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"Die Deutschen und ihr Theater" - im Mai 2018
Theorien, Analysen, Positionen


Manfred Brauneck
Die Deutschen und ihr Theater
Kleine Geschichte der »moralischen Anstalt« – oder:
Ist das Theater überfordert?

Mai 2018, ca. 200 Seiten, kart.,
Print, 24,99 €
ISBN 978-3-8376-3854-7


 www.transcript-verlag.de

Das Buch von Manfred Brauneck erscheint auf den ersten Blick als eine kurzgefasste konzentrierte Einführung in sein sechsbändiges Monumentalwerk „Die Welt als Bühne“. , fertiggestellt 2007 mit einem Registerband. Der Inhalt des vorlegenden Bandes behandelt die Zeit seit der Mitte des 18. Jahrhunderts und wird jedoch weitergeführt mit dem weiteren Verlauf der Theatergeschichte bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts und bis in die aktuellsten politischen und kulturellen Entwicklungen.

Eine Rezension in der FAZ aus Anlass des Erscheinens, der zweiten Bandes von „Die Welt als Bühne“, vom 06.09.1996 bemängelte, dass Brauneck, wie andere Autoren der Theaterwissenschaft aus der Germanistik kommt und deshalb die Oper und das Ballett gegenüber dem Schauspiel im Hintergrund bleibt und so ist es auch geblieben. Brauneck meint, wenn er Theater sagt, das Sprechtheater und nicht auch das Musiktheater mit Oper, Ballett und Tanz. Wobei er in seinen weiteren Untersuchungen dem Tanz, durch die Entwicklungen in neuerer Zeit zunehmend eine politische Funktion zuschreibt.

In dieser neuen Arbeit ist die Leitlinie, die politische und gesellschaftliche Entwicklung, mit dem Schwerpunkt der deutschsprachigen Länder und deren Zusammenspiel mit den literarischen Entwicklungen im erweiterten Begriff des Theaters und der Bühne besonders auch mit Berücksichtigung der Ökonomie. Die allgemeine Entwicklung vom Hof- zum Staats- und zum Volkstheater mit ihrem Einfluss auf das Repertoire wird anschaulich beschrieben.

Wie in den vorhergehenden Arbeiten Manfred Braunecks, in denen Fakten, Daten und Abbildungen nebeneinandergestellt werden, fehlen hier die Abbildungen. Das ist natürlich dem Format dieses Bandes geschuldet und schmälert den Wert des Inhalts, was die Faktendichtheit und die Anschaulichkeit, betrifft in keiner Weise. Der Inhalt ist strukturiert in Hinblick auf die historische politische und kulturelle Entwicklung und sie wird nach ihrem gegenseitigen Einfluss befragt. Das Buch soll von der Absicht her die Frage beantworten, ob das Theater im weitesten Sinne, die Bildung eines Nationalbewusstseins und in der Folge die Bildung eines Nationalstaates als Kulturnation befördert oder vielleicht auch behindert hat. Zu diesem Zweck werden auch die kulturellen Einflüsse durch die europäischen Nachbarn, Frankreich, England und Italien beleuchtet.

Die Absichten von Reformern, Philosophen und Potentaten werden mit den Ergebnissen, den Erfolgen und den Misserfolgen gegenübergestellt, die Beantwortung der Hauptfrage, liefert Brauneck zum Schluss seines Buches: „Eine ‚moralische Anstalt‘ ist das Theater nicht“, und wollte es auch nie sein“(173), wie es für Schiller, für ihn und andere Dichter und Philosophen seiner Zeit das Ziel sein sollte. Alle gegenteiligen Zuordnungen sind für Brauneck „wohl vor allem Legitimationsrhetorik der Funktionäre und der Statthalter der Theater“ (173). Das Theater ist und war zu einem überwiegenden Teil eine Institution, die ein wirtschaftlich orientiertes Unternehmen zur Unterhaltung eines interessierten Publikums darstellt. Brauneck zitiert dazu einige neuere Statistiken zu diesen zur „Kultur- und Kreativwirtschaft“ gehörenden Unternehmen, zu der Theater, Oper und Operette gehören.(172)

Das Buch liefert eine Fülle von Fakten zur europäischen und besonders zur deutschen Theatergeschichte und kann deshalb auch sehr gut im handlichen Format zum Nachschlagen genutzt werden.


Peter Dahms [OpernInfo-Berlin.de / Dahms-Projekt.de]


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