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Gregorio Lambranzi

GREGORIO LAMBRANZI von 'Stephanie Dahms'
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"Bewegungsfreiheit" im Februar 2017
Tanz als kulturelle Manifestation (1900-1950)



Rita Rieger (Hg.)

 Bewegungsfreiheit
 
Tanz als kulturelle Manifestation (1900-1950)


344 Seiten, kart.,
ISBN 978-3-8376-3831-8


 
Als Einführung soll hier der Untersuchungsbereich, den die Herausgeberin für diesen Sammelband mit ihren eigenen Worten  zusammenfasst zitiert werden und damit auch gleichzeitig eine formale Kritik an dem Buch insgesamt formuliert werden, Sie schreibt in der Einleitung, nach einem Nietzsche-Zitat (in englischer Übersetzung!), folgendes:
„The fascination for bodily movement transforms dance into one of the privileged mediums of expression and reflection of life and art, for dancing movement responds to rational and emotional insight and thus is seen as a means for conveying body knowledge.“ (Hier zum Nachlesen, meine Rezension von 2007 zu dem als Einführung zitierten Sammelband zum Tanzkongress Berlin im April 2006)*
Weiter fährt sie fort: „Within this abundant research field, this volume narrows the object by focusing, firstly, on dances as cultural manifestations, secondly, on the relation of dancing movement and freedom‹, and thirdly, by limiting the analyzed practices to the first half of the 20th century.“
Nun zuerst meine formalen Bedenken über den Umgang mit den Originalsprachen der aufgenommenen und zitierten weiteren Beiträge im Sammelband. Es mag ja alles korrekt zitiert und in den Zitaten und den Fußnoten übersetzt worden sein, besser lesbar wäre das Buch jedoch, wenn man sich für eine Sprache (… vielleicht Deutsch) für den Text entschieden hätte und dann, wie im erwähnten Buch „Wissen in Bewegung“ eine englisch sprachige Version des Buches folgen ließe. Aktuell fasst das Buch also Beiträge in insgesamt vier Sprachen (deutsch, englisch, französisch und spanisch) zusammen, die durch die Zitierungen und damit in den Fußnoten, in einer der anderen Sprachen, den Lesefluss doch arg behindern.

Nun jedoch zum thematischen Inhalt des vorliegenden Sammelbands. Die Beiträge des Buches sind gruppiert in drei Hauptkapitel, deren erstes sich mit der „Bewegungsfreiheit in Kultur und Kunst“ befasst. Hier wird über die Arbeitsweise von ausgewählten Choreografen, Librettisten und Literaten sowie über den Zusammenhang von Tango und Mode reflektiert. Es war die Zeit des Aufbruchs und des Abwerfens von beengenden Traditionen in Tanz, Mode und gesellschaftlichen Umgang miteinander. Der Tanz und so auch das Ballett sollten sich freimachen von den überkommenen Formen des klassischen Balletts und nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen suchen, sich diesen Formen und den freien Emotionen zuwenden und diese artikulieren und ausleben. Es war die Zeit des sich entwickelnden Ausdrucktanzes, der körperlichen Befreiung, dem Ausbruch aus den gesellschaftlichen Begrenzungen in eine natürliche Bewegung, in die lebende Natur.

Das zweite Kapitel thematisiert diese „Konzeptualisierungen von Körper, Bewegung, Sprache und Tanz“ in dem es um den Tanz (... und der Literatur) in der Auseinandersetzung mit kulturellen Traditionen und deren Präsentationen geht. Hier werden Beispiele aus der Arbeit der zeitgenössischen Künstler und Choreografen beschrieben, die die Ergebnisse dieser Auseinandersetzungen in aktuellen Realisierungen und dem Ausdruck der weiteren Entwicklungen exemplarisch ausdrücken.

Der dritte Teil „Ästhetische und kulturelle Drehungen“ thematisiert in seinen Beiträgen die Erscheinungen und Praktiken des gelebten und präsentierten Tanzes im Zusammenhang mit traditionellen Formen und ihrer Transformation in modernere Formen. Der Wandel von einer methodischen Betrachtung und Praktizierung zum Experiment, den die Wissenschaft, besonders z. B. die Physik dieser Zeit durchlief. Sie fanden ihre Entsprechung in der Sichtweise und der Praxis der Künstler und der Ausführenden im Tanz und der Choreografie. Dadurch konnten neue Gesichtspunkte und Entwicklungen angestoßen werden.

Um einige Aussagen in ihren kulturellen und auch politischen Zusammenhang zu sehen, so hat der Zeitbereich, in dem sich die Beiträge bewegen und von der Anlage des Buches her, auch als die Einleitungszeit, die Hauptzeit des „Dreißigjährigen Krieges der Moderne“ (von 1914 bis 1945) und die ersten Jahre der Nachkriegszeit bewegen. In dieser Zeit läßt sich eine Förderung des Sportes für den Tanz zeigen, den die autoritären Regime als eine Vorstufe zum Militärdienst, zur Militärertüchtigung favorisierten und damit die besten Vorsätze der Protagonisten persiflierten, die ihre Träume von einer „Entstaubung und Verkrampfung“ erhofft hatten und darum betrogen wurden.

Der Sammelband zeigt in der Auswahl seiner Beiträge eine ausgewogene Thematisierung, die anschaulich und gut begründet die Probleme, die Wünsche und die Hoffnungen der Generation dieser Zeit nachzeichnet, die dann nur zu einem geringen Teil durch die Umbrüche und Zwänge der politischen, gesellschaftlichen Entwicklungen verwirklicht werden konnten und erst in den Nachkriegsjahren teilweise ihre Realisierung fanden.

Peter Dahms [TanzInfo-Berlin.de]

*“For research on body knowledge in motion with a cultural studies approach see the articles collected in the volume of Gehm/Husemann/Wilcke (2010)“
 Wissen in Bewegung-2007/Knowledge in Motion-2010.


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