Zeiten und Epochen
von Romantik, Biedermeier zum Realismus, Naturalismus

Wissenschaft und Technik.
Die industrielle Revolution begann zuerst im 18.Jahrhundert in England und breitete sich ab der Jahrhundertwende zum 19.Jahrhundert auch auf 'Deutschland' mit der Gründung der ersten bedeutenden Industrieunternehmen aus. Für Berlin z.B. 1837 Lokomotivfabrik Borsig und 1847 die Elektrofirma Siemens&Halske. Die Epochenbetrachtung bezieht sich überwiegend auf die Darstellende Kunst und Literatur hat aber auch wesentliche politische Veränderungen zur Folge, da Veränderungen sich auf die Mentalität der Menschen auswirken bzw. durch Mentalitätsänderungen verursacht werden. Die Hinwendung zu Naturwissenschaften und Technik wirkte sich dann auf die Industrielle Entwicklung aus und unterstützt sie. Durch die vielen Erfindungen vollzog sich in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts ein weitreichender Fortschritt und ebenso eine große Weiterentwicklung der Einzelwissenschaften. 1814 wurde London mit Gaslaternen beleuchtet, Berlin folgte 1826 nach. 1830 verkehrte in England die erste Eisenbahn, Deutschland folgte 1835. 1829 wurde die Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft gegründet. Neue Erkenntnisse brachten die Entdeckungen der Elektrolyse, der elektromagnetischen Wellen, der Morse-Telegrafie und der Fotografie..
    
Romantik.
Die Romantik ist im Wesentlichen eine Epoche des späten 18.Jahrhunderts. Der Nachfolger des Klassizismus wurde als Antiklassik verstanden, Die Frühromatik ist das Zeitalters der Revolutionen, vor dem Wiener Kongress. Sie geht ab etwa 1810 als Spätromantik in das Biedermeier bis 1820 (1830) über.

Biedermeier.
Als Biedermeier gilt die Zeit von etwa 1815 als Antwort auf den errreichten Frieden nach dem Wiener Kongress, es wirkt sich besonders auf den Übergang zur Bürgerlichkeit aus und vermengt sich mit dem Vormärz und dem 'Jungen Deutschland'. Der Biedermann war ursprünglich die Bezeichnung für einen treuherzigen, philiströs moralisierenden Menschen kleinbürgerlich enger Geisteshaltung, der sich nicht für Politik interessierte und sich im engen Rahmen bewegte. Heute wird Biedermeier als Stil der Dichtkunst, der Mode, der Kultur des Wohnens und der Malerei verwendet im Zeitbereich etwa 1815 bis 1848 und mit der Vorstellung einer einfachen, glücklichen Zeit verbunden. Der Begriff ist ein typisch deutscher und die Hauptzentren der Biedermeierkultur waren im Wesentlichen Wien, Berlin, Düsseldorf und München.

Vormärz und 'Junges Deutschland'.
Politisch wird die Zeit des Biedermeier als Vormärz oder Restauration bezeichnet. Es ist die Zeit vor der 1848er Revolution. Vormärz ist die politische Intention der schreibenden Literaten etwa zwischen 1830 und 1850, eine zentrale Rolle spielten die unter dem Schlagwort Junges Deutschland versammelten Literaten unter denen Heinrich Heine hervorragte. Nach eher losem Kontakt ergab sich erst eine faktische Zusammengehörigkeit durch das Verbot ihrer Schriften, gegen den Absolutistischen Staat und der dogmatischen Kirche gerichtet, in den Jahren 1834 und 1835.Sie traten ein für die Überwindung moralischer Konventionen, die Meinungsfreiheit, die Demokratie, soziale Gerechtigkeit  und die Emanzipation der Frau.[1]

Realismus und  Naturalismus
Der Begriff kam erstmals zum Ende des 18.Jahrhunderts auf und wurde in der Mitte des 19.Jahrhunderts zum zentralen Schlagwort in der literarischen Diskussion und beschreibt das Verhältnis von Literatur und Wirklichkeit. Dieser Begriff bezeichnet die literarische Epoche, die dem Biedermeier und dem Vormärz folgte also beginnend mit der gescheiterten Revolution 1848, bis zum Ende des Jahrhunderts reichte und vom Naturalismus abgelöst wurde. Es war jedoch der bürgerliche Mensch und seine Lebensverhältnisse, die zum Thema des Realismus genommen wurden. Den 'vierten Stand', die Unterschicht entdeckt erst der Naturalismus als Gegenstand der Literatur.Es ging bevorzugt um die Darstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Bürgertums.


*) Klemens Wenzel Fürst von Metternich, geb. 1773 in Koblenz - gest. 1859 in Wien.
    Durch seine Heirat mit der Gräfin Eleonore Kaunitz, deren Familie großen Einfluß am österreichischen Hof hatte, trat er in habsburgische Dienste. Durch seine verschiedenen politischen Funktionen und seiner Dominanz beim Wiener Kongress 1814/15 hatte er wesentlichen Einfluß auf die territoriale und politische Neuordnung Europas nach dem Sturz Napoleons I. Das sogenannte "Metternich'sche System' strebte die Restauration und die Aufrechterhaltung der alten, vorrevolutionären monarchischen Ordnung in Europa an. Das führte dann auch zum endgültigen Sturz nach Machtverlust in den 20er Jahren als Symbolfigur der Reaktion.

Quellen:
[1] Die Industrialisierung in Deutschland 1800 bis 1914,
    Friedrich-Wilhelm Henning,
    UTB 145, 9. Auflage 1995, ISBN 3-8252-0145-7
    1. Auflage, Ferdinand Schöning Verlag,1972 ISBN 3-506-99437-9
[2] Das Junge Deutschland,
    Texte und Dokumente Hrsg.Jost Hermand.
    Reclam Verlag UB Nr. 8703, Stuttgart 1966,
    ISBN 3-15-008703-1
[3] Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung
    Band 7, Vom Deutschen Bund zum Kaiserreich 1815-1871
    Reclam Verlag UB Nr.17007, Stuttgart 1997,
    ISBN 3-15-017007-9
[4] Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung
    Band 8, Kaiserreich und Erster Weltkrieg 1871-1918
    Reclam Verlag UB Nr.17008, Stuttgart 2000,
    ISBN 3-15-017008-7

   

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