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"Frühlingsstürme" von Jaromír Weinberger

Operette in drei Akten [1933]
Premiere: 25. Jan 2020 in der Komischen Oper Berlin


Musikalische Leitung Jordan de Souza
Inszenierung
Barrie Kosky
Choreographie
Otto Pichler
Bühnenbild und Licht
Klaus Grünberg
Kostüme
Dinah Ehm
Dramaturgie
Ulrich Lenz

Mit:
General Wladimir Katschalow Stefan Kurt
Tatjana
Alma Sadé
Lydia Pawlowska
Vera-Lotte Boecker
Roderich Zirbitz
Dominik Köninger
Ito
Tansel Akzeybek
Es spielt das Orchester der Komischen Oper Berlin.


"Die »letzte Operette der Weimarer Republik« kehrt zurück. Das Werk des zu seiner Zeit überaus erfolgreichen jüdisch-tschechischen Komponisten Jaromír Weinberger wurde am 20. Januar 1933, knapp einen Monat nach Paul Abrahams Ball im Savoy und zehn Tage vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Berliner Admiralspalast mit Richard Tauber als japanischem Offizier Ito und Jarmila Novotná als russischer Generalswitwe Lydia Pawlowska uraufgeführt.[...]"
[Komische Oper Berlin]


Besuchsbericht:

Auf der Bühne befindet sich raumfüllend eine riesige Kiste. Sie soll symbolisieren, dass die Originaldokumente der Operette Frühlingsstürme von Jaromír Weinberger unentdeckt auf irgendeinem Dachboden oder Keller irgendwo in der Welt noch auf ihre Entdeckung warten. Barrie Kosky und sein Team wollten nicht darauf warten, das Werk wurde rekonstruiert nach überlieferten Fragmenten und weiteren verschiedener Quellen.

Die Operette ist von Weinberger für das Publikum und die Zeit um 1933 geschaffen worden und ist zu den damaligen kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Geschmack neben anderen Operetten dieser Zeit zu sehen. Das nun aber eine derart, bis heute noch in zwar schwacher aber dennoch vorhandener Erinnerung, wie der grausame Krieg in der Mandschurei zwischen Russland und Japan am Anfang des 20.Jahrhunderts als Grundlage für eine leichte Operette genommen wird, ist dem Geschmack der Zeit geschuldet, die daraus ihre exotischen Träume und Stoff für Operetten bezieht.

 
Foto: ©  iko freese_drama_berlin-de

Die „Kiste“ auf der Bühne entpuppt sich, aufgeklappt als eine äußerst variable Konstruktion um das Bühnenbild zu wandeln. Die einzelnen Wände haben jeweils eingebaute Türen, die nun fleißig als Spielumgebung von schwarzgekleideten Bühnenpersonal zu immer neuen Räumen verschoben werden und in ihr die einzelnen Szenen der Operette spielen. Auch die obligatorische Freitreppe der Operette ist vorhanden und als ein Novum läuft in einer Szene (Krieg und den Frieden danach symbolisierend) ein imposantes Feuerwerk mit Raketen und Feuerregen im Hintergrund der Bühne ab (… und raucht noch nach bis zum Ende der Vorstellung!) Das i-Tüpfelchen setzt das Tanzensemble der „Pichler-Truppe“ auf die Handlung durch begeisternde Choreografien.

Apropos Handlung, in Sprechrollen und mit schmissigen Gesangsnummern wird die Handlung vorangetrieben. Die Geschichte ist nicht immer logisch im Zusammenhang und den Ablauf aber sie erzählt witzig und unterhaltsam, mit manchmal sehr derben und zotigen Szenen eine unterhaltsame Geschichte von Beziehungen, Beziehungsproblemen und einfach nur witzige Geschichten vor dem Hintergrund von Krieg, Flucht, Politik und Spionage.



 Foto: ©  iko freese_drama_berlin-de
 

Die Rollen sind bestens besetzt und die Hauptrolle ist sogar eine reine Sprechrolle. Das war ein sehr unterhaltsamer Abend, trotz der personellen Tragik in der Historie des Berlins der 30er Jahre. Eine Operette, wie man sie in dieser Zeit vermutet und auch kennt, an unsere heutige Zeit und Kultur angepasst sehen möchte. Das Publikum war jedenfalls begeistert und zeigte das durch nicht enden wollenden Applaus für die Darsteller und das Team. Es ist schon ein Qualitätsmerkmal, wie man es bei Barry Kosky und der Komischen Oper Berlin erwartet und auch gewohnt ist.

.Peter Dahms [OpernInfo-Berlin.de]

Weitere Vorstellungen:
Jan 2020 / Sa 25. /Mi 29.
Feb 2020 /Sa 8. /Do 13. /So 23.
Mär 2020 /So 1. /Do 12.

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