"Gewerbehöfe" in der Luisenstadt.

Die innere und die äußere Luisenstadt erhielt ihren Namen nach der Gattin des preußischen Königs Friedrich Wlihelm III schon im Jahre 1802. Auf der Grundlage des 1835 von Friedrich Schinkel geplanten  strengen Strassenrasters, mit Schmuckplätzen zur Auflockerung, entwirft Peter Joseph Lenné einen Bebauungsplan, der gleichzeitig die negativer Entwicklungen englischer Industriestädte durch vorausschauende Planung verhindern sollte.
Die staatlichen Vorleistungen für die gewerbliche, industrielle Entwickluing  der Luisenstadt, richteten sich bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts auf den Straßen-, Wasserstraßen- und Brückenbau, 1745 die Oberbaumbrücke, 1845 bis 1850 der Landwehrkanal und erst in den 60er Jahren setzt dann eine rege Bautätigkeit bis zum Ende desb Jahrhunderts ein. Zu dieserZeit wurde auch die höchste Bevölkerungszah lerreicht.
Die gute Verkehrsanbindung war für die Ansiedelung von Industrie und Gewerbe von ausschlaggebender Bedeutung, der Landwehrkanal, 1865 die Görlitzer Bahn, 1871 bis 1877 der Bau der Ringbahn, die Spree und die 1882 eröffnete Stadtbahn. Es besteht eine enge Bindung zwischenWohn- und Gewerbestandorten.
Während zu  Beginn der 60er Jahre das 5geschossige Wohnhaus mit Remise üblich war, wurden in¨  Ergänzung zu Wohngebäuden 1887 verstärkt Fabrikhöfe und -gebäude errichtet, zumeist in 5 Vollgeschoßen mit Keller und Dach. Die Bauordnung   von 1897 sah eine gestaffelte Bebauung ins Blockinnere vor, Höfe mußten nun - gegenüber  60 m^2 - mindestens 80m^2 aufweisen. Da die Bauordnung die Anrechnung der Nachbargrundstücke zur Hälfte zuließ, führte dies zu verstärkt zur Bildung von Hofgemeinschaften.
Nach 1900 erlangte ein neuer Gebäudetyp Bedeutung: Große einheitliche Gebäudekomplexe lösen die grudstücksbezogene Mischung von Wohnen und Arbeiten ab. Verwaltungs- und Produktionsräume werden getrennt angeordnet. (z.B. der Baublock 73 in der inneren Luisenstadt).
In dieser Zeit stand die Wiege der großen Firmen innerhalb der Ringbahn: Neben Siemens&Halske am Anhalter Bahnhof findet sich die Nähmaschinenfabrik Frister & Roßmann an der Skalitzer Strasse, die Klavierfabrik Bechstein an der Ohlauer Strasse, die Messingfabrik Heckmann und die Norddeutschen Mörtelwerke an der Schlesischen Strasse.

Quellen:
[1] Topographischer Atlas Berlin,
Hrgs. SenVerw f BauundWohnen, Abteilung Vermessungswesenb Berlin
Dietrich ReimerVerrlag, Berlin 2.Neuausgabe 1995, 237 Seiten, A4
1. Ausgabe war von 1987

* Alle Abbildungen © Dahms-Projekt.


Ansicht zum Drucken ..>

NEU bearbeitet ...


20.11.2006

"Die Kreuzberger Mischung."

... Plan >

24.08.2006

"Feuerland" an der Chausseestrasse.

... weiter >

20.11.2006

Einwohnerentwicklung.

... Grafik >

03.08.2006

"Gewerbehöfe" in der Luisenstadt.

... weiter >

03.08.2006

Franz Anton Egells (1788-1854)

... weiter >

11.10.2006

Der Zeigertelegraph

... weiter >

11.10.2006

Patentzeichnung - Zeigertelegraph

... Zeichnung >

11.10.2006

Berliner Maschinenbau AG.

...weiter >