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Gregorio Lambranzi

GREGORIO LAMBRANZI von 'Stephanie Dahms'
zur Zeit wieder als Neudruck erhältlich siehe ->Literatur ->Geschichte!
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Diese "TanzInfo Berlin" präsentiert:
... aktuell und dynamisch, bunt gewürfelte Infos aus allen Bereichen der Berliner Tanzszene, eingeschlossen Kabaret und Zirkus, Veranstaltungen und Termine, Berichte und Geschichten, Adressen, sowie die einschlägige Literatur und die Geschichte zu diesen Themen.
"Schwanensee"

Stephanie Dahms zur Inszenierung an der Komischen Oper Berlin im Jahre 2000.
'Einführungsmatinee zu "Schwanensee" am 5. November 2000
Anstelle der ursprünglich geplanten Premiere von "Der Nussknacker" eröffnet nunmehr der Ballettklassiker "Schwanensee" die neue Ballettsaison an der Komischen Oper. Anlässlich der Premiere am 12. November 2000 findet am 5. November 2000 eine Einführungsmatinee zu dem Stück statt.
"Schwanensee", die erste Ballettkomposition Tschaikowskys gilt heute als eines der populärsten klassisch-romantischen Handlungsballette schlechthin. Seit der Uraufführung 1877 im Moskauer Bolschoitheater wurden zahlreiche Choreographien dieses Werkes geschaffen. An der Komischen Oper lief jahrelang die weit beachtete Version des Stoffes von dem Choreographen Tom Schilling.
Nunmehr hat sich Birgit Scherzer zusammen mit dem Dramaturgen Matthias Kaiser das Werk vorgenommen. Ausgehend von dem Original-Libretto der Moskauer Erstversion von 1877 entwerfen die beiden Künstler ihr Tanzstück. Birgit Scherzer entwickelt das Psychogramm eines jungen Mannes, Siegfried, an der Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsensein. Die männliche Hauptfigur lebt in einer Welt, in der Kinderträume noch möglich sind. Aber diese eigene Phantasiewelt ist bereits von der Erwachsenenwelt geprägt. Erst als Siegfried Odette begegnet, die ihre Doppelexistenz als Frau und Schwan aufgibt, beginnt für Siegfried ein neuer Lebensabschnitt als Erwachsener. Wie die Geschichte dann ausgeht, soll erst mal offen bleiben.
Birgit Scherzer studierte an der Palucca Schule in Dresden und war von 1981 bis 1989 Mitglied des Tanztheaters der Komischen Oper. In den folgenden Jahren stellte sie als freie Choreographin eigene Arbeiten an der Komischen Oper vor, u.a. ""Frauen - Männer - Paare, Requiem", "Franz Woyzeck". Von 1991 bis 1999 war sie Leiterin des Balletts des Saarländischen Staatstheaters Saarbrücken. Im Jahr 2000 erarbeitete sie u.a. Choreographien zu Schuberts Winterreise, "Karneval der Tiere" und die Inszenierung von Tschaikowskys Oper "Eugen Onegin".'
(Stephanie Dahms, 2000)

Hier zwei Beispiele:

Quelle: reclams Ballettführer 13.Auflage

In Deutschland, in weit zurückliegender Zeit.
I. Akt, ein opulenter Park, im Hintergrund ein Wasserschloss mit Brücke: Prinz Siegfried feiert mit seinen Freunden den heutigen Tag, an dem er volljährig geworden ist. Bauern und Bäuerinnen kommen, um Prinz Siegfried zu huldigen, und werden zum Trinken eingeladen.
Da erscheint ein Bote und verkündet die baldige Ankunft seiner Mutter, der regierenden Prinzessin; sofort hören die Vergnügungen auf, und man räumt eilig alles beiseite, was zum Feiern herbeigebracht wurde. Dann trifft die Prinzessin mit ihrem Gefolge ein. Sie teilt ihrem Sohn mit, dass er sich beim morgigen Ball seine Braut aussuchen müsse. Siegfried denkt noch nicht ans Heiraten, akzeptiert aber die Anordnung seiner Mutter. Nachdem die Prinzessin Siegfried und seine Gesellschaft wieder verlassen hat, geht die Feier weiter. Bald bricht die Nacht an, und die Gäste ziehen sich zurück. Nur Benno von Sommerstern bleibt beim Prinzen. In diesem Moment zieht im Hintergrund eine Gruppe Schwäne vorüber.
Siegfried beschließt, Jagd auf die Schwäne zu machen, und zieht mit Benno davon.

ll. Akt, gebirgige, bewaldete Gegend, im Hintergrund ein See, am rechten Ufer eine verfallene Kapelle: Im Mondschein ziehen Schwäne und kleine Schwäne über den See; ein Schwan mit einer Krone führt sie an. Da treffen Siegfried und Benno ein und bemerken die Schwäne.
Sofort legen sie an, doch die Schwäne sind verschwunden. Zu ihrer Überraschung zeigt sich die Kapelle mit einem Mal erleuchtet, und die beiden wollen dem Spuk nachgehen. Auf der Treppe zur Kapelle tritt ihnen ein weiß gekleidetes Mädchen mit einer Krone entgegen:
Odette. Sie fragt Siegfried, warum er sie jage, und erklärt ihm, dass sie der Schwan sei, auf den er vorher angelegt habe. Denn ihre Mutter, eine gute Fee, habe gegen den Willen ihres Vaters einen Ritter geheiratet und sei wegen dessen Bosheit gestorben. Er habe erneut geheiratet, und ihre Stiefmutter hasse sie. Deshalb sei sie zu ihrem Großvater gegangen, der über den Tod seiner Tochter so viele Tränen vergossen habe, dass dieser See entstanden sei.
Hier, im tiefen Wald, beschütze sie ihr Großvater; am Tag könne sie sich als Schwan bewegen, des Nachts als Mensch. Doch ihre Stiefmutter verfolge sie; als Eule verkleidet tauche sie in der Ruine auf. Erst durch die Heirat könne ihr die böse Stiefmutter nicht mehr schaden. In diesem Moment kommen weitere Mädchen aus der Kapelle und machen Siegfried Vorwürfe, dass er um ein Haar ihre Anführerin getötet habe. Siegfried bereut sein Tun und zerbricht seine Armbrust. Schließlich verlieben sich Siegfried und Odette ineinander; der Prinz schwört ewige Treue, und Odette versichert ihm, zum Ball ins Schloss zu kommen, warnt ihn zugleich aber vor den magischen Kräften ihrer Stiefmutter. Da der Morgen anbricht, ziehen sich die Schwäne in die Kapelle zurück.
Kurz darauf sieht man sie wieder über den See schwimmen; über ihnen fliegt die Eule.

Ill. Akt, festlicher Saal im Schloss der Prinzessin:
Bevor der Ball beginnt, gibt Wolfgang den Dienern noch letzte Anweisungen. Nun treffen die Gäste ein, begrüßt vom Zeremonienmeister, und dann kommen die Prinzessin und Prinz Siegfried samt Gefolge: Die Vergnügungen können beginnen. Wiederholt verkünden Fanfarenklänge die Ankunft neuer Gäste: Jedes Mal führen Adlige ihre Tochter ein und präsentieren sie dem Prinzen und seiner Mutter. Schließlich fragt die Prinzessin, für welches der Mädchen er sich entschieden habe. Doch zur Verärgerung der Prinzessin antwortet er, ihm habe keines gefallen. Da ertönen noch einmal die Trompeten; die Eule ist in menschlicher Gestalt, als Edelmann von Rothbart, mit seiner Tochter Odile angekommen. Ungeachtet Bennos Zweifel hält Siegfried Odile für das Mädchen, das er in der vergangenen Nacht getroffen hat. Er nähert sich ihr mit unverhohlener Zuneigung und küsst ihre Hand - für die Prinzessin das Zeichen, dass Siegfried Odile zur Braut erwählt habe. Sobald Rothbart Odiles Hand mit Siegfrieds zusammenführt. wird es dunkel: Man hört den Ruf einer Eule, und Rothbart verwandelt sich in einen Dämon.
Durch das offene Fenster sieht man einen weißen Schwan mit Krone. Voll Verzweiflung eilt Siegfried davon.

IV. Akt, wie ll. Akt: In der Nacht erwarten die anderen Schwäne Odettes Rückkehr. Nach einer Weile trifft sie ein und erzählt ihren Leidensgenossinnen von Siegfrieds Untreue. Sie liebt ihn aber immer noch, und trotz eines aufziehenden Sturmes und der damit verbundenen Warnungen der anderen Schwäne will Odette auf Siegfried warten, der in der Ferne naht. Allein empfängt sie ihn am Seeufer. Siegfried bittet um Vergebung. Odette teilt ihm mit, dass sie ihm die nicht gewähren könne, weil nach wie vor ein Unwesen Macht über sie ausübe, und läuft in Richtung Kapelle. Siegfried folgt ihr, reißt ihr die Krone vom Kopf und wirft sie in den See, der schon über das Ufer getreten ist. Sofort stürzt die Eule herab und bemächtigt sich der Krone. Damit ist Odettes Leben zerstört: Sie fallt in Siegfrieds Arme, und die beiden gehen in den Fluten des Sees unter. Später, wenn sich der Sturm gelegt hat, sieht man wieder eine Gruppe Schwäne auf dem See.

Quelle: Staatsballett-Berlin, 2005.

ERSTER AKT

Prinz Siegfried ist unter der sicheren Obhut seiner Mutter, der jungen verwitweten Königin des Landes aufgewachsen. Auf der Palastterrasse feiert man den 21. Geburtstag des Prinzen Siegfried. Er möchte sich mit Erreichen seiner Volljährigkeit aus der Übermacht seiner Mutter befreien. Auch Benno von Sommerstein, bester Freund des Prinzen, erwartet mit Spannung diese Zeit; seine Gefühle für den Prinzen gehen über die vertrauliche Verbundenheit zwischen engen Freunden hinaus. Mitten in der Feier erscheint die Mutter in Begleitung ihres Premierministers von Rotbart. Sie überreicht Prinz Siegfried als Geschenk ein Gewehr und verleiht ihm aus Anlass der Volljährigkeit eine Auszeichnung.Nachdem die Königin das Fest beendet hat, ruft Benno von Sommerstein zur Jagd auf. Prinz Siegfried bleibt in melancholischer Stimmung auf der Terrasse zurück. Das Fest hat ihm erneut vor Augen geführt, dass er fremdbestimmt wird. Der Prinz zieht sich an das Ufer des Sees zurück. Benno von Sommerstein bringt ihm das Gewehr nach. Siegfried möchte jedoch alleine sein und bittet Benno, ohne ihn zu jagen. Siegfried begegnet der Schwanenprinzessin Odette, die ihm von dem bösen Zauber erzählt, der sie in der Schwanengestalt gefangen hält. Der Prinz spürt, dass nur sie diejenige sein kann, die ihn von der engen Beziehung zu seiner Mutter zu befreien vermag. Er schwört ihr ewige Treue, durch die allein Odette von ihrem Zauber befreit werden kann.

ZWEITER AKT
Benno von Sommerstein war heimlicher Zeuge der Begegnung zwischen Prinz Siegfried und der Schwanenprinzessin. In seiner Eifersucht berichtet er der Königin von den Ereignissen am See. Zutiefst beunruhigt, ihren Sohn zu verlieren, sinnt die Mutter auf eine schnelle und wirksame Lösung, um Siegfried von Odette abzubringen. Sie spinnt eine Intrige, weiht den Premierminister in ihre Pläne ein und lädt zu einem Ball. Neben Prinzessinnen aus verschiedenen Ländern, die als Braut für ihren Sohn in Frage kommen, steht auch Odile auf der Gästeliste, die Tochter des Premierministers. Kurz bevor der Ball beginnt, hält die Königin vor dem unvollendeten Porträt ihres Sohnes inne und überlässt sich ihren Gedanken über das, was sie Prinz Siegfried antun wird.
Das höfische Zeremoniell nimmt seinen Lauf, und die Königin eröffnet mit dem Premierminster den Ball mit einem Tanz. Trotz aller Verführungsversuche der eingeladenen Prinzessinen bleibt Siegfried unbeeindruckt, bis die Reihe an Odile kommt. In ihr glaubt er die Schwanenprinzessin Odette zu erkennen. Die Königin und von Rotbart drängen ihn, dem Trugbild ewige Treue zu schwören. Da erscheint die Gestalt des weißen Schwanes, und der Prinz erkennt seinen tragischen Irrtum, dem schwarzen Schwan, Odile, Treue geschworen zu haben. Gedemütigt und öffentlich blamiert, folgt Siegfried seiner wahren Liebe, Odette, zum See.
Am See warten die Schwäne auf die Rückkehr ihrer Gefährtin Odette. Diese berichtet ihnen, was sich zugetragen hat: Der böse Zauber konnte nicht gebrochen werden. Prinz Siegfried erreicht den See und bittet Odette um Vergebung. Am Ufer erscheint der Premierminister von Rotbart. Siegfried erkennt, dass Rotbart den bösen Zauber über Odette am Leben hält. Es kommt zum Kampf, in dem der Prinz den Premierminister tötet. Siegfried wird sich der Ausweglosigkeit seiner Situation bewusst. Als Lösung bleibt ihm nur der Tod im See.


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