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"Knappheit" - ZfK - 1 | 2011

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"Knappheit" - ZfK - 1 | 2011
Zeitschrift für Kulturwissenschaften - Themenheft

Maren Möhring, Erhard Schüttpelz, Martin Zillinger (Hg.)

KNAPPHEIT

Zeitschrift für Kulturwissenschaften,
Heft 1/2011

Sept. 2011, 148 S., kart., 8,50 €
ISBN 978-3-8376-1715-3


ZfK Zeitschrift für Kulturwissenschaften
ISSN 9783-9331 © 2011 transcript-Verlag Bielefeld

Die ZfK, Zeitschrift für Kulturwissenschaften wurde 2006 gegründet. Nach den Plänen der Herausgeber Lutz Musner und Thomas Hauschild sollte die neue Zeitschrift „Forum für aktuelle Debatten zwischen kulturwissenschaftlichen orientierten Fächern sein. Es sollten in erster Linie junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zu Wort kommen, die aus der Tiefe der Einzeldisziplinen heraus aktuelle Ansätze entwickeln.“ Diesem Anspruch stellen sich die Herausgeber indem sie Aufsätze von Autoren aus den verschiedensten Kulturbereichen, in Themenbänden zusammengefasst, veröffentlichen.

Der erste Band ZfK 1-2007 war dem Thema „Fremde Dinge“ gewidmet, der sich mit der „Materiellen Dimension von Kulturen“ befasste. Nach dem einleitenden Editorial der Herausgeber wird eine Auswahl aus den eingesandten Aufsätzen zusammengefasst und abgerundet durch eine aktuelle Diskussion über den „Begriff Kultur“.
In der gleichen Art wurden seitdem unter anderen folgende Themen untersucht und diskutiert: „Politische Ökologie“, „Sehnsucht nach Evidenz“, „Kreativität. Eine Rückrufaktion“ und „Filmwissenschaft als Kulturwissenschaft“, wie auch „Emotionen“ und „Kultur und Terror“.

Der vorliegende Band ZfK 1-2011 behandelt das Thema „Knappheit“ und wurde zusammengestellt von den Herausgebern Maren Möhring, Erhard Schüttpelz und Martin Zillinger. Einleitend beschreiben sie die Verwendung und die Spannweite des Begriffes „Knappheit“ in ihrem Artikel: „Und nicht zu knapp – Zur Einführung“: »(Der)  Begriff der >Knappheit<  (verteilt) sich meist zwischen einigen wenigen stabilen Annahmen und Gegenannahmen. Für die einen ist >Knappheit< nicht nur ein ökonomischer, sondern auch ein anthropologischer Grundbegriff. Es liegt in der Natur des Menschen, dass seine Bedürfnisse unbegrenzt und sind und die Mittel ihrer Befriedigung entsprechend allesamt >knapp<.« Zur kulturwissenschaftlichen Aufgabe ihres Heftes formulieren sie, dass die Deutung der Gegenwart nur in der Erweiterung des historischen, exegetischen und kulturvergleichenden Spielraums stattfinden kann. Anschließend geben sie eine kurze Beschreibung der aufgenommenen Aufsätze:

Jörg Potthast führte eine „Innovationsanalyse in Kalifornien“, in einer Standortanalyse der erfolgreichsten Technologiestandorte der hoch entwickelten Welt durch und beschreibt die Ergebnisse.
Simone Derix bearbeitete „Die Knappheiten der Vermögenden. Über die Ökonomischen Perspektiven auf den Familiennamen.“ Sie sieht darin Knappheit als heuristische Perspektive in einer geschichtswissenschaftlichen Analyse. Sie untersucht eine Strategie, bei der sich Knappheit nicht nur auf finanzielles Kapital, sondern auch auf einen Familiennamen beziehen kann.
Corinna R. Unger untersuchte die Frage: „Knappheit - Hemmnis oder Sprungbrett? Über indische Entwicklungsstrategien zwischen Intervention und Eigensinn.“ Sie untersuchte über die traditionelle Lebensweise einer abgelegenen Dorfgemeinschaft in Indien und nach einer längeren Pause die gleiche Gruppe nach der Durchführung von Entwicklungsvorhaben der indischen Regierung. Sie stellte dabei fest, dass die Wahrnehmung von vorhandener Knappheit bei den Betroffenen eine wesentlich andere war als die Vorstellungen der Administration.
Hubertus Büschel schreibt über „Sparzwang und Vorsorge als Techniken der Menschenführung im tropischen Afrika, 1920-1975.“ Er untersuchte die Wirkung von Vorurteilen bei der Bewertung des Haushaltsbudgets von afrikanischen Familien und die Folgen falscher Schlussfolgerungen und Maßnahmen zu deren Veränderung, zur vermeintlichen Verbesserung.
Nacim Ghanbari überschreibt seine Untersuchung mit „Die Bauern, der Neid und die Logik knapper Güter.“ Er hat dafür „George M. Forster wiedergelesen.“ Auch hier wird festgestellt, dass aus einem völlig anderen kulturellen Umfeld urteilend, ein vorgefundener ökonomisch, kultureller Zustand als Mangel postuliert und geändert wird, obwohl durch die Änderung eine negative Entwicklung in Gang gesetzt wird.
Gerd Spittler beschreibt ein „Wohnen ohne Tisch und Stuhl“ und fragt, „Leben die Kel Ewey Tuareg in einer Mangelgesellschaft?“ Die Untersuchung zeigt, dass der Begriff des Mangels in den unterschiedlichen Kulturen eine völlig andere Wertung erfährt. Reichtum und Armut sind ausschließlich auf den jeweiligen Kulturraum und den darin bestehenden Bedürfnissen begründet und in keiner Weise mit anderen kulturellen Umgebungen vergleich- oder vereinbar.
Cora Bender schreibt „Von der Konkretheit der Bedürfnisse: Fülle, Mangel und Diabetes bei den Ojibwe von Wisconsin.“ Auch hier ist die Bedürfnislosigkeit von Naturvölkern, in diesem Falle nordamerikanische Indianer das Untersuchungsthema. In dieser Umgebung erfahren die Begriffe Überfluss und Mangel eine völlig andere Definition und Bedeutung als in anderen kulturellen Umgebungen und bestimmen damit auch die Lebensweisen und Ziele der Bedürfnisbefriedigung der Menschen.
Anton Duffesbach sieht „Das Ende der Werkseligkeit - Franz Baermann Steiners Deutung der deutschen Inflation.“ Eine Untersuchung zwischen den Schriften Max Webers zur „protestantischen Ethik …“ und den Ursachen der Inflation.
Das Heft schließt mit einer Debatte: „Das Knappheitsparadigma und die Kulturwissenschaften.“
Die Debatte wird von Monika Dommann mit ihrem Aufsatz: „Reden wir übers Geld! Aber wie? Und wozu?“ eingeleitet. Darauf antworten Dieter Haller, Valentin Groebner, Dominik Schrage und Christine Weder aus der Perspektive ihrer Arbeitsgebiete als Ethnologe, als Historiker, als Soziologe und als Literaturwissenschaftlerin über ihre Wahrnehmungen von Knappheit und deren ökonomischen Einflüsse auf die Wissenschaften. Abschließend fragt Monika Dommann in einer Gegenantwort, „Was ist Wirtschaft und woran würde man sie erkennen?“
Das hier gelesene Themenheft erfüllt seinen Anspruch, Wissenschaftler der verschiedenen Kulturwissenschaften zu veranlassen, aus einer interdisziplinären Sicht, das gleiche aktuelle Thema zu betrachten. Durch diese Sicht entstehen völlig neue Erkenntnisse und überraschende Zusammenhänge wenn gleiche Begriffe mit den Methoden der verschiedenen Disziplinen untersucht und bewertet werden. Interessant wäre hier noch, den Zustand der Knappheit auf die Kunstwissenschaften zu untersuchen und deren Einflüsse auch dort zu untersuchen.
[Peter Dahms OpernInfo-Berlin.de - TanzInfo-Berlin.de]

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