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"Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart

Oper in zwei Aufzügen
Text
Emanuel Schikaneder
Uraufführung
30.9.1791 in Wien,
Theater im Starhembergischen Freikaus auf der Wieden
Premiere
1994 in der Staatsoper Unter den Linden Berlin,
Inszenierung von August Everding in einer  Rekonstruktion von Friedrich Schinkels Bühnenbild von 1816

    Musikalische Leitung - Wolfram-Maria Märtig
    Inszenierung - August Everding
    Bühnenbild nach Karl Friedrich Schinkel  - Fred Berndt
    Kostüme - Dorothée Uhrmacher
    Chöre - Frank Flade

Mit:
    Tamino - Joel Prieto
    Pamina - Evelyn Novak (für die erkrankte Anna Prohaska)
    Papageno - Klaus Häger
    Papagena - Sónia Grané
    Königin der Nacht - Anna Siminska
    Sarastro -  René Pape
    Sprecher - Arttu Kataja
    Monostatos - Michael Smallwood

Staatsoper im Schiller Theater
Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin

"Karl Friedrich Schinkels
faszinierendes Bühnenbild für den Auftritt der Königin der Nacht mit Sternenkuppel und schmaler Mondsichel ist berühmt geworden. Die Entwürfe des genialen Architekten für »Die Zauberflöte« aus dem Jahre 1816 bilden die Grundlage der Inszenierung von August Everding."
[Staatsoper Berlin]


Foto: © Monika Rittershaus
 

Man kann die Zauberflöte auf vielerlei Arten betrachten und Vergnügen darin empfinden. Man kann sie einfach als eine prächtige Märchenoper sehen. Man kann sie als eine große Oper mit wirkungsvollen Maschineneffekten, großartiger Kostüm- und Bühnenbildinszenierung und kunstvollen Arien erleben. Man kann sie aber auch als eine Erzählung mit Musik sehen, in der es gilt, Anspielungen auf Geheimgesellschaften und Geheimriten durch die Entschlüsselung von mystischen Hinweisen zu entziffern.


Foto: © Monika Rittershaus
 

Alle diese Betrachtungsweisen wurden der Oper während der letzten 220 Jahre seit ihrer Uraufführung 1791 in Wien, mit den Änderungen des Zeitgeistes zugeschrieben. Diese Variabilität hat auch zu ihrer ungeschmälerten Popularität in den ganzen Jahren beigetragen.
Eine denkwürdige Aufführung an der Berliner Staatsoper von 1816 ist in besonderer Erinnerung geblieben. Der Entwurf und die Ausführung der Bühnengestaltung durch den preußischen Oberbaurat, der die Bühnenmalerei als sein Hobby verstand, Karl Friedrich Schinkel. 1994 über nahm der Intendant Everding diese Inszenierung für eine Wiederaufnahme in der Staatsoper Unter den Linden. Die Ausführung wurde den erhaltenen Entwürfen und den Drucken nachempfunden, für eine eindeutige Kopie reichten die Vorlagen nicht. Es fehlte bei den zweidimensionalen Drucken an der Darstellung der dreidimensionalen Perspektive, die dem Architekten Schinkel so wichtig war. Nach diesen Vorgaben wurde die Wiederaufnahme 2013 ausgerichtet und durch einige moderne Anpassungen, auch im Libretto, inszeniert. Die Vorgaben mit insgesamt zwölf verschiedenen Dekorationen, die sich teilweise wiederholen, mussten in zwei Akten untergebracht werden. So wechseln die Bilder während der Szenen im leicht verdunkelten Hintergrund durch Bewegen von seitlichen Kulisseneinschüben und Tableaus, die von oben ins Bild gesenkt werden, dazu einzelne Elemente, wie flatternde Vögel, wilde Tiere, ein segelndes Schiff auf einem See und vielfältige Lichteffekte für Feuer, Wasser, Blitz und Donner. Eine aufwendige Bühnenmaschinerie, die dafür in Bewegung gesetzt werden muss.


Foto: © Monika Rittershaus
 

Das Libretto erscheint als eine einfache Abenteuergeschichte um zwei gegensätzliche Liebespaare, die sich zum Schluss, nach vielen gemeinsam bestandenen Abenteuern, in die Arme fallen. Der tiefere Sinn erschließt sich erst durch die Entschlüsselung der Funktion und der Motive der Personen. Hier ist der Punkt, an dem die Freimaurerverbindung Mozarts und Schikaneders als Handlungsgrundlage relevant wird. Prüfungen und Charaktereigenschaften bestimmen den Handlungsablauf, der zum Schluss zur großen Versöhnung zwischen Gut und Böse, zwischen Tag und Nacht, zwischen Sonne und Mond führt.


Foto: © Monika Rittershaus
 

Mozart hat mit seiner Komposition einen großen Bogen gespannt in der Musik für seine Darsteller. Ausgehend von der Tradition der Gattung des Wiener Singspiels, in dem sich noch der Wiener Kasperltyp des Papageno befindet, über den Typ der Opera seria mit der Virtuosität der Königin der Nacht, dem Priester Sarastro in der Tradition der Barockoper, den drei Damen der Königin der Nacht und dem Monostatus den Typus der Opera buffa bis zu Taminos zukünftiger Frau Pamina, die den Typos der romantischen Oper präsentiert.
Mozart hat sich dabei mit seinen Stilbrüchen oft gegen das Libretto gesetzt und damit eigene Akzente eingeführt, wie gegen die Priesterkaste, für die Frauen und die Uneingeweihten der Mysterien.
Bei den Sängern der Wiederaufnahme setzte René Pape als Sarastro mit seinem Bass eindrucksvolle Akzente durch eine gewaltige Stimmkraft und erhielt dafür den meisten Beifall des Publikums. Die Königin der Nacht, gestaltet von Anna Siminska hat traditionell die meiste Aufmerksamkeit, sind dieser Rolle doch eindrucksvolle Koloraturen und Verzierungen zugewiesen. Sie erfüllte diese Aufgabe virtuos und ohne Tadel bis in die größten Höhen. Die angekündigte Sängerin für die Rolle der Pamina wurde von Evelyn Novak gesungen, die für die erkrankte Anna Prohaska einsprang. Das war kein Ersatz, das war eine Spitzenleistung, die sie in Vertretung absolvierte. Es wäre ungerecht, die anderen Sängerinnen und Sänger nicht zu erwähnen. Alle weiteren Rollen waren ausgezeichnet besetzt und wurden mit begeistertem Beifall bedacht, ebenso der Chor und das Kindertrio, dass die Begleiter von Papageno und Tamino darstellte.


Foto: © Monika Rittershaus
 

Ein schöner Opernabend wurde in der Zeit der Besinnung zwischen den Feiertagen von der Staatsoper Berlin geboten. Die Aufführung machte nachdenklich, war besinnlich, fröhlich und ein Fest der Stimmen und der Melodien, dazu ein Augenschmaus mit dem Bühnenbild von Schinkel.

Peter Dahms
[OpernInfo--Berlin.de]

Weitere Informationen unter www.staatsoper-berlin.de

Weiter Vorstellungen:
09. Jan 2014 | 19:00 UHR
11. Jan 2014 | 19:00 UHR
08. Mär 2014 | 19:00 UHR
Zum letzten Mal in dieser Spielzeit
Staatsoper im Schiller Theater


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Heute ist Dienstag, der 12. November 2019