Schicchi (1918) nochmals auflebte. Literatur: J. Maehder (Hrsg.), Zwischen Opera buffa und Melodramma. Italienische Oper im 18. und 19. Jahrhundert, Frankfurt/Berlin 1994 (Perspektiven der Opernforschung 1).

[Reclams Opernlexikon, S. 7170 (c) 2001 Philipp Reclam jun. http://www.digitale-bibliothek.de/band52.htm ]
 

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