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Die metastasianische Opera seria.

"Denkzettel 004", vom 22.04.2007

(Vinci, Hasse)*
Die venezianische Oper in ihrer Spätphase um 1690 bis 1700 hatte bereits den auch weiterhin normativen dramatischen Aufbau aus Secco-Rezitativ und Da capo-Arie als affektsammelnden Szenenabschluß ausgebildet, als auch Neapel in den Vordergrund der Operngeschichte rückte und bedeutende, in den berühmten Konservatorien dieser Stadt geschulte Komponisten den Ton anzugeben begannen. Neben anderen ragte um 1700 vor allem A. Scarlatti mit etwa 115 Opern (davon nur 36 vollständig erhalten) hervor, doch ist zweifelhaft, ob er und die führenden Opernkomponisten nach ihm unter dem bisher gängigen Begriff der »Neapolitanischen Opern-Schule« (Neapolitanische Schule) zusammengefaßt werden können. Die neuen Züge im Bereich der repräsentativen Opera seria sind nicht ausgeprägt genug, um sich von der spätvenezianischen Oper eindeutig abzuheben, der Wandel in der Musik aber, der sich um 1700 anbahnte und der Opera seria (»Arien-Oper«) bis um 1750 das Gesicht verlieh, ist allgemein und nicht speziell neapolitanisch. Einen besonderen und höchst bedeutsamen Weg, der aus allen Traditionen schöpfte, geleitet war durch eine überragende Phantasie, durch eigene dramatische Vorstellungen und durch die Bedingungen, die er vorfand, verfolgte in London G. Fr. Händel (40 Opern von 1711 bis 1728). Den dramatischen Grundriß der stets dreiaktigen Opera seria im 18. Jh. haben die Reformen der Dichter A. Zeno und P. Metastasio festgelegt. Sie betrafen die Stoffe (Ausschaltung der komischen Szenen) und die Dramaturgie (Plazierung der Arie ans Szenenende und strikte Trennung zwischen handlungstragendem Rezitativ und Arie, in der Affektbekundung mit Stillstand der Handlung einherging). Dies war der Typus der Opera seria, der trotz mancher Reformversuche und Kritik bis gegen Ende des 18. Jh. in ganz Europa maßgeblich blieb. Die musikalische Hauptform der Da capo- bzw. Dal segno-Arie (als Abgangs-, seltener als Auftrittsarie), die meist mit virtuosen Koloraturen ausgestattet wurde, gab der Opera seria den Charakter des Statuarischen und Festlich-Zeremoniellen, der vom Kastratengesang, von einem festen Rollen- und Situationsschema und von der obligatorischen Versöhnung am Schluß (lieto fine) noch unterstrichen wurde. Der Da capo-Anlage liegt ein 5teiliges Schema zugrunde: aa´ b aa´ (a und b Vertonung der ersten und zweiten Textstrophe) mit Orchesterzwischenspielen. In der Dal segno-Arie wurde der erste Teil (aa´) nicht vollständig wiederaufgenommen. Das Da capo hatte den Sinn, dem Sänger Gelegenheit zur freien Verzierung seiner Gesangspartie zu geben, erschien also nicht als bloße Wiederholung. Trotzdem konzentrierte sich die Kritik an der Opera seria vor allem auf die Überlänge der Arien. Die Opera seria, die zu Recht auch als die »metastasianische Oper« bezeichnet werden könnte, war ein extrem unnaturalistisches Fest-Theater, in dem das Regelhaft-Ornamentale und Stilisierte auch des Affektausdrucks im Vordergrund stand und die Handlung als exemplarische (allegorische) und idealisierende Darstellung menschlicher Konflikte und ihrer Lösung verstanden wurde. Sollte nicht Wesentliches aufgegeben werden, waren ihrer Reform enge Grenzen gesetzt. Zum Grundbestand der Seria gehörten außer der Arie das Accompagnato-Rezitativ als pathoserfüllter Anstieg zur Arie, die nur spärlich verwendeten Chöre und Ensembles (Schluß-Duette und -Terzette), seit Scarlatti auch der Typus der dreisätzigen Opernsinfonia (schnell-langsam-schnell; Ouvertüre). Als Hauptmeister sind u.a. zu nennen: L. Vinci, L. Leo, G.B. Pergolesi, J.A. Hasse, Fr. de Majo, K.H. Graun, sodann B. Galuppi, N. Jommelli, D. Terradellas, T. Traëtta, J. Chr. Bach, P. Anfossi, G. Paisiello, G. Sarti und D. Cimarosa.

* VINCI, Leonardo, *zwischen 1690 und 1696 Strongoli (Kalabrien) oder Neapel, †zwischen 27. und 29.5.1730 Neapel;
  HASSE, Johann Adolf, * (getauft) 25.3.1699 Bergedorf (bei Hamburg), † 16.12.1783 Venedig.
  
[Das Große Metzler Musiklexikon © 2002 Systhema in der United Soft Media Verlag GmbH, München]
 
Opera seria (ital., ernste Oper). Eine rückwirkend verwendete Bezeichnung für die heroische ital. Oper ab Ende des 17. bis zu Beginn des 19. Jh.s, die zu ihrer Zeit »melodramma serio« oder »dramma per musica« genannt wurde. Ausgehend von den literarisch- neoklassizistischen Reformen seit Ende des 17. Jh.s kristallisierte sich durch die Versuche von Librettoreformern wie Zeno, dann Metastasio, eine klar gegliederte Handlung heraus, in deren Mittelpunkt die durch Anfechtungen aller Art angegriffene Herrscherfigur steht. Die Stoffe stammten aus dem Bereich der Historie, gelegentlich des Mythos, und wurden ins Ambiente der höfisch-aristokratischen Gegenwart übersetzt. Die musikalische Grundform wurde die Da- capo-Arie, die im Gegensatz zum handlungsintensiven Rezitativ Ausdruck der Gefühle bot, Duette kamen kaum, Ensembles und Chöre gar nicht vor. Bis Ende des 18. Jh.s, als gleichberechtigt daneben die Opera buffa entstand, war die Opera seria die beherrschende Form der ital. Oper. Gefestigt war die Gattung um 1720 (Vinci, Leo, Porpora, Pergolesi), ihre Verbreitung in ganz Europa erfuhr sie um die Jahrhundertmitte durch Hasse, Galuppi, de Majo, J. C. Bach; bei Traetta und Jommelli finden sich Einflüsse der frz. Tragédie lyrique. Von den späteren Vertretern wie Piccinni, Sarti, Sacchini, Anfossi, Salieri, Paisiel-lo, Cimarosa, Haydn, Mozart, Naumann – mehrere von ihnen waren in Paris tätig – vollzogen einige den Wechsel zu neuen Formen, die nach Gluck zum Teil in die Grand opéra mündeten. Literatur: R. Strohm, Die italienische Oper im 18. Jahrhundert, Wilhelmshaven 1994.

[Reclams Opernlexikon, S. 7175 (c) 2001 Philipp Reclam jun. http://www.digitale-bibliothek.de/band52.htm ]


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