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zur Zeit wieder als Neudruck erhältlich siehe ->Literatur ->Geschichte!
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"Pina Bausch und das Tanztheater" im September 2019
Die Kunst des Übersetzens


Gabriele Klein

Pina Bausch und das Tanztheater

Die Kunst des Übersetzens



 
Print, 9/2019, 448 Seiten Hardcover,
71 Farbabbildungen, 28 SW-Abbildungen
ISBN 978-3-8376-4928-4

E-Book (PDF)
ISBN 978-3-8394-4928-8

Band 55 der „TanzScripte“ des [transcript]-Verlags

REZENSION:

Ein, für die meisten anderen Produkte des transcript-verlag untypischer Auftritt, fällt sofort auf, wenn man das Buch das erste Mal zur Hand nimmt. Stabile Außendeckel und solide Fadenheftung für das fast 450 Seiten umfassende Werk zeigen Wertigkeit und Dauerhaftigkeit, die dieses Buch äußerlich schon zu einem Nachschlagewerk prädestinieren. Auffällig auch das Bildmotiv des Einbands, komplett in Kunstrasen (natürlich gedruckt) eingeschlagen, was das über den Inhalt wohl aussagen soll? Auf jeden Fall, eine Ausgabe, die gefällig erscheint und neugierig auf den Inhalt macht.
Die Autorin, Gabriele Klein, Professorin der „Tanzwissenschaft“ an der Uni-Hamburg und Mitherausgeberin der „TanzScripte“ des Verlags,  hat sich mit der Arbeit an diesem Buch eine Aufgabe gestellt, die sich dem Phänomen „Pina Bausch“ auf eine neue Art nähern will. Sie beschreibt das ausführlich in der Einleitung:
„Noch nie zuvor hatte jemand zugleich den Tanz- und den Theaterbegriff so radikal in Frage gestellt und noch nie zuvor hatte jemand das Sprechen, Singen oder Schreien, hatte Gesten, Alltagsgewohnheiten und Affekte sowie Bewegungen von Tieren, Pflanzen, Stoffen und Objekten auf der Buhne so bedingungslos zu Tanz erklärt und choreografisch umgesetzt.“ (9)
… und zu den bis heute vorliegenden Arbeiten zur Entwicklung und zu den Arbeiten von Pina Bausch schreibt sie: „Viele der vorliegenden Publikationen waren und sind – wie auch alle künstlerischen Arbeiten, die sich mit ihrem Schaffen auseinandersetzen – mit dem Problem konfrontiert, dass der Zugang zu den Materialien über Pina Bausch und das Tanztheater Wuppertal bislang nahezu vollständig versperrt war, die Autor*innen also nicht auf Primarquellen, sondern lediglich auf wenige Sekundarquellen zurückgreifen konnten.“ […] „Dieses Buch schlägt eine andere, neue Perspektive ein. Es legt den Fokus nicht auf die Choreografin oder auf einzelne Stücke, sondern untersucht die künstlerischen Produktionen des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch. Produktion meint in diesem Buch das Zusammenspiel von Arbeitsprozess (Stuckentwicklung, Wiederaufnahmen, Weitergaben), jeweiligem Stuck und dessen Aufführungen sowie der Rezeption. Dieses Zusammenspiel soll mit einem besonderen Fokus auf die 15 internationalen Koproduktionen exemplarisch aufgezeigt werden, die in diesem Buch erstmalig zusammen untersucht werden.“ (11)
Das macht sie im ersten Teil des Buches unter dem Titel „Stücke“. Die Autorin verbindet die einzelnen Produktionen von Pina Bausch mit aktuellen Umbrüchen und eingreifenden Ereignissen im gesellschaftlichen, politischen Umfeld zu dieser Zeit und zieht daraus ihre Schlüsse über äußere Einflüsse und Pina Bausch persönliche und künstlerische Entwicklung. Die Menschen, die ihr bei der Verwirklichung ihrer Ideen zur Seite standen und aktiv an der Durchführung ihrer Arbeiten beteiligt waren sind das Thema des Kapitels „Compagnie“, das eingeleitet wird, durch ihre ausführliche Biografie, welche Entwicklung sie durchlief und wie sie zur „Pina Bausch“ als Begriff für neues Tanztheater wurde. Das dritte Kapitel „“Arbeitsprozess“ beschreibt ihre Arbeitsweise bei der Entwicklung der Stücke aus den Ideen, die gemeinsam im Dialog mit ihrer ‚Compagnie‘ entstanden. Im folgenden Kapitel „Solotänze“ wird beschrieben, wie Pina Bausch aus Emotionen Bewegungen und Beschreibungen macht, die sich nicht in Worte fassen lassen. Die Frage, die schon seit Jahrhunderten den ‚Tanzmeister‘ beschäftigt, wie kann Bewegung in Schrift gefasst werden, um Tänze lesbar, nachvollziehbar zu machen und sie damit Literatur werden zu lassen. Das nächste Kapitel „Rezension“ zeigt den Zuschauer immer als einen Teilnehmer der Aufführung. Wie verarbeitet er das Erlebnis, wie sieht er das Gesehene, das ist etwas rein Persönliches, eigene Erfahrung wird produziert, interpretiert und verarbeitet. Alle Untersuchung über künstlerische Produktion und Verarbeitung bedarf zur Interpretation eine „Theorie Methodologie“ damit beschäftigt sich der letzte Teil des Buches. „Anmerkungen“ zu den einzelnen Themen und den Interviews und die „Literatur“ in der die Autorin Unterstützung zu ihrer Arbeit schöpft schließen den Band ab.
Zur Entstehung und zum Arbeitsprozess zu diesem Buch und über die Motivation zur Bearbeitung des umfangreichen Quellenmaterials und die Form der Präsentation der Ergebnisse in diesem Buch schreibt die Autorin: „Den theoretischen Rahmen des Buches bildet die Theorie der Übersetzung, die ich im Laufe des Forschungsprozesses zu einer Praxistheorie des Übersetzens weiter entwickeln konnte. Deren grundlegende These lautet, dass Übersetzungen für künstlerische Arbeitsprozesse und Werke grundlegend sind. Übersetzung wird in diesem Buch als eine zentrale Praxis (tanz-)künstlerischer Arbeit einerseits und als grundlegendes Konzept tanzwissenschaftlicher Forschung andererseits vorgestellt.“ (14) und weiter „Eine Tanzproduktion ist demnach ein permanenter und vielschichtiger Übersetzungsprozess: Zwischen Sprechen und Bewegen, Bewegung und Schrift, zwischen verschiedenen Sprachen und Kulturen, zwischen unterschiedlichen Medien und Materialien, zwischen Wissen und Wahrnehmung, zwischen den Compagnie-Mitgliedern bei der Stückentwicklung und den Weitergaben, zwischen Aufführung und Publikum, zwischen Stück und Tanzkritik, zwischen künstlerischer und wissenschaftlicher Praxis.“ (14)
… anschließend beschreibt sie ihre Vorgehensweise, ihre Methodik des Übersetzens als eine Praxistheorie, wie sie es nennt ausführlich: „Das Buch verhandelt eine Praxistheorie des Übersetzens. Es fragt nicht danach, was Übersetzung von oder im Tanz ist, sondern es zeigt auf, wie eine Tanzproduktion durch Übersetzungsprozesse charakterisiert ist. Dieses Wie richtet sich auf die Art und Weise des Übersetzens, also auf dessen Praktiken. Diese praxeologische Perspektive ist nicht nur neu für den kultur- und sozialtheoretischen Diskurs um Übersetzungstheorien, sondern auch für die Tanzforschung und wird in diesem Buch im Hinblick auf historische, kulturelle, mediale, ästhetische, interaktive und körperliche Aspekte vorgestellt.“ (14)
Zu der Struktur des Inhalts des Buches gibt sie eine ausführliche Einführung … „Das Buch ist nicht linear aufgebaut, sondern modular angelegt. Die einzelnen Kapitel thematisieren mit .Compagnie. .Stücke., .Arbeitsprozess ., .Solotänze. und .Rezeption. jeweils einen Aspekt einer Tanzproduktion. Das Kapitel .Theorie und Methodologie. Erläutert die theoretischen und methodische Grundlagen, das abschließende Kapitel diskutiert das Werk Pina Bauschs im Hinblick auf die Frage der Zeitgenossenschaft. Alle Kapitel folgen konzeptionell und stilistisch dem Thema und dem Material, das sie bearbeiten, sie sind entsprechend unterschiedlich übersetzt und angelegt: essayistisch, analytisch, theoretisch.“ (16)
Die Versprechungen in der Einleitung des umfangreichen Werkes hat die Autorin erfüllt und eine Arbeit vorgelegt, die den Charakter eines Standardwerkes zur Legende und zum Phänomen „Pina Bausch“ darstellt und viele der bisherigen Veröffentlichungen aus zweiter Hand, (Pina Bausch hat sich sehr selten in persönlichen Äußerungen über ihr Werk bereit erklärt) widerlegt, unterstützt und auch für die interessierte Nachwelt dokumentiert. Die solide Ausführung durch den Verlag sichert dem Buch eine lange Existenz in einer Fach- oder Privatbibliothek zu.

Peter Dahms [TanzInfo-Berlin.de]

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