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Gregorio Lambranzi

GREGORIO LAMBRANZI von 'Stephanie Dahms'
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Diese "TanzInfo Berlin" präsentiert:
... aktuell und dynamisch, bunt gewürfelte Infos aus allen Bereichen der Berliner Tanzszene, eingeschlossen Kabaret und Zirkus, Veranstaltungen und Termine, Berichte und Geschichten, Adressen, sowie die einschlägige Literatur und die Geschichte zu diesen Themen.
"Giselle".

"Ich kenne kein anderes Ballett, das die Illusion einer dramatischen Erzählung in so vollendeter Weise herstellt. Der Tanz ist darin nicht eine virtuose Akrobatikübung, sondern voller Ausdruck: auf diese Weise entwickelt sich die Handlung ausschließlich über tänzerische Mittel und erhält dadurch eine selten erreichte gefühlsmäßige Stärke und Intensität." Serge Lifar Theophile Gautier und Jules-Henri Vernoy de Saint-Georges haben den romantischen Geist der Elementargeister zu Papier gebracht. 1841 wurde dieser Geist durch die Choreographie von Jean Coralli und Jules Perrot und die Musik von Adolphe Adam zum Leben erweckt. Zur Uraufführung des Werkes tanzten die legendäre Carlotta Grisi und der junge Lucien Petipa.
"Giselle" ist die Idealvorstellung des romantischen Ballettes: Im 1. Akt wird das ganz normale Dorfleben gezeigt, im 2.Akt sieht man ein sogenanntes "ballet blanc", in dem die irreale Welt der Luftgeister, Wilis, dem Zuschauer vor Augen geführt wird.
Giselle, enttäuscht von ihrem Geliebten Albrecht, der seine Liebe zur ihr leugnet, wird wahnsinnig und stirbt. Sie gelangt als Wili in das Reich der schönen Untoten. Zu Wilis werden Mädchen, die von ihren Männern vor der Hochzeit enttäuscht wurden und sich dann an ihnen rächen, in dem sie sie zu Tode tanzen. Albrecht hat im 1. Akt seine Liebe zu Giselle verraten, denn er war bereits einer anderen versprochen. Er triffl Giselle im Reich der Wilis. Da ihre Liebe zu Albrecht jedoch so aufrichtig ist, rettet sie ihm das Leben, indem sie ihn vor Myrtha, der Königin der Wilis, schützt.
Mit dieser Premiere vervollständig die Deutsche Staatsoper ihr Ballettrepertoire um einen Ballettklassiker. Die Choreographie wird von Patrice Bart erstellt werden, der den Vorlagen von Coralli und Perrot folgen wird. Die Premiere fand am 6. Dezember 2000 statt. Weitere Aufführungen folgen am 15., 18. und 20. Dezember 2000.
(Stephanie Dahms, 2000)

Hier zwei Beispiele:

Quelle: reclams Ballettführer 13.Auflage
I. Akt:
Ein liebliches Tal in Deutschland, im Hintergrund Weinberge und ein Weg, der in das Tal führt: Winzer machen sich am Morgen zur Weinlese auf. Der Jagdaufseher Hilarion erscheint und betrachtet voll Sehnsucht das Haus Berthes, in dem Giselle wohnt, hingegen mustert er voll Zorn die Hütte, in der ein gewisser Loys zu Hause ist; Loys ist niemand anderer als Herzog Albert, als Dorfbewohner verkleidet. Als sich die Tür der Hütte öffnet, versteckt sich Hilarion. Er sieht, wie Herzog Albert mit seiner:n Knappen Wilfrid heraustritt und diesen bittet, ihn allein zu lassen. Daraufhin klopft er an die Tür von Berthes Haus und erwartet Giselle. Sie tändeln miteinader, und Giselle pflückt eine Blume, um an den Blüten abzuzählen, ob Albert sie liebe. Als das Orakel mit »Er liebt mich nicht« endet, wirft sie die Blume enttäus fort, doch Albert hebt sie auf, zupft heimlich eine Blüte ab und zeigt ihr das nun zufrieden stellende Ergebnis.
Da hält es Hilarion nicht länger im Versteck; er stürzt hervor und versucht Giselle von Alberts Unredlichkeit zu überzeugen - vergebens. Hilarion geht ab, und einige Winzerinnen kommen, um Giselle zum Weinlesen zu holen. Doch Giselle will nicht mitgehen; sie möchte tanzen und überredet ihre Freundinnen zum Bleiben und Mittannzen. Plötzlich erscheint Giselles Mutter, Berthe, und erinnert ihre Tochter an das Schicksal der Wilis, junger Mädchen, die aus exzessiver Tanzlust vor ihrer Heirat starben, nun als Untote des Nachts erscheinen müssen. Giselle lässt sich davon nicht beirren. Als Jagdhörner ertönen, drängt Albert, sich beim Weinlesen zu beteiligen; die Gruppe bricht auf, und Giselle und Berthe ziehen sich ins Haus zurück. Hilarion nutzt die Situation aus und betritt Alberts Hütte. Dann naht eine höfische Gesellschaft, darunter Bathilde, die Verlobte Alberts, und ihr Vater, der Prinz von Kurland. Berthe und Giselle bringen Getränke und Früchte, und Bathilde interessiert sich für Giselle. Entzückt von der Schönheit und Anmut des Bauernmädchens, schenkt Bathilde ihr eine Kette, ehe sie sich mit ihrem Vater in Berthes Haus begibt, um auszuruhen.
Giselle geht nun, um Albert zu holen, und die Jagdgesellschaft entfernt sich wieder. Nun verlässt Hilarion Alberts Hütte; er hat dessen Degen und Umhang gefunden und damit entdeckt, dass der vermeintliche Dorfbewohner adliger Herkunft ist. Hilarion schwört Rache, versteckt den Degen in einem Busch und wartet, bis sich alle zum Dorffest versammelt haben. Giselle wird nun von den Winzern zur Weinkönigin gekrönt, und sie tanzt freudig mit Albert. Dies stachelt Hilarions Eifersucht noch mehr an. und er enthüllt Alberts wahre Identität, doch niemand glaubt ihm. Deshalb greift er sich das Jagdhorn und bläst hinein; sogleich strömt die höfische Gesellschaft wieder zusammen. Der Prinz tritt aus Berthes Haus und wundert sich, Albert nicht in standesgemäßer Kleidung zu sehen. Der hinzukommenden Bathilde präsentiert Giselle Albert als ihren Verlobten, aber Bathilde behauptet, es sei ihrer, und zeigt Giselle ihren Verlobungsring. In der allgemeinen Verwirrung reißt sich Giselle die Kette vom Hals und verfällt in Wahnsinn. Sie ergreift Alberts Degen und stößt ihn sich in die Brust; in den Armen ihrer Mutter stirbt sie. Die Hofgesellschaft entfernt sich wieder - man nimmt Albert mit -, und die Winzer trauern um Giselle.
II. Akt:
An einem Weiher im Wald, links eine Zypresse, darunter ein weißes Grabkreuz mit der Inschrift »Giselle«: Nachts, im Mondschein, hat sich eine Gruppe von Jagdtreibern verirrt. Hilarion warnt sie, sich zur Geisterstunde hier aufzuhalten. Irrlichter erschrecken sie, und in Panik fliehen sie. Da erscheint Myrtha, die Königin der Wilis. Sie nimmt in dem Weiher ein Bad und greift dann nach einem Rosmarinzweig, mit dem sie die Pflanzen berührt; aus ihnen treten die Wilis, weiß gekleidete Geschöpfe, die dazu verdammt sind, zur Geisterstunde zu lanzen. Nach den ersten Tänzen verkündet Myrtha, dass man heute ein neues Mädchen in die Gruppe der Wilis aufnehmen werde. Myrtha holt mit ihrer Macht Giselle aus dem Grab und berührt sie mit ihrem Rosmarinzweig; sofort beginnt Giselle zu tanzen. Da sind Geräusche zu hören: Einige junge Bauern durchqueren den Wald, und als sie am Weiher angekommen sind, müssen sie mit den Wilis tanzen. Einem alten Bauern gelingt es, sie vor den Wilis zu warnen, und im letzten Moment eilen sie davon. Danach kommen Albert und Wilfrid; Albert möchte an ihrem Grab etwas niederlegen. Trotz Wilfrids Warnungen will er bleiben, und er schickt Wilfrid fort. Albert trauert an Giselles Grab, und plötzlich sieht er Giselle. Er will sie berühren, doch jedes Mal entzieht sie sich ihm. Dabei bringt sie ihn immer näher an das Kreuz heran, und als ihm erneut entweicht, hält Albert das Grabkreuz in den Händen. In diesem Moment sieht er Hilarion, der von den Wilis verfolgt wird. Hilarion muss weitertanzen, er schließlich vor Erschöpfung in den Weiher fällt und ertrinkt. Während der folgenden Feier wird Albert entdeckt. Myrtha tritt zu ihm, doch bevor sie ihn mit ihrem Rosmarinzweig berühren kann, hält Giselle Myrthas Hand zurück und bittet Albert, sofort zu fliehen. Da er zögert, führt sie ihn zu dem Grabkreuz. Hier hat Myrtha keine Macht über ihn, und ihr Rosmarinzweig bricht. Um ihn doch noch vom Kreuz wegzulocken, befiehlt Myrtha Giselle, aufreizend zu tanzen. Dies verleitet Albert, das Grab zu verlassen. Sofort steht er in Myrthas Bann und ist gezwungen, mit Giselle zu tanzen. Allmählich schwinden seine Kräfte, und er sinkt schließlich erschöpft zu Boden Doch jetzt bricht der Morgen an, und die Macht der Wilis endet: Sie müssen in ihre Gräber zurück. Giselle bleibt bis zum letzten Moment bei Albert, ehe auch sie entschwindet. Da nahen Wilfried, Bathilde, ihr Vater und eine kleine Gesellschaft. Sie kümmern sich um Albert, der ein paar Blumen von Giselles Grab nimmt schließlich Bathildes Hand ergreift.

Quelle: Staatsballett-Berlin, 2005.
Giselle
Ballett in zwei Akten
Musik von Adolphe Adam
Choreographie und Inszenierung
Patrice Bart nach Coralli und Perrot

Der Wunsch, geisterhaft schwebende Elfenwesen auf der Bühne darzustellen, war es, der die Choreographen im 19. Jahrhundert dazu brachte, den Bühnentanz tatsächlich auf die Spitze zu treiben. In zumeist unheimlichen Szenerien trieben tanzende Elfen- und Feenwesen ihr Unwesen. In "Giselle" sind es die tanzsüchtigen Wilis, um die sich das Libretto rankt. Wilis sind Elfenwesen, die als Bräute noch vor ihrer Hochzeit gestorben sind, weil ihre Liebe verraten wurde. Der empfindsamen Giselle ergeht es genauso, denn sie liebt nicht nur das Tanzen, sondern auch Albrecht, der sie umwirbt, obwohl er bereits einer anderen versprochen ist. Als sie die Wahrheit erfährt, verliert sie den Verstand und stirbt. Giselle wird in die Gemeinschaft der Wilis aufgenommen und ist nun wie ihre Gefährtinnen dazu verdammt, die Männer in der Nacht zum Tanzen zu verführen, bis sie sterben. Darüber wacht Myrtha, die Königin der Wilis. Auch Albrecht kommt in den Wald, um Giselles Grab zu besuchen ...

ERSTER AKT
Giselle, ein hübsches Dorfmädchen, hat sich in einen schönen Fremden verliebt. Sie weiß nicht, wer er ist. Er behauptet, er heiße Loys. Giselles anfängliche Zweifel an seiner Liebe weiß er auszuräumen, er schwört ihr ewige Treue. Der Wildhüter Hilarion jedoch, dessen Sinne durch seine Eifersucht geschärft sind - er macht sich Hoffnungen auf die Zuneigung Giselles - vermutet in Loys einen vornehmen Herrn.
Es ist die Zeit der Weinlese und man feiert die reiche Ernte. Der Tanz reißt alle mit, nur Giselles Mutter ist voller Sorge, ob die zarte Gesundheit ihrer Tocher dieser Tanzleidenschaft standhalten kann. Die Furcht vor einem unglücklichen Ausgang lässt sie das Schicksal der Wilis heraufbeschwören, die, vor ihrer Hochzeit vom Tode ereilt, dazu verdammt sind, allnächtlich bis zum Morgengrauen zu tanzen. Giselle nimmt die Warnungen ihrer Mutter nicht ernst, tanzt überglücklich weiter mit Loys, dem sie sich inzwischen verlobt glaubt, und wird zur Weinkönigin gekrönt.
Der Prinz von Kurland befindet sich mit seinem Gefolge auf der Jagd. Die Jagdgesellschaft hält vor Giselles Haus, um etwas zu trinken und auszuruhen. Seine Tochter, Prinzessin Bathilde ist mit dem Herzog von Schlesien, Albrecht verlobt. Dieser ist kein anderer als Loys. Hilarion entlarvt ihn, denn er hat das Wappen auf dessen Degen erkannt. Giselle begreift den Betrug und ihr Unglück; darüber verliert sie den Verstand und stirbt.

ZWEITER AKT
In der Nacht, an einem Grabstein im Wald. Wildhüter vertreiben sich die Zeit mit Würfelspielen. Hilarion trauert um Giselle und sucht ihr Grab auf. Es schlägt Mitternacht. Die Wildhüter fliehen, denn es geht Unerklärliches vor. Kaum sichtbar erscheinen weiße Schatten. Wer sind diese körperlosen Wesen? Es sind die Wilis, die Seelen der von einem untreuen Liebhaber im Stich gelassenen Mädchen. Sie rächen sich an den Männern, indem sie sie des Nachts in die Finsternis locken, um sie zu Tode zu tanzen. Sie versammeln sich auf Geheiß ihrer Königin Myrtha, um eine neue Gefährtin in ihre Gemeinschaft aufzunehmen: Giselle erscheint in ihrem Schleier. Herzog Albrecht/Loys, der gekommen ist, um Blumen auf das Grab der jungen Verstorbenen zu legen, sieht das weiße Abbild der Geliebten auftauchen. Er will die schwebende Geistergestalt fassen, aber sie entkommt ihm immer wieder. Sie flieht, er folgt ihr, ganz von Sinnen.
Dann kommt der unbesonnene Hilarion zurück und die Wilis reißen ihn mit in einen wilden und mörderischen Tanz: er ist in dieser Nacht ihr erstes Opfer. Albrecht soll nun das gleiche Schicksal erleiden.
Giselle fleht Myrtha und die anderen Wilis an, Milde walten zu lassen, sie bleiben jedoch unerbittlich: Albrecht ist zum Tanzen bis zur Erschöpfung verurteilt. Aber Giselles Liebe schützt ihn: verzweifelt tanzen sie gemeinsam und sind für einen Augenblick vereint. Bald schon müssen die Wilis vor dem Morgengrauen fliehen. Auch Giselle verschwindet, und Albrecht kehrt ins Leben zurück.


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